Rudolfsheim-Fünfhaus: Wiens lebhafter Bezirk der Extreme

Von Jennifer Schindl
Eindrücke aus Rudolfsheim-Fünfhaus.
Eindrücke aus Rudolfsheim-Fünfhaus. - © Schaub-Walzer/APA-Sujet
Der 15. Wiener Gemeindebezirk ist vor allem bekannt für den Westbahnhof und die Stadthalle – auf sehr viel kulturreichere Lokalitäten wird häufig vergessen. Zudem ist Rudolfsheim-Fünfhaus ein Bezirk der Extreme. Erfahren Sie mehr dazu im folgenden Artikel.

Aufgrund seiner hohen Bevölkerungsdichte, der geringen Größe und wenigen Grünflächen, ähnelt der 15. Bezirk stark den Wiener Innenbezirken. Tatsächlich ist Rudolfsheim-Fünfhaus der kleinste Bezirk außerhalb des Gürtels und wird von seinen Bewohnern besonders wegen der Nähe zur Innenstadt geschätzt.

Der 15. Bezirk: Eine Geschichtsminute

Rudolfsheim-Fünfhaus entstand aus den eigenständigen Gemeinden Rudolfsheim, Fünfhaus und Sechshaus. Trotz vermeindlich offensichtlichem Namensangebot, stand die heutige Bezeichnung des Bezirks erst 1957 fest. Vertreten wird der Bereich seit 1946 von der SPÖ. Seit 2008 ist Gerhard Zatlokal hier Bezirksvorsteher.

Sehenswerte Geschäftigkeit von der Stadthalle bis zum Meiselmarkt

Neben Altbekanntem, wie dem Westbahnhof und diversen Museen, gibt es im 15. Wiener Gemeindebezirk auch einige Besonderheiten zu sehen: Das größte Veranstaltungszentrum Österreichs, die Wiener Stadthalle, dürfte seit der Austragung des Eurovision Songcontests 2015 wohl beinahe der ganzen Welt geläufig sein. Weniger vertraut ist womöglich die Kirche Maria vom Siege, ein architektonisches Meisterwerk des Hernals-stämmigen Friedrich von Schmidt – hier lohnt sich auf jeden Fall auch ein Blick ins Innere.

Der Großteil der wenigen Grünflächen in Rudolfsheim-Fünfhaus befinden sich auf der Schmelz. Wer eher auf der Suche nach Rummel ist, der sollte nach Einkaufsmöglichkeiten Ausschau halten: Neben der Lugner City gibt es im 15. Bezirk auch den kulinarisch und baulich sehr viel interessanteren Meiselmarkt. Entstanden ist der Markt nämlich aus einem ehemaligen Wasserbehälter der Wiener Wasserversorgung. Er wurde damit zum einzigen Wiener Hallen-Marktplatz. Ein Blick lohnt sich auch auf die Alte Schieberkammer, ein historisches Gebäude, das heute als Veranstaltungszentrum dient.

Weg von Sport, hin zu Sagen: Wissenswertes

Der Sportklub Rapid Wien war ursprünglich im 15. Wiener Gemeindebezirk beheimatet. Erst 1912 übersiedelte dieser auf die Pfarrwiese nach Hütteldorf in Wien-Penzing.

Sagen-Liebhaber werden sich im Nibelungenviertel wohl fühlen. Die Straßen dieses Stadtteils tragen tatsächlich hauptsächlich Namen von Figuren des Nibelungenliedes, wie beispielsweise der Kriemhildplatz, die Markgraf-Rüdiger-Straße oder die Hagengasse.

Extremes Rudolfsheim-Fünfhaus

  • Mit einem Durchschnittsalter von 38,6 Jahren ist Rudolfsheim-Fünfhaus der jüngste Bezirk Wiens
  • Seine Bewohner verdienen im Wien-Vergleich am wenigsten; der geschlechtsspezifische Lohnunterschied ist hier jedoch am geringsten
  • Durchschnittliche 61 Quadratmeter machen den 15. Bezirk zum Schlusslicht beim Wiener Wohnungsgrößen-Vergleich
  • In diesem Bezirk sind die geringsten Autos pro Kopf gemeldet – trotzdem ist rund ein Drittel der Fläche ausschließlich dem Verkehr gewidmet

Politische Ausrichtung

Bezirksvorsteher: Gerhard Zatlokal (SPÖ)
Wohnbevölkerung (1.1.2014): 74.791
Durchschnittsalter (1.1.2014): 38,6 Jahre
Ausländeranteil (1.1.2014): 36,9%
Wahlberechtigte Gemeinderatswahl 2010: 40.529

Zahlen-Quelle: “Das kleine 1×23 der Wiener Bezirke”

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