Russland stoppte offenbar Assads Chemiewaffen-Plan

Von Verein Jahrgang 1937 Weiler
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Es ist offenbar russischem Druck zu verdanken, dass Syriens Präsident Bashar al-Assad Pläne zum Einsatz von Chemiewaffen gegen die Rebellen aufgegeben hat. “Vor zwei Wochen wurde darüber gesprochen, dass sie sie benutzen”, sagt ein westlicher Diplomat in der Region. Aber da habe die Regierung in Moskau “sich ihn geschnappt und ihm gesagt: ‘Denk nicht einmal daran’”.

Assad sei wohl generell zu einem Angriff mit Massenvernichtungswaffen bereit, sagt der Diplomat zu Berichten, der Präsident habe den Einsatz von Sarin-Gas gegen die Aufständischen geplant. “Wir gehen alle davon aus, dass er dazu fähig ist und es tun würde, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht.” Russland und die USA ziehen demnach trotz ihrer Differenzen im Syrien-Konflikt als Ganzes bei der Frage der Chemiewaffen an einem Strang.

Syrien gestand Besitz von Massenvernichtungswaffen ein

Syrien hatte Anfang der Woche überraschend und entgegen früheren Angaben den Besitz von biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen eingeräumt. Experten sehen darin einen Versuch, internationale Sorgen über die Arsenale auszuräumen – Sorgen, die zu einer Intervention des Auslands führen könnten. “Bei diesem Thema lief es nicht gut für sie”, sagt Analyst Salman al-Shaich von Brookings über die syrische Regierung. Bei den Chemiewaffen drohten Syrien schwerwiegende Konsequenzen und zwar “nicht das Zeug, das wir bisher von der Staatengemeinschaft gesehen haben”. Entsprechend habe das Eingeständnis wohl beschwichtigen sollen. Auch der westliche Diplomat macht russischen Druck dafür verantwortlich.

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Waffen könnten in Hände von Al-Kaida gelangen

Israel, die USA und andere westliche Staaten diskutieren nach Angaben aus Diplomatenkreisen über das Vorgehen, sollten radikale Islamisten an die Kampfstoffe gelangen. Dabei könnte es sich um sunnitische Kämpfer der Al-Kaida oder pro-iranische Schiiten der Hisbollah im Libanon handeln. Einige westliche Geheimdienstvertreter haben angedeutet, dass sich Einheiten der Hisbollah und der iranischen Revolutionsgarden in Syrien aufhalten, um gegen die Rebellen zu kämpfen. Sollte die Regierung dort zusammenbrechen, könnten sie an Chemiewaffen gelangen. Der Leiter des Carnegie Zentrums in Moskau, Dmitri Trenin, geht davon aus, dass auch Russland und die USA zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Waffen zu gewährleisten. “Natürlich will niemand, dass Chemiewaffen eingesetzt werden, geschweige denn in die Hände von Terroristen gelangen.”



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