Russland rettete Fortführung der Atomgespräche

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Im Atomstreit mit dem Iran ist die Europäische Union zu einer Verlängerung der aktuellen Verhandlungsrunde in Moskau bereit. In letzter Sekunde konnte auf Drängen der Russen eine Einigung über die Fortführung der Gespräche erzielt werden.


Es sei möglich, dass die Verhandlungen bis Mittwoch fortgeführt würden, sagte der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton heute, Montag, Abend nach Angaben russischer Agenturen in Moskau.

Zuvor hatten die Gespräche nach Angaben aus Delegationskreisen kurz vor dem Abbruch gestanden, weil beide Seiten auf ihren Positionen beharrten. Die von Ashton und Irans Chefunterhändler Saeed Jalili geführten Verhandlungen sollen am Dienstag planmäßig weitergehen.

Ein europäischer Diplomat, der nicht beim Namen genannt werden wollte, bremste aber allzugroße Erwartungen. “Es riecht nach Krieg”, verriet er am Montagnachmittag die Stimmung bei den Verhandlungen.

“Ich will den Teufel ja nicht an die Wand malen, aber glauben Sie mir, dass es noch sehr große Erwartungshaltungen im Konflikt gibt, die die jeweils andere Seite nicht bereit ist zu erfüllen. Ich habe lediglich den Eindruck, dass Moskau unentwegt Krisenfeuerwehr spielt, um einen ergebnislosen Abbruch der Gespräche um jeden Preis zu verhindern”, so der Diplomat im Gespräch mit der APA.

Das beschlossene Öl-Embargo werde wie geplant am 1. Juli in Kraft treten, kündigte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Montag an und verstimmte damit die iranische Seite. Der Iran will ein Ende der westlichen Wirtschaftssanktionen und eine Rücknahme des von der EU angekündigten Ölembargos, der Westen wiederum einen uneingeschränkten Zugang zu der mysteriösen Militäranlage Parchin und die Reduktion der Urananreicherung auf fünf Prozent. Keiner will jedoch den ersten Schritt machen.

Ein Scheitern würde wohl nicht nur das Ende der diplomatischen Bemühungen bedeuten, sondern auch den Beginn militärischer Optionen. Die Regierung in Israel, die das iranische Atomprogramm als ernsthafte Bedrohung einstuft, ist gegen Verhandlungen und hat Militärschläge gegen iranische Atomanlagen wiederholt in Erwägung gezogen.

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