“Rogue One”: “Star Wars” kommt im Krieg an

Von Matthias Rauch (VOL.AT)
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“Rogue One”: “Star Wars” kommt im Krieg an
Zwischen Star Wars VII “Erwachen der Macht” und Star Wars VIII ist bei Disney Platz genug für einen Spin-off: “Rogue One”. Die Besetzung und Optik erfüllt jede Erwartungen, mutig ist der Film jedoch nicht.

Nach dem Kauf von Lucasfilm durch Disney war bald eines klar: Das Weihnachtsgeschäft an der Kinokasse der nächsten Jahre gehört Star Wars. Zu groß ist die Marke, zu groß die Fangemeinschaft, als dass es an den Filmen ein Vorbeikommen gäbe. Und Disney gibt sich alle Mühe, möglichst viel aus den investierten vier Milliarden Dollar zu holen. Nicht zuletzt damit lässt sich auf dem ersten Blick die Existenz von “Rogue One” erklären.

Abseits der Star-Wars-Saga

“Rogue One” erzählt die Vorgeschichte des ersten aller Star-Wars-Filme, Episode IV. Spoilerwarnungen sind damit an sich obsolet für jeden, der die Filmreihe kennt. Es ist die Geschichte von Jyn Erso (gespielt von Felicity Jones) , die mit ihrer bunt zusammengewürfelten Truppe die Pläne des Todesstern stiehlt – und damit den Grund für Darth Vaders Angriff auf Prinzessin Leia liefert. Abgesehen davon ist es kein regulärer Film der Saga. Dies verrät schon der (beinahe vollständige) Verzicht auf das klassische Intro. Und auch sonst hebt sich “Rogue One” klar von der eigentlichen Saga ab.

Optisch überzeugender Kriegsfilm

Stattdessen liefert Disney einen optisch mehr als überzeugenden düsteren Kriegsfilm, angesiedelt im Star-Wars-Universum. Selbst der sonst in der Filmreihe für Komikeinlagen zuständige Druide, in diesem Fall K-2SO, ist im Verhältnis zu BB-8, C-3PO und R2-D2 weniger humorvoll. Noch nie war der “Krieg der Sterne” so sichtbar divers besetzt und Führungsrollen der Rebellen so dominant in weiblicher Hand. Gleichzeitig ist das Imperium von erdrückender Präsenz. Der von Ben Mendelsohn gespielte Offizier Orson Krennic überzeugt wie wohl nur Großmoff Tarkin vor ihm. Und die militärische Macht des Imperiums war selten so greifbar.

Computereffekte und ihre Grenzen

Apropos Tarkin, hier darf man sich ebenfalls auf ein Wiedersehen freuen. Da der ihn darstellende Peter Cushing bereits 1994 verstorben ist, zeigen hier die CGI ihre derzeitigen Möglichkeiten, aber auch Grenzen auf. Doch auch trotz der omnipräsenten Computeranimationen ist “Rogue One” erfrischend schmutzig und atmosphärisch. Ebenso können eingefleischte Fans Anspielungen und Hinweise auf “The Clone Wars” und “Star Wars Rebells” finden.

Im Sternenkrieg wenig Neues

Bei der Geschichte geht Disney aber weiterhin ausgetretene Wege. Der Protagonist wird durch den Lauf der Geschichte auf einem Wüstenplaneten und unter Führung eines Mentors in die weite Welt geworfen und durch seine herausragenden Fähigkeiten und Mut zum Helden. So begann jede der drei Trilogien der Star-Wars-Reihe und so auch “Rogue One”. Zu viele Charaktere haben zu wenig Zeit, sich zu profilieren.

Star Wars abseits des Laserschwerts

Insgesamt wagt sich der Film zu wenig, aus dem Schatten der großen Serie hervorzutreten. Hier hätte man sich mehr trauen dürfen, gerade da es sich “nur” um einen Spin-Off handelt. Ganz ohne Laserschwert kommt auch dieser Film nicht aus. Die bisher gefühlte Omnipräsenz der Jedi und Sith wird aber stark zurückgedrängt, der Sternenkrieg kommt beim einfachen Menschen an. Endlich.

 

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