Rohkost-Trend in Wien: Immunsystem durch gesunde rohe Küche stärken

Von Amina Beganovic
Rohkost ist nicht nur gesund, es sorgt auch für mehr Abwechslung im Speiseplan.
Rohkost ist nicht nur gesund, es sorgt auch für mehr Abwechslung im Speiseplan. - © Jochen Russmann
Unter dem Begriff “Rohkost” stellt man sich oft nur geschnibbeltes Gemüse vor. Doch “raw” kann viel mehr, unter anderem die Kraft des Immunsystems in der kalten Jahreszeit massiv stärken. Hier erfahren Sie mehr über die Vielfalt der rohen Küche – inklusive toller Rezepte!

Zugegeben, “rohe Küche” klingt im ersten Moment nicht sonderlich appetitlich. Doch wie bei den meisten Dingen gilt es, sich einfach mal mehr damit zu befassen – denn Rohkost kann weit mehr als nur geschnittene Karotten und Gurkerln.

Ernährungssoziologin und Rohgenuss-Pionierin Michaela Russmann hat es sich zum Ziel gesetzt, den Menschen die Bandbreite der Rohkost näher zu bringen. Neben Workshops, Kochbüchern und DVDs betreibts sie nahe dem Wiener Schwedenplatz seit 2011 auch die Biowerkstatt, wo sie regionale Produkte anbietet täglich und frisch aufkocht – alles Bio, natürlich.

Rohkost: “Maß und Ziel” für die Gesundheit

Was sind denn nun die Grundpfeiler der rohen Küche? Zuallererst: Es geht nicht darum, die Ernährung von heute auf morgen komplett umzustellen oder brachial mit der “Vegan-Keule” zu schwingen. Alte Ernährungsmuster aufzubrechen und gesündere, neue Alternativen zu finden, die dem Körper guttun, sind stattdessen das Credo. “Jede Veränderung dauert, nicht nur bei der Ernährung. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, speziell in Österreich, da wir eine stark verwurzelte heimische Esskultur haben. Das Frühstück ist am liebsten ein klassisches Wiener Frühstück mit Butter, Schinken und Co. … und beim Kochen gehen vielen rasch die Ideen aus, wenn kein Fleisch dabei ist,” erklärt Jamie-Oliver-Botschafterin Russmann.

Langsam anfangen und ab und zu Rohkost in den Speiseplan einbauen – “und wenn es nur 10-20 Prozent sind” – kann schon vieles bewirken. Insbesondere in der kalten Grippe-Jahreszeit: Werden die Tage kälter, kürzer und nasser, kündigen sich flott Schnupfen, Bronchitis und Co. an. Um diese Infektionen wieder loszuwerden, greifen geplagte Gripplinge oft schnell zu Mitteln aus der guten, alten Haus-Apotheke: würziger Hühnersuppe, heißer Limonade oder einem erhitzen Ingwer-Shot. Dabei lassen sich Verkühlungen auch mit rohköstlicher Immunpower kurieren oder gleich ganz vermeiden.

Wie funktioniert das mit dem “raw cooking?”

Wie viele andere Foodtrends kommt auch dieser aus dem sonnigen Kailfornien, viele Hollywood-Stars (und nein, nicht nur Gwyneth Paltrow) schwören schon lange auf den rohen Genuss. Das muss zwar nicht immer ein gutes Zeichen sein – aber alle wichtigen Nährstoffe in Nahrungsmitteln zu bewahren ist ja eigentlich keine dumme Sache.

Wie funktioniert das Ganze? Die Temperaturgrenze bei der Verarbeitung von Rohkost liegt unter 42 Grad Celcius. Darüber setzen bei Lebensmitteln Vorgänge ein, die das Produkt verändern, wesentliche Inhaltsstoffe gehen verloren. “Bei Rohkost bleiben die natürlichen Bestandteile erhalten, besonders Vitamine und Enzyme. Der Organismus wird weniger belastet, Völlegefühl und Müdigkeit nach dem Essen bleiben aus, denn Rohkost ist reich an Ballaststoffen und positiv für die Verdauung,” so Russmann, die sich seit zehn Jahren mit dem Thema beschäftigt.

Gerade aufgrund der vielen starken Nährstoffe macht die rohe Küche auch satt. “Sport zu machen ist kein Problem! Beispielsweise Bananen und Avocados liefern dafür ausreichend Power”, so Russmann. Der Grundfehler vieler in der Ernährung nämlich laut Russmann: Wir essen oft mehr, als notwendig wäre. “Der Mensch braucht nicht so viel Essen, wie wir glauben. Die Rohkosternährung beinhaltet genug Kohlehydrate und Fette, die Energie spenden. Die gute Mischung macht’s! Wenn ich nur Obst esse, werde ich schnell Mangelerscheinungen bekommen.”

Immunsystem stärken: Leckere “raw”-Rezepte

Warum also nicht einfach mal ausprobieren? Hier finden Sie einige leckere Rezeptideen von “Raw”-Profi Michaela Russmann, die einfach gelingen und unseren Abwehrkräften auf die Sprünge helfen:

Bunt gefüllte Spitzpaprika (aus ROHGENUSS  -Die vier Jahreszeiten)
Für 4 Paprikaschoten

Gefu¦êllte-Spitzpaprika

4 rote Spitzpaprika (oder eine Farbe je nach Belieben)
100
g Babyspinat
2 Avocados
2 Knoblauchzehen
10 Blätter Minze
1 Tomate
2 EL Pinienkerne
1 gelber Paprika
Salz

Für die Fülle den Spinat und die Minzblätter klein hacken. Die Avocados entkernen, schälen und mit einer Gabel fein zerdrücken. Knoblauch schälen undpressen. Die Tomate und den Paprika fein würfeln. Alle bearbeiteten Zutaten mit den Pinienkernen zu einer Fülle zusammenmischen und salzen. Die grüne Fülle in die Spitzpaprika füllen und die Kappe wieder darauf setzen.

Rohgenusskunde: Minze wächst wild oder in Gärten. Das Ursprungsland ist Ostasien, von da aus wurde sie zuerst in Europa und inzwischen in der ganzen Welt angepflanzt.

Cremiges Gemüsecurry (aus ROHGENUSS  – Die vier Jahreszeiten)
Für eine Pfanne für Zwei

Gemu¦êsecurry

250 g Champignons
1 kleine Karotte
1 kleine rote Zwiebel
3 frische Tomaten
2 rote Paprika

Für die Sauce
3 Tomaten
40 g Cashewkerne
40 g frische Kokosnuss
1 cm frischer Ingwer
1 Schuss Öl
1 Dattel
6 getrocknete Tomaten
2 Knoblauchzehen
1/2 TL Curry
Salz
50 g Sojasprossen
2 EL Erdnüsse
Etwas Feldsalat
Ein paar Kokosstreifen

Alle Zutaten für die Sauce fein pürieren und würzig mit Salz und Curry abschmecken. Die Pilze, Karotten, Zwiebel, Tomaten und Paprika sehr fein würfeln. Das kleingeschnittene Gemüse mit der Sauce vermengen, 20 Minuten ziehen lassen. Das Curry auf einem Bett von Feldsalat anrichten und mit Sojasprossen, Erdnüssen und Kokosstreifen dekorieren.

Rohgenusskunde: Botanisch gesehen sind “Paprikaschoten” keine Schoten, sondern Beeren. Es gibt Paprika in vielen verschiedenen Farben und Formen. Ursprünglich stammt die Paprika aus Süd-und Mittelamerika.

Rote Rüben Kokoscremesuppe (aus ROHGENUSS  – Die vier Jahreszeiten)
Für 2 exotische Suppen

RoteRu¦êbeKokoscremesuppe

300 g rote Rüben
300 ml Kokosmus
500 ml Wasser
1 Suppenwürfel
1/2 TL Garam Masala (oder Curry)

Die rote Rübe schälen und in grobe Würfel schneiden. Rote Rübe mit allen
restlichen Zutaten zu einer fein cremigen Suppe pürieren und nochmals
abschmecken.

Chili-Smoothie (aus ROHGENUSS – Jeder Tag ein Fest)
Stärkung der Abwehrkräfte, für 2 Gläser

Chilismoothie

1 große MSP frische oder getrocknete Chilischote
100 g Kaki
1 Stk. Orange
100 g Mango
½ TL Kurkuma
1 cm frischer Ingwer
50 ml Wasser

Orange abschälen, Kaki grob schneiden und Ingwer schälen. Das gesamte Obst mit den restlichen Zutaten zu einem cremigen Smoothie mixen. Tipp: Wenn man Schärfe nicht gut verträgt, entweder die Chili weglassen oder nur eine Prise nehmen.

Scharfer Gurkensalat mit Mango & Ananas (aus ROHGENUSS – Jeder Tag ein Fest)
Exotische Salatvariation, für 2 Süß-Sauer Liebhaber

Scharfer-GUrkensalat

 

200 g Gurke
200 g Mango
150 g Ananas
Chiliflocken nach Geschmack
Olivenöl
Saft einer halben Limette
Kräutersalz

Das geschälte Obst zu kleinen Würfeln schneiden. Die Gurke ebenso würfeln. Obst und Gemüse zusammen mischen und mit Limettensaft, Olivenöl, Kräutersalz und Chiliflocken nach Schärfebedarf abschmecken.

Grüner Morgensaft (aus ROHGENUSS – Jeder Tag ein Fest)
Voller Energie in den Tag, für 2 Gläser

Guten-Morgensaft

1 Gurke
eine Handvoll Weintrauben
1 Apfel
eine Handvoll frischer Spinat

Gurke, Apfel und Weintrauben mit der Saftpresse entsaften. Den Saft im Anschluss mit dem frischen Spinat pürieren und sofort servieren.

Bilder: Jochen Russmann

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