Schmied: Masterplan für Museums-Investitionen bis Jahresende

Kulturministerin Claudia Schmied will ein Finanzierungsmodell für die Museen
Kulturministerin Claudia Schmied will ein Finanzierungsmodell für die Museen - © APA (Archiv)
Die Fülle der vorliegenden Projekte verlange geradezu “nach einem Marshall-Plan für Infrastrukturinvestitionen im Kunst- und Kulturbereich”, sagte Kulturministerin Claudia Schmied (S) im parlamentarischen Kulturausschuss. “Ich habe mir zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres einen Masterplan für die Investitionen fertigzuhaben”, so die Ministerin.

Dieser Plan werde neben Kostenaufstellungen auch Vorschläge für Finanzierungsmodelle beinhalten. Die Fertigstellung der Sanierung des Völkerkundemuseums und die Frage einer möglichen Zusammenlegung mit dem Volkskundemuseum sei ihr “ein großes Anliegen”, sagte Schmied. “Es liegen Konzepte vor, die mir vor wenigen Tagen übermittelt wurden und die ich jetzt prüfen muss.” Dies müsse jedoch ebenso wie das von der Österreichischen Nationalbibliothek überarbeitete Bücherspeicher-Projekt in den Gesamtplan integriert werden. Dieser komme viel zu spät, um – wie ursprünglich angekündigt – als Teil eines Konjunkturpaketes wirtschaftsbelebend wirken zu können, monierte der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl.

Weitere von Schmied bekanntgegebene Zeitpläne: Die Bewerbungsfrist für die Leitung des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK) endet am 16. November; am 19. November wird der im März konstituierte Baukulturbeirat eine Klausur abhalten; “voraussichtlich Ende November” wird der Kurator bzw. die Kuratorin des Österreich-Beitrags zur Architekturbiennale Venedig 2010 bekanntgegeben; Ende November werden die neuen Museumsordnungen auch formell per Verordnung erlassen, die 20 dazu eingelangten Stellungnahmen werden derzeit gesichtet, “aber zu 100 Prozent werde ich die Wünsche der Museen nicht erfüllen können”.

Schmied ist sich außerdem “ziemlich sicher, dass ich Ende November / Anfang Dezember die Nachfolge von Bernd Lötsch im Naturhistorischen Museum bekanntgeben kann”. Lötschs “Rang in der Wissenschaft ist unbestritten, ich glaube aber, dass man in den Bereichen Vermittlung und Präsentation noch zulegen kann”, so die Ministerin. Zusätzlich zu den 37 eingelangten Bewerbungen habe die Findungskommission von sich aus weitere fünf Personen angesprochen. In den vergangenen Tagen hätten Hearings stattgefunden.

Sowohl bei den Bundesmuseen als auch bei den Bundestheatern seien die Rücklagen nahezu aufgebraucht, “eine Aufstockung der Basisabgeltungen wird dringendst für die Fortführung des laufenden Betriebs benötigt”. Die Bundestheater hätten ab 2011 zusätzlichen Finanzbedarf. Eine externe Evaluierung der Bundestheater soll möglicherweise noch vorhandene Einsparungspotenziale und strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten in der Organisationsform erheben. “Ich erwarte mir bis Ende des Jahres einen ersten Bericht.”

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