Rohrbombenfund: Zwei Männer am Donnerstag vor Gericht

Rohrbombenfund: Zwei Männer am Donnerstag vor Gericht
Zwei mutmaßliche „Bombenbastler“ müssen sich am Donnerstag am Landesgericht Korneuburg in Niederösterreich verantworten. Die Wiener – 22 und 23 Jahre alt – sollen im Dezember des Vorjahres eine voll funktionsfähige Rohrbombe in Leopoldsdorf (Bezirk Wien-Umgebung) abgelegt haben.

Bereits davor dürften die Männer in der Gemeinde einen Sprengsatz zur Explosion gebracht haben, dabei wurde ein Pkw beschädigt, so die Angaben des Landesgerichts Korneuburg.

Die im Dezember gefundene Rohrbombe hätte eigentlich auf einem Feld mittels Fernzündung detonieren sollen. Das rund 25 Zentimeter lange Metallrohr, aus dem Drähte ragten, war mit Elektronikteilen verbunden. Nach damaligen Angaben der Polizei scheiterte das Vorhaben der Wiener aber auf Grund einer falsch montierten Antenne. Die Beschuldigten begaben sich in der Folge zu einer Straße. Weil es schon dunkel war, hätten sie das Licht der Straßenlaterne nutzen wollen, um den Sprengsatz zu reparieren. In diesem Moment sei aber ein Mann aus einem Haus gekommen, die Wiener hätten die Flucht ergriffen und die Vorrichtung zurückgelassen. Sie wurde wenig später von Experten entschärft.

Nach dem Rohrbombenfund rückten die beiden im Zuge von Pkw-Kontrollen ins Visier der Fahnder. Jener Mann, der den Sprengsatz gefunden hatte, sah die Wiener mit dem Auto davonfahren. Anhand seiner Beschreibungen wurden mehrere Fahrzeuge überprüft, in Wien-Favoriten wurden die Ermittler fündig. Auch seien DNA-Spuren sowie Fragmente von Fingerabdrücken auf dem Sprengsatz gefunden worden.

Laut Polizeiangaben vom Dezember zeigten sich die beiden Wiener geständig. Sie hätten „großes Interesse“ an Sprengmitteln und ihrer Wirkung gehabt, meinte Rudolf Slamanig, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Personen hätten durch eine Detonation nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollen. Es sei den Männern aber bekannt gewesen, dass dies womöglich passieren hätte können, schilderte Slamanig damals die Erkenntnisse nach der Einvernahme der beiden Wiener.

Vor der Idee, eine Bombe mittels Fernzündung hochgehen zu lassen, dürften die Männer einen erfolgreichen Versuch unternommen haben. Sie sollen in der Gemeinde einen Sprengsatz zur Detonation gebracht haben. Dadurch sei ein Auto beschädigt worden. Ein weitere Bombe hätte auf freiem Feld explodieren sollen, dazu kam es aber nicht.

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