Salzburg betrauerte 0:0 gegen Austria

Nullnummer macht Salzburg unglücklich
Nullnummer macht Salzburg unglücklich - © APA
Viel Aufwand, wenig Ertrag: Red Bull Salzburg hat nach einem gespielten Meisterschaftsviertel nicht nur den Sprung an die Tabellenspitze verpasst, der Meister hat auch mit Ladehemmung zu kämpfen. “Wir haben genug Chancen kreiert, hätten die Tore machen müssen. Austria war ja nur beschäftigt, sich zu verteidigen”, monierte Salzburgs Valon Berisha nach dem 0:0 am Sonntag gegen Austria Wien.

Der sonst so auskunftsfreudige Flügelspieler sprach deshalb von einem “verlorenen Spiel”. “Wir waren heute klar die bessere Mannschaft”, sagte Berisha knapp, bevor er sich verärgert in Richtung Kabine verabschiedete. “Wir müssen wohl oder übel mit dem Punkt leben. Ärgerlich, wenn man bei so vielen Möglichkeiten das Tor nicht macht”, meinte Kapitän Alexander Walke.

Der Torhüter wollte die Situation ob der intensiven englischen Wochen und 120 Minuten im Cup zuletzt aber nicht gänzlich negativ sehen. “Wir müssen genau so weitermachen. Schlimm wäre es, wenn wir nicht zu Chancen kommen würden.” Trainer Marco Rose sah eine “sehr, sehr ordentliche Leistung meiner Mannschaft, die leider nicht belohnt worden ist.”

Nur 8.109 Zuschauer waren zum angekündigten Spitzenspiel gekommen. Rose zeigte dafür Verständnis: “Die Leistungen zuletzt waren nicht zwingend dazu angetan, himmelhochjauchzend zu sein. Aber wir nehmen es, wie es ist. Die Leute, die heute da waren, haben uns hundertprozentig und bis zuletzt unterstützt”, sagte Rose und versprach, das als launisch geltende Salzburger Publikum “mit Begeisterung und Leistung” zurückzuholen.

Dass es diesmal wieder kein Spiel zum Zungenschnalzen wurde, lag auch am tief stehenden Gegner. Thorsten Fink schickte seine Mannschaft nach zuletzt sechs verlorenen Duellen in Folge mit einer Defensivtaktik aufs Feld. “Wir wollten unbedingt diesen einen Punkt haben, so haben wir auch gespielt”, gab Fink zu. Dabei entspräche eine solch destruktive Ausrichtung nicht seiner Philosophie. “Es ist mir richtig schwer gefallen, die Mannschaft so einzustellen”, meinte der Deutsche.

Letztlich heiligte der Erfolg die Mittel. “Salzburg ist eine sehr spielstarke Mannschaft, deshalb mussten wir unser eigenes Spiel umstellen”, sagte Rückkehrer Florian Klein. Der Ex-Teamspieler betonte: “Wir mussten clever spielen. Es war von uns pure Leidenschaft über 90 Minuten.”

Bis zuletzt biss sich der Meister am Abwehrriegel rund um die improvisierte Innenverteidigung Serbest/Kadiri und Tormann Patrick Pentz die Zähne aus. Pentz war für den wegen einer Fußsohlen-Verletzung ausgefallenen Osman Hadzikic eingesprungen und präsentierte sich bei seinem erst zweiten Bundesligaspiel als starker Rückhalt.

“Wir hatten einen hervorragenden Torhüter im Kasten. Er hat ein Riesenspiel gemacht und war heute ein Glücksfall für uns”, lobte Austria-Trainer Thorsten Fink den 20-Jährigen. “Wir hatten einen überragenden Torhüter, für mich ist er der ‘Man of the Match'”, meinte auch Rückkehrer Florian Klein.

Pentz selbst war natürlich mit seiner Leistung zufrieden. “Ich will es aber nicht zu hoch bewerten. Es wäre sicher schön, wenn ich noch mehr spielen könnte.” Bei seinen 71 Ballkontakten zeigte Pentz, der bis 2013 in der Red-Bull-Akademie ausgebildet wurde, auch seine fußballerischen Fähigkeiten. “Fußballballspielen lernt man bei Red Bull Salzburg auch als Tormann”, sagte Pentz. Für seine Vorderleute hatte der Sohn von ÖFB-Tormanntrainer Werner Pentz lobende Worte parat. “Es war eine hoch konzentrierte Defensivleistung. Das war auch notwendig, weil Salzburg fast aus allen Situationen ein Tor machen kann.”

Ganz nebenbei lieferten die Veilchen eine für sie gelungene Generalprobe für das Europa-League-Auswärtsspiel beim griechischen Tabellenführer AEK Athen am Donnerstag ab. “Es war hinsichtlich Athen für mich wichtig zu sehen, dass wir gegen eine Klassemannschaft zu null spielen können”, resümierte Fink. In Athen könnte wieder Pentz das Tor hüten. “Ich freue mich schon auf Donnerstag, da geht es weiter”, meinte dieser.

(APA)

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