2. November 2012 13:21; Akt.: 2.11.2012 13:22

Schweiz verkaufte Euro-Reserven

Die Schweiz verkaufte Euro im Wert von 51,6 Milliarden Franken - und niemand merkte es Die Schweiz verkaufte Euro im Wert von 51,6 Milliarden Franken - und niemand merkte es - © Bilderbox
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) war bisher mit starken Devisenkäufen in den Medien. Nun verkaufte sie im dritten Quartal Teile ihrer Euroreserven. Der Markt reagierte  – nicht.

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Wie das Wall Street Journal berichtete, verringerte die SNB den Anteil des Euros an ihren Devisenbeständen von 60 auf 48 Prozent. Damit verkaufte die Schweiz Euro im Wert von 51,6 Milliarden Franken. Unbemerkt.

Laut Einschätzung des Wall Street Journals nutzte die Schweiz damit die Trendwende im Juli, als EZB-Präsident Mario Draghi theoretisch „unbegrenzte“ Anleihenkäufe von Problemstaaten ankündigte, um den Euro zu schützen. Die dritte Runde des US-Gelddruckprogramms nahm weiteren Druck vom Euro, der Kurs erholte sich. Die Nachfrage nach dem Euro stieg, was die SNB zur Neustrukturierung ihrer Währungsreserven nutzte. So erklärt sich das Wall Street Journal, dass der Wechsel der SNB auf die Verkäuferseite größtenteils unbemerkt blieb.

SNB kaufte Pfund und Dollar

Aufgestockt wurden stattdessen die Reserven an Dollar und Pfund Sterling. Diese wuchsen von 22 auf 28, beziehungsweise von drei auf sieben Prozent an. Das langfristige Ziel der Schweizer Notenbank sei ein Euro-Anteil von rund 50 Prozent, sagte SNB-Sprecher Walter Meier gegenüber der Presse. Damit ist mit weiteren Verkäufen vonseiten der Schweiz nicht zu rechnen.

Schweiz ist Big Player auf Devisenmarkt

Die Schweiz gehört mit Fremdwährungsreserven in Höhe von 430 Milliarden Franken zu den Big Playern auf dem internationalen Devisenmarkt. Seit dem September 2011 kaufte die Schweiz massiv Euro ein, um den Wechselkurs auf 1,20 Franken zu stabilisieren. Dass der Verkauf der Eurodevisen unbemerkt vonstatten ging, wird von Experten als positives Zeichen für den Euro wahrgenommen. Auch sei es für die Schweiz derzeit kein Problem, den Wechselkurs des Franken zum Euro stabil zu halten, so die Presse.



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