Schulreform: Wiener VP will Schulwesen „verbundlichen“

Schulreform: Wiener VP will Schulwesen „verbundlichen“
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Die ÖVP schlägt eine Trennung in “allgemeinbildende” und “berufsorientierende” Mittelstufe vor.

Die Wiener VP will das gesamte Schulwesen „verbundlichen“. Dies würde bedeuten, dass es künftig keine Unterscheidung in Bundeslehrer (AHS, BMHS) und Landeslehrer (va. Hauptschulen, Volksschulen, Polytechnische und Sonderschulen) mehr geben würde und auch etwa die bisher bei Gemeinde und Land liegenden Erhaltungsaufgaben auf den Bund übergingen. Damit würde die „völlig verworrene Kompetenzsituation“ bereinigt, betonte der Wiener VP-Klubobmann Matthias Tschirf bei einer Pressekonferenz am Montag.

Angelegenheiten wie Dienstrecht, Lehrpläne oder äußere Organisation sowie sämtliche Legistik würden so künftig zentral durch den Bund geregelt, so Tschirf. Die Vollziehung des Dienstrechts solle dagegen den Ländern zukommen – damit könnten sie sowohl Pflichtschullehrer als auch Lehrer an höheren Schulen anstellen, wobei aber dem Unterrichtsminister ein Weisungsrecht zukommen soll.

Beim Thema Mittelstufe tritt die Wiener VP – wie schon das VP-Perspektivenpapier – für eine Differenzierung in eine „allgemeinbildende“ Mittelstufe (die derzeitige AHS) und eine „berufsorientierende“ Mittelstufe (derzeit Hauptschule) ein. Letztere soll aber in der siebenten und achten Schulstufe verpflichtend mit zwei weiterführenden Schulen gekoppelt sein, um den Kindern sämtliche Übertrittsmöglichkeiten im Alter von 14 Jahren offenzuhalten, forderte Bildungssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager. Damit hätte man „zwei gleichwertige gymnasiale Formen“.

Auch den Übertritt von der Volksschule in die Mittelstufe will die VP neu regeln. Die Noten hätten überhaupt keine Aussagekraft mehr, kritisierte Stadtschulrats-Vizepräsident Walter Strobl (V). Zwar ist derzeit festgelegt, dass Kinder mit einem Dreier in Deutsch oder Mathematik nicht ohne Aufnahmsprüfung in eine AHS dürfen. Rein praktisch weisen die AHS aber schon Schüler mit einem „Gut“ wegen mangelnder Plätze ab. Allein in der Donaustadt haben 60 Prozent der Volksschulabgänger lauter Einser im Zeugnis, wienweit sind es nur 30 Prozent: „Da fehlt die Vergleichbarkeit.“

Deshalb soll es laut Cortolezis-Schlager schon in der dritten und vierten Volksschul-Klasse klare Standards und Tests geben, die beliebig oft wiederholt werden können. Auf deren Basis soll es dann ein Beratungsgespräch mit den Volksschullehrern und den Lehrern der aufnehmenden Schule geben.

Beim Thema „Neue Mittelschule“ fordert die Wiener VP zunächst eine Evaluierung der bestehenden Schulversuche zur Kooperativen Mittelschule (KMS) in Wien. Erst danach könne an über Organisationsänderungen diskutieren. Dabei sei die VP auch zu weitgehenden Versuchen bereit, wenn die Mitbestimmung der Schulpartner gewährleistet sei. Wenn diese „flächendeckend Ja sagen zu Versuchen, wären wir die Letzten, die Nein sagen“, so Cortolezis-Schlager. Skeptisch zeigte sie sich zu einer immer wieder diskutierten Zentralmatura, bei der alle Jugendlichen am gleichen Tag die selben Matura-Aufgaben erhalten – dies sei mit der Schulautonomie nicht vereinbar.

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