Schallaburg zeigt die wahre Geschichte der “Wikinger!”

Akt.:
Ausstellung räumt mit Klischees der starken Männern aus dem Norden auf
Ausstellung räumt mit Klischees der starken Männern aus dem Norden auf
Um die nicht zuletzt in Historienfilmen und Kinder-TV-Serien verewigten Wikinger, die sich einst vom hohen Norden aus auf Reisen begaben, ranken sich Sagen und Mythen. Die Schallaburg wirft nun in ihrer diesjährigen Sonderausstellung einen zeitgemäßen wissenschaftlichen Blick auf das Leben der skandinavischen Völker im Frühmittelalter. “Wikinger!” läuft bis 8. November.


Mit 500 Exponaten werden auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern archäologische und historische Forschungsergebnisse präsentiert. Die Schau ist in Kooperation mit dem Swedish History Museum Stockholm, MuseumsPartner Innsbruck und dem Lokschuppen Rosenheim entstanden und räumt mit so manchem Klischee auf. Die Bezeichnung “Wikinger” stammt laut Aussendung aus der Zeit der Romantik, in der die mehrheitlich bäuerliche Bevölkerung Skandinaviens von 750 bis 1.100 nach Christus zur Konstruktion nationaler Identitäten herhalten musste.

Auf “viking” zu gehen bedeutete, eine weite Schiffsreise, eine Handelsfahrt oder einen Plünderungszug zu unternehmen. Die Hörner auf den Helmen der Wikinger würden aber auf eine Erfindung von Richard Wagners Oper “Ring des Nibelungen” zurückreichen, denn archäologisch seien sie nie nachgewiesen worden, hieß es. Entgegen einem weiteren Klischee, der brandschatzenden bärtigen Männer, spielte die Familie eine große Rolle im frühmittelalterlichen skandinavischen Dorf. In der Ausstellung wird daher die Situation der Frauen und Mädchen näher beleuchtet.

Keramik-Funde und erhaltene Runenschriften sollen Einblick in das Alltagsleben im Dorf gewähren. Totenkult und Gräber geben Auskunft über Götter und Religionen zu dieser Zeit, in der die Zeichen zunehmender Christianisierung nicht zu übersehen waren. Weitere Themen der Schau sind die Handwerkskunst, speziell das Schmieden oder Weben von Stoffen, Handelsfahrten und Raubzüge sowie dazugehörige wendige und schnelle Schiffe.

Greifbarer wird die Geschichte der Wikinger für Besucher durch die innovative Gestaltung: Schon am Parkplatz werden die Gäste mit Fragestellungen rund um die Ausstellung konfrontiert, bevor sie über einen Landungssteg durch den ersten Schauraum geführt werden. Vertiefende Informationen liefern der 260-seitige Katalog sowie eine eigene App.

(SERVICE – “Wikinger!”, Sonderausstellung auf der Schallaburg, 28.3. bis 8.11., Mo-Fr 9 bis 17 Uhr; Sa, So, Feiertag 9 bis 18 Uhr,)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen