27. Oktober 2008 08:44; Akt.: 27.10.2008 08:44

Schluss mit Rund: Wiener erkunden ihre einstigen "Ringlinien"

Schluss mit Rund: Wiener erkunden ihre einstigen "Ringlinien" © © APA
Seit dem Nationalfeiertag gibt es in Wien für gute fünf Monate keine Ringstraßen-Bim mehr, die in Endlosschleife um den Prachtboulevard der Hauptstadt kreist: Stadtreporter Video: Was meinen die Wiener  | Stadtreporter Video: Keine Ringrunde mehr! Video | Ringlinien-Plan

Die Linien 1 und 2 werden nun als Durchgangslinien geführt. Erst im April 2009 wird eine neue Touristen-Bim ihre alte Rolle übernehmen. Zur Feier des (Sonn-)Tages gab es auf den neuen Routen für die Fahrgäste Freifahrt.

Die Wiener Linien versuchten dabei ihr Möglichstes, den Fahrgästen die neue Situation nahezubringen: An den größeren Umsteigestationen war Informationspersonal positioniert, um etwaige Fragen von Fahrgästen zu beantworten und Infobroschüren zu verteilen. Überdies waren alle Stationen bereits mit den neuen Pläne bestückt. Dennoch sprangen an den neuralgischen Punkten der neuen Linienführung – wenn 1er und 2er vom Ring abbiegen – die meisten verbliebenen Passagiere auf, um nach einem verschreckten Blick auf den Routenplan bei der nächsten Station auszusteigen und zurück in Richtung Stadtzentrum zu laufen.

Dabei hätte man nun die Möglichkeit, mit der Linie 1 nicht nur den Ring, sondern auch den Stefan-Fadinger-Platz in Favoriten bzw. die Prater-Hauptallee zu erkunden und abseits der Sehenswürdigkeiten an der Ringstraße auch den Wasserturm Favoriten von der Bim aus zu bestaunen (oder das Hundertwasserhaus). Allerdings wurde diese Verbindung am frühen Sonntag vornehmlich in die Gegenrichtung, also von den Außenbezirken zum Zentrum genutzt.

Der 2er hingegen verbindet seit heute in einer Dreiviertelstunde Ottakring via Ring mit dem Friedrich-Engels-Platz. Mit ihrer Verlängerung ersetzen die neuen einstigen Ringlinien die bisherigen Trams J, N und 65, die man seit gestern vergeblich im Stadtbild sucht. Allerdings sollen die Intervalle zumindest gleichbleiben und die Fahrzeiten dank entfallender Notwendigkeit umzusteigen geringer werden, so die Wiener Linien.

Um Traditionalisten den Umstieg schmackhaft zu machen, wurden am Sonntag auch Nostalgiebahnen als Verkehrsmittel eingesetzt. Diese erfüllten wie ihre moderneren Kollegen die Aufgabe, die Massen zu den Nationalratsfeierlichkeiten am Heldenplatz zu bringen.

Weitere Neuerungen im Bim-Netz stehen dann 2009 an: Der D-Wagen wird in Linie 3 umbenannt, behält seine Strecke allerdings bei. Die jetzige Linie 71 wird dagegen Linie 4 heißen, vom Schwarzenbergplatz bis zur Börse verlängert und somit den Zentralfriedhof mit der Innenstadt verbinden. Eine reine Touristen-Bim wird im April eingerichtet und soll – mit eigenem Ticket – die Sightseeing-Aufgaben des bisherigen 1ers und 2ers übernehmen.

Vorbericht:Wiener Ring-Linie bleibt als Touristen-Tram


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