Schlepperbande am Flughafen verhaftet

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Zwei Asiaten, die gerade dabei waren, acht Chinesen nach Österreich zu schmuggeln, wurden von der Wiener Polizei verhaftet – die beiden mutmaßlichen Schlepper verlangten 56.000 Euro für die “Reise”.

Der gewerbsmäßigen Schlepperei verdächtig ist ein Chinese, der in der Vorwoche am Flughafen Wien in Schwechat festgenommen wurde. Nach Angaben der Bundespolizeidirektion Schwechat hatte der Mann acht Landsleute „begleitet“, die insgesamt 56.000 Euro für die Reise von Hongkong via Moskau bezahlt hatten. Für den illegalen Grenzübertritt stellte die Organisation den „Kunden“ Hongkong-Pässe zur Verfügung, kassierte dafür aber ihre Reisedokumente ein.


Im Dezember wurden zwei Chinesen nach London gebracht

Ebenfalls in Haft ist ein Hongkong-Staatsbürger, der den Transport überwacht und sich unmittelbar nach der Ankunft am Airport in ein Wiener Hotel begeben hatte, um die Gruppe einem – bis dato noch nicht ausgeforschten – Kontaktmann zu übergeben. Bei seiner Einvernahme gestand der 46-Jährige, bereits Ende Dezember 2003 mit einem anderen Mitglied der Organisation zwei Chinesen auf derselben Route mit Zielort London geschleppt zu haben.


Kinder “gebunkert” und “verschleppt”

Die beiden Verdächtigen wurden ins Landesgericht Korneuburg eingewiesen, wo gerade ein im November 2003 am Airport aufgedeckter Fall abgeschlossen wurde: Laut Aussendung der BPD wurde ein 38-jähriger Chinese wegen gewerbsmäßiger Schlepperei zu 22 Monaten unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte, von Bangkok kommend, zwei aus China stammende Kinder bei sich, die er bei der Kontrolle mittels gefälschter Dokumente als seine eigenen ausgab.

Die Erhebungen ergaben, dass der 38-Jährige das elfjährige Mädchen und den neunjährigen Buben im Auftrag einer international agierenden chinesischen Schlepperorganisation gegen Bezahlung von 44.000 Euro zu ihren Eltern nach Frankreich bringen sollte. Die Kinder erzählten, dass sie zusammen mit dutzenden Kindern ungefähr einen Monat in einem Bunkerquartier der Organisation in Kambodscha auf den Weitertransport nach Europa gewartet hatten.

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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