Schräges, Altes und Neues bei Art&Antique 2015 in der Wiener Hofburg

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Die 47. Art&Antique wurde in der Wiener Hofburg eröffnet
Die 47. Art&Antique wurde in der Wiener Hofburg eröffnet - © M.A.C. Hoffmann & Co. GmbH/APA-Fotoservice/Hautzinger
Strahlende Sonne auf dem Heldenplatz, glänzende Sammleraugen in der Hofburg: Mit der 47. Art&Antique wurde Wiens große Messe für Kunst, Antiquitäten und Design eröffnet. Die Wikam Kunst- und Antiquitätenmesse geht zeitgleich über die Bühne.

Die Art&Antique Hofburg Vienna findet von 7. bis 15. November statt und bietet alles, was das Sammler-Herz begehrt – von wertvoll bis skurril. Rund dreitausend Gäste kamen zum Auftakt, um einen ersten Blick auf die Exponate der 50 Aussteller zu werfen. Bis Sonntag nächste Woche können Werke etwa von Klimt, Schiele, Makart, Moll bewundert werden. Ein Schwerpunkt gilt auch Design, vom Jugendstil bis in die 1960er-Jahre.

Bunte Mischung: Zahlreiche Schätze in der Hofburg

Wie wär’s mit einem Flipper aus dem Jahr 1975? Vielleicht in Kombination mit Thomas Schwanthalers annähernd mannshohem Engelspaar von 1675? Und für die Wand Alfons Waldes “Holzknecht”? Mit dieser wilden Mischung konfrontiert Lily’s Contemporary Art Exclusive Antiques die Besucher der 47. Kunst-, Design- und Antiquitätenmesse Art& Antique, die ab Samstag bis zum 15. November in die Hofburg lockt. 50 Galerien und Kunsthändler haben sich diesmal eingefunden, um ihre Schätze den geneigten (und zahlungskräftigen) Sammlern anzubieten. Während manche – wie etwa der erstmals vertretene Kunsthandel Heinrich Steinek mit Albert Paris Gütersloh – auf Schwerpunktsetzungen bauen, überrascht an anderen Stellen die bunte Mischung von Altem und Zeitgenössischem, Hochpreisigem und vergleichsweise Leistbarem. Erstmals wird auch explizit der Sammler-Nachwuchs angesprochen: Mit “smartART” wurde eine Koje eingerichtet, in der junges kunstinteressiertes Publikum Werke zwischen 100 und 5.000 Euro erstehen kann. Die Arbeiten stammen aus den auf der Messe teilnehmenden Galerien und wurden extra für “smartART” ausgewählt, erläutert Tina Patronovits vom Messe-Veranstalter M.A.C. Hoffmann & Co.

Die Vielfalt des Angebots entspreche dem vielfältigen Geschmack der jungen Sammler, die sich entgegen der Vorannahme nicht ausschließlich für Zeitgenössisches interessieren würden, so Patronovits. Einen Hang zum Kalkül will sie Nachwuchssammlern ebenso wenig attestierten: “Die meisten kaufen impulsiv, wenn ihnen etwas gefällt.” Auswahl gibt es genug: Um 480 Euro gibt es eine große, schwere silberne Taschenuhr, ab 1.500 Euro ist man bei Gold-Prägedrucken von Hans Bischoffshausen mit dabei. Auch Werke von Fritz Fröhlich oder Christian Ludwig Attersee gibt es bei “smartART”, diese tendieren jedoch schon deutlicher zur oberen Preisgrenze. Gar 5.000 Euro kostet bereits genannter Flipper, den Lily’s in der “smartART”-Koje feilbietet. Wer es lieber klassisch mag, findet hier jedoch auch Möbel aus dem 19. Jahrhundert.

Eldorado in Sachen Möbel und Design: Art&Antique

Überhaupt werden Möbelliebhaber und Designfans auf der Art&Antique bestimmt fündig: Zwischen einem gotischen Tisch (Antiquitäten und Bildergalerie Anton Figl), einem höfischen Schachbrett (Kunsthandel Strassner Markus) oder einem Pinzgauer Kasten (Ludwig E. Wimberger Kunst & Antiquitäten) finden sich Raritäten wie ein aus dem Wiener Dianabad stammender Neptun von Michael Powolny aus den Jahren 1915/16 (Galerie Susanne Bauer), dessen einziger erhaltener Zwilling im MAK seine Heimat gefunden hat oder eine Empireuhr aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts (Lily’s).

Auch Schmuckliebhaber werden vor zahlreichen funkelnden Vitrinen ins Staunen kommen: Eine Fusion von Schmuck und bildender Kunst gibt es etwa in der Koje des Traditionshauses A.E. Köchert Juweliere, wo man anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums Künstler wie Elke Krystufek oder Hubert Scheibl eingeladen hat, sich mit dem Thema Schmuck auseinanderzusetzen. Während man im Sektor der zeitgenössischen Kunst Namen wie Andy Warhol oder Arnulf Rainer begegnet, finden sich in der Hofburg auch zahlreiche Entdeckungen wie etwa die skulpturalen 3-D-Bilder des Koreaners Suh Jeong-Min in der Budapester Galerie Kalman Maklary Fine Arts.

Weiterer Tipp: Wikam Kunst- und Antiquitätenmesse

Wer vom bunten Mix aus zeitgenössischer Kunst und Antiquitäten nicht genug bekommen kann, hat seit Freitagund ebenfalls bis zum 15. November in den Palais Ferstl und Niederösterreich auch bei der Wikam – Wiener internationale Kunst- und Antiquitätenmesse die Möglichkeit, das perfekte Stück zu finden. Dort reihen sich Werke von Gottfried Helnwein, Xenia Hausner oder Hubert Schmalix an Art Deco-Schmuck, antike Teppiche oder chinesische Elfenbeingefäße.

Art&Antique Hofburg Vienna: 7. bis 15. November in der Hofburg, jeweils 11 bis 19 Uhr. Weitere Infos hier.

Wikam Kunst- und Antiquitätenmesse: 6. bis 15. November im Palais Ferstel und Palais Niederösterreich, täglich 11 bis 19 Uhr. Weitere Infos hier.

(apa/red)

 

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