Ryan Gosling über “Lost River”: “Ich bin sehr stolz auf den Film”

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Ryan Goslig ist solz auf "Lost River"
Ryan Goslig ist solz auf "Lost River" - © Victoria Will/Invision/AP
Ryan Golsing erntet für sein Regiedebüt “Lost River”, für das er als Kulisse eine zerfallende, verlassene Stad gewählt hat, reichlich Kritik. Im Interview sagt er dennoch, dass er stolz auf seinen ersten Film ist.

In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medienvertretern sprach der Kanadier Gosling in Los Angeles über den Amerikanischen Traum, schlechte Filmkritiken und über seine Erkenntnis, dass Regieführen und Schauspielerei gar nicht so verschieden sind.

Was war der auslösende Funke für “Lost River”?

Nun, ich bin Kanadier, und jeder weiß, dass wir von dort nach Amerika schauen. Die USA sind unser Pin-up-Girl, das man sich in den Spind hängt. Ich hatte eine recht verklärte Vorstellung von Detroit und es hat lange gedauert, bis ich dorthin kam. Erst mit 30 schaffte ich das, und dann war alles sehr anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Es herrscht eine gute, sehr kreative Energie, sodass man dort arbeiten möchte. Auf der anderen Seite sieht man kilometerweit heruntergekommene Viertel, in denen Familien leben, gleich neben ausgebrannten oder eingefallenen Häusern, ohne Strom oder Wasser.

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Kritiker haben sehr verhalten auf den Film reagiert. Was ist Ihnen möglicherweise entgangen?

Ich bin sehr stolz auf den Film. Ich habe diese Kritiken gelesen, und ich fand sie ehrlich gesagt nicht in Ordnung. Es spiegelt eben nur ihre Meinung wieder. Ich bin sehr froh über die vielen digitalen Plattformen, die es uns erlauben, persönliche Nischenfilme zu drehen. Jeder kann nun deinen Film sehen und damit findet man eine breitere Zuschauerschaft. Früher war das viel schwieriger, da musste man ein Programmkino aufsuchen, um solche Filme zu sehen.

Was haben Sie Neues über das Regieführen gelernt?

Es hat eine ganze Menge mit Schauspielerei zu tun. Wirklich wahr! Man muss so tun, als sei alles in Ordnung, obwohl es nur Schwierigkeiten gibt. Als Regisseur muss man ständig Probleme lösen. Sie gehen nie weg. Aber man muss allen etwas vormachen, denn die Crew und die Schauspieler und die Geldgeber verlassen sich darauf, dass du die Probleme löst.

Wie sehen Sie sich als Regisseur?

Als Außenstehender denkt man, es ist so anders. Aber wenn man drinsteckt, ist es dasselbe als wenn ein Sportler nebenbei ein Team trainiert. Es ist dasselbe, ob man nun Regie führt, oder schauspielert oder produziert. Man kann auch einfach nur als Freund einen Filmemacher und sein Projekt unterstützen.

Wie war das für Sie, Ihrer Lebensgefährtin Eva Mendes Regieanweisungen zu geben?

Bei jedem, den ich angestellt habe, spielte Vertrauen eine große Rolle. Ich wusste, dass sie sich selbst in ihre Rolle total einbringen. Mir ging es also nicht darum, jemandem Regieanweisungen zu geben. Das ist deine wichtigste Entscheidung als Regisseur, wer spielt in deinem Film mit und wer gehört zur Crew? Von anderen Regisseuren habe ich gelernt, dass man die Leute dann einfach machen lässt und dass man ihnen vertraut.

(Das Gespräch führte u.a. Valerie Hamilton/dpa/APA)

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