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Schieder, Ludwig: Nicht Genügend

Schieder, Ludwig: Nicht Genügend
Schieder, Ludwig: Nicht Genügend ©APA/HERBERT P. OCZERET
Gastkommentar von Johannes Huber. Die Wiener SPÖ braucht einen dritten Mann oder eine Frau für die Häupl-Nachfolge. Mit den derzeitigen Kandidaten wird’s verdammt schwer für sie.

Sie wollen es nicht kapieren: Wiener Sozialdemokraten streiten sich wieder in aller Öffentlichkeit um die Nachfolge von Bürgermeister und Landesparteichef Michael Häupl. Es sei eine „unglaubliche Chuzpe“, dass Kandidat Andreas Schieder die Steigerung der Wohnbauleistung als vordringlichste Aufgabe sehe, schäumte diese Woche ein ehemaliger Mitarbeiter von Werner Faymann, der im städtischen Medienimperium untergekommen ist, auf Facebook. Der Mann ist ganz offensichtlich Anhänger des Gegenlagers. Und dort reagiert man sehr empfindlich, wenn auch nur angedeutet wird, Kandidat Michael Ludwig habe als Wohnbaustadtrat versagt.
Wollen sie das Geschäft von Schwarz-Blau erledigen, dann müssen die Wiener Sozialdemokraten nur genau so weitermachen: Sich gegenseitig niedermachen. Dann ist ihnen eine Wahlniederlage in ein paar Jahren gewiss. Und dann wird sich auch keine Koalition mit den Grünen mehr ausgehen. Vielmehr möglich wird ein Bürgermeister Heinz-Christian Strache (FPÖ) und ein Vizebürgermeister Gernot Blümel (ÖVP), wie an dieser Stelle schon einmal ausgeführt worden ist.
Wenn sie schon bereit sind, Energie einzusetzen, dann wären die Funktionäre von Häupl abwärts besser beraten, dies zu tun: Erstens, zur Erkenntnis gelangen, dass sowohl Schieder als auch Ludwig denkbar ungeeignet sind für den Job. Und zweitens, einen Überraschungsmann oder eine Überraschungsfrau für die Nachfolge präsentieren.
Die Bundeshauptstadt ist in den nächsten Jahren die einzig nennenswerte Bühne, die der SPÖ zur Verfügung steht, Politik zu machen. Im Nationalrat wird sie ja nur auf der Oppositionsbank sitzen. Die große Show werden daher nicht sie, sondern ÖVP und FPÖ bzw. Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache abziehen. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als von Wien aus ein Alternativprogramm zu spielen.
Und das geht nicht ohne eine geeignete Persönlichkeit ebendort. Wobei man die Anforderungen ungefähr so zusammenfassen kann: Charisma, Begeisterungsfähigkeit, Urbanität, in Sicherheitsfragen in der Mitte, in gesellschaftlichen Belangen eher links stehend. Schieder und Ludwig erfüllen kein einziges Kriterium. Zumindest nicht wahrnehmbar. Vielleicht tun sie es insgeheim. Aber das ist ja auch schon das Problem: Ein Politiker muss nach außen hin wirken. Sonst ist er fehl am Platz.
Viele Kandidaten gibt es zugegebenermaßen nicht. Christian Kern hat bei der Nationalratswahl bewiesen, dass er das städtische Publikum gewinnen kann. Aber Bürgermeister, SPÖ-Bundes- und -Wien-Vorsitzender sowie Oppositionschef im Hohen Haus ist ein bisschen viel. Jürgen Czernohorszky ist insofern ein Risiko, als er als Stadtrat noch ziemlich jung ist; das könnte, muss aber nicht gutgehen. Für Noch-Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner gilt Ähnliches. Gerhard Zeiler würde mit seinen 62 Jahren wiederum keinen Neubeginn verkörpern. Aber: Alles in allem würden sie, gemessen an den Anforderungen, noch immer mehr hergeben als die beiden derzeitigen Kandidaten.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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