Schweinepest in Tschechien: Wien und Umgebung treffen Vorkehrungen

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Ostösterreich ergreift Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest.
Ostösterreich ergreift Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. - © pixabay.com/webandi
Die Behörden in Wien und Niederösterreich haben nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Tschechien Vorsorgemaßnahmen getroffen.

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Tschechien haben die heimischen Behörden Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung nach Österreich zu verhindern. So wird etwa die Freilandhaltung von Schweinen in den niederösterreichischen Bezirken Hollabrunn, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Bruck an der Leitha, Gänserndorf sowie ganz Wien eingeschränkt. Für Menschen besteht keine Gefahr.

Diese Maßnahme zielt darauf ab, jeglichen direkten und indirekten Kontakt zwischen Wildschweinen und Hausschweinen zu verhindern. Am Dienstag hatte das Gesundheitsministerium von den tschechischen Veterinärbehörden Informationen über ASP bei zwei Wildschweinen in Zlin – rund 80 Kilometer von Österreich entfernt – erhalten. “Aufgrund des aktuellen Falles ist davon auszugehen, dass ASP in der tschechischen Wildschweinpopulation verbreitet ist”, so das Ressort. Es handle sich um eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Tierseuche. Sie befällt Haus- und Wildschweine. Für Menschen besteht keine Gefahr.

Afrikanischen Schweinepest: Sofortmaßnahmen gegen Verbreitung nach Österreich

Eine Expertenrunde aus Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium, der Bundesländer, Landwirtschaft- und Wirtschaftskammer sowie der Jägerschaft hat Sofortmaßnahmen gegen eine Verbreitung nach Österreich beschlossen. Darin enthalten sind die Veröffentlichung einer Verordnung, die erweiterte Sicherheitsvorkehrungen in den gefährdeten Gebieten vorsieht. Ergänzend zu den Maßnahmen, die die Nachbarländer setzen, soll in bestimmten Gebieten Österreichs die Freilandhaltung von Schweinen nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Ein Monitoringsystem soll eventuell auftretende Fälle frühzeitig erkennen helfen.

Um die Übertragung auf Hausschweinebestände zu unterbinden, müsse jeder Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen verhindert werden. Schweine sollen keine Speiseabfälle erhalten, betriebsfremde Personen nicht in den Stall dürfen, alle anderen sollen saubere Schutzkleidung tragen. Mäuse und Ratten seien konsequent zu bekämpfen, Tiertransportfahrzeuge nach jedem Transport zu reinigen und zu desinfizieren, Futtermittel- bzw. Einstreudepots vor Wildschweinen zu schützen, lauten die Empfehlungen der Experten. Grünfutter (Sauengras) soll vorerst nicht mehr in die Anlagen gebracht und beim geringsten Verdacht auf eine Ansteckung der Amtstierarzt verständigt werden.

Kommt es zu einem Auftreten von ASP im Wildtierbestand, treten umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten in Kraft. Auch würden dann, je nach Vorkommen im Wild- oder Hausschweinebestand, Restriktionszonen gelten. Diese Vorkehrungen sind von der EU-Kommission festgelegt und betreffen den Handel mit lebenden Schweinen, aber auch Fleisch und verarbeitete Produkte.

ASP: Auch andere EU-Staaten betroffen

Laut Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse sind von den Vorsorgemaßnahmen einige 100 Bauern betroffen, die zwar “keine große Marktbedeutung, jedoch eine große Seuchenbedeutung haben”. Schlederer ist zuversichtlich, dass die bestmöglichen Maßnahmen ergriffen worden sind, um die Ausbreitung der Seuche in Österreich zu verhindern, die massive Auswirkungen auf das Exportgeschäft haben würde.

Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurde seit Anfang 2014 ASP bei Wildschweinen in der EU festgestellt. Betroffen sind die Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland, wo auch Hausschweine in großen Betrieben und Kleinsthaltungen infiziert wurden. In Österreich ist die Afrikanische Schweinepest noch nie aufgetreten.

Kaum Freilandhaltung in Niederösterreich

In den sechs Bezirken in Niederösterreich, die zusammen mit Wien von den Vorsorgemaßnahmen bezüglich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen sind, gibt es 479 schweinehaltende Betriebe, wie die Landwirtschaftskammer auf APA-Anfrage bekannt gab. Die Einschränkungen bei der Freilandhaltung betreffen jedoch nur ein geringe Zahl, da der Anteil solcher Betriebe nur 0,1 Prozent beträgt.

Die Maßnahmen treffen aber auch schweinhaltende Bio-Betriebe, deren Anteil in Niederösterreich zumindest vier Prozent beträgt. Schweine in Auslaufhaltung sind jedenfalls während der Dämmerungs- und Nachtstunden im Stallinnenbereich zu halten, betonte die Landwirtschaftskammer.

Von den Vorsorgemaßnahmen sind vorerst Hollabrunn, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Bruck an der Leitha, Gänserndorf sowie ganz Wien betroffen. In den genannten Gebieten ist Freilandhaltung von Schweinen spätestens ab 4. Juli 2017 verboten, außer sämtliche Anforderungen von Anhang 3 der sogenannten Schweinegesundheits-Verordnung (SchwG-VO, BGBl. II Nr. 406/2016) sind nach Überprüfung und Genehmigung durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde zu diesem Zeitpunkt erfüllt. Zu den Vorgaben zählt unter anderem, dass die Freilandbereiche doppelt umzäunt sein müssen, damit ein direkter Kontakt von Wild- und Hausschwein so nicht möglich ist.

(APA, Red.)

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