Schönbrunner Besuchszahlen bleiben trotz EM-Flaute konstant

Trotz massiver Rückgänge während der Fußball-EM: Die Schönbrunner Schlossgesellschaft (SKB) hat im Jahr 2008 genauso viele Besucher gezählt wie 2007: Rund 3,3 Mio. Eintritte wurden insgesamt verzeichnet.

2,6 Millionen davon entfielen auf das Schloss, der Rest auf die Hofburg-Museen und das Hofmobiliendepot. Positiv verlief die Umsatzentwicklung der SKB, die im Vorjahr den höchsten Umsatz ihrer Geschichte verzeichnete. Wenig erfreulich gestaltet sich hingegen die Entwicklung im laufenden Jahr.

Nächstes Jahr zur selben Zeit werde von Steigerungen wohl nicht die Rede sein, prophezeite einer der beiden Schönbrunn-Geschäftsführer, Franz Sattlecker, bei der Bilanzpressekonferenz am Montag. Denn schon jetzt, also bis Ende Juni, seien die Rückgänge zu spüren. Das Minus in den Schauräumen im Schloss beträgt insgesamt 9 Prozent, jenes in der Hofburg 10 Prozent. Dazu hat auch die Umgestaltung des Sisi-Museums in der Hofburg beigetragen, das im Frühjahr neu gestaltet und vorübergehend sogar geschlossen wurde.

2008 verlief jedenfalls noch deutlich besser: Trotz der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008, die dem Schloss kurzfristig einen Rückgang von 23 Prozent bescherte, und der Wirtschaftskrise sind die Besucherzahlen mit 3,3 Mio. insgesamt im wesentlichen gleichgeblieben. Nach Köpfen gezählt, also ohne Berücksichtigung von Mehrfacheintritten durch Kombitickets, konnten das Schloss und seine Attraktionen 1,98 Mio. zahlende Gäste empfangen, 27.000 mehr als 2007. Über eine Steigerung von fast 15 Prozent konnte sich das Hofmobiliendepot freuen.

Der Gesamtumsatz der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft betrug laut Sattlecker 33,4 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber dem Jahr davor von 2,9 Prozent. Preise, so wurde versichert, seien dafür aber nicht erhöht worden. Vielmehr würden die Gäste verstärkt teurere Ticketkategorien kaufen. An den Eigentümer der imperialen Attraktionen – den Bund – wurden 3,4 Mio. Euro abgeführt. Das operative Ergebnis der SKB, also der Gewinn nach Abzug der Aufwendungen, lag bei 15,5 Mio. Euro (2007: 15,2 Mio. Euro).

Trotz Krise sollen jedoch die Investitionen nicht gestoppt werden, “um nach der Krise noch besser dazustehen”, wie Co-Geschäftsführer Wolfgang Kippes erläuterte. 2008 waren es 10 Mio. Euro, die in diverse Bau- und Sanierungsmaßnahmen gesteckt wurden, heuer und im kommenden Jahr sollen insgesamt 20 Mio. Euro investiert werden. So werden etwa im Westflügel des Schloss-Hauptgebäudes die Räume von Kaiser Franz Joseph komplett restauriert. Schreib-, Arbeits-, und Toilettezimmer sowie Stiegenkabinett sollen ihr authentisches Aussehen wieder erhalten.

In Planung ist auch ein neues Besucherzentrum mit Ticketverkauf, Gastronomie und Shop. Der neue Zugangsbereich soll 5 Mio. Euro kosten, gewünschter Baubeginn ist Jänner 2011. Eine, wie heute betont wurde, besonders große Herausforderung wird die umfassende Sanierung der “Großen Galerie”. Der zentrale Raum im ersten Stock muss bei laufendem Betrieb renoviert werden. Geschätzte Kosten: 2,6 Mio. Euro. Baubeginn ist 2010.

“Schlossherr” Franz Sattlecker, der sich bereits wiederholt über die Wiener Tourismusstrategie Gedanken gemacht hat, zeigte sich überzeugt, dass die Rückgänge auch 2010 weitergehen werden, unter anderem aufgrund steigender Arbeitslosenzahlen. Darum müsse sich die Bundeshauptstadt Gedanken darüber machen, wie sie sich in Zukunft präsentiere. Wichtig sei, “neue Felder” zu finden. Er sprach sich unter anderem dafür aus, neben Kunst und Kultur auch auf das “grüne Wien” – etwa die Nationalparks in Wien und der Umgebung – zu setzen.

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