Restplatzbörse für Heim-WM – Russen motiviert nach Innsbruck

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Kampf um letzte Plätze im russischen WM-Teamkader
Kampf um letzte Plätze im russischen WM-Teamkader - © APA (AFP)
Für Russlands Fußball-Teamspieler bietet das Testspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) in Innsbruck gegen Österreich die letzte Gelegenheit, sich für die Heim-WM zu empfehlen. Bis 4. Juni muss Stanislaw Tschertschessow seinen endgültigen Kader beisammen haben. Ganz große Namen fehlen im 28-köpfigen Aufgebot, mit dem sich der frühere Tirol-Trainer derzeit in Neustift im Stubaital vorbereitet.

Stürmer Fjodor Smolow könnte die WM als Sprungbrett in eine europäische Topliga nutzen. Der 28-Jährige vom FK Krasnodar war in der abgelaufenen Saison nicht nur zweitbester Torschütze der Liga, er erzielte in den jüngsten Tests gegen die Weltklasse-Gegner Argentinien (0:1), Spanien (3:3), Brasilien (0:3) und Frankreich (1:3) auch drei von vier russischen Treffern. Weitere Hoffnungsträger sind die Zwillinge Alexei und Anton Mirantschuk von Meister Lok Moskau.

Fünf Akteure muss Tschertschessow noch aus seinem WM-Kader streichen. Ein kleines Fragezeichen steht etwa hinter der Fitness von Stürmer Artjom Dsjuba. Wegen verschiedener Erkrankungen hat der 1,96-Meter-Mann seit 2016 kein Länderspiel mehr bestritten, gegen Österreich könnte er einem Test unterzogen werden. Ob Russland mit einem oder zwei Angreifern beginnt, ist offen. “Wir müssen mit hoher Geschwindigkeit spielen”, meinte Dsjuba.

Seit 2016 hat Tschertschessow in der Defensive fast durchgehend auf eine Dreierkette gesetzt. Im Training in Neustift wurde aber auch mit einer Viererkette experimentiert, um – ähnlich wie das ÖFB-Team – unberechenbarer zu werden. “Wir erarbeiten Pläne mit zwei und drei Innenverteidigern”, erklärte Roman Neustädter. Der langjährige deutsche Bundesliga-Abwehrspieler, türkischer Vizemeister mit Fenerbahce Istanbul, hatte 2016 die russische Staatsbürgerschaft angenommen.

Neustädter ist einer von nur drei Legionären im vorläufigen WM-Kader. Die weiteren, Ersatztorhüter Wladimir Gabulow von Club Brügge und Villarreal-Offensivmann Denis Tscheryschew, haben ihren Platz im endgültigen Aufgebot noch nicht einmal sicher. “Jeder, der zur WM fährt, hat es sich verdient”, meinte Tscheryschew. Der bei Real Madrid ausgebildete Flügelspieler hofft, sich in Innsbruck noch einmal präsentieren zu dürfen.

Mit Alexander Kokorin fällt eine Fixgröße im Sturm für die WM aus. Auch die Abwehrspieler Giorgi Jikia und Viktor Vasin verpassen das Heimturnier wegen Kreuzbandrissen. Gegen Österreich ist nur Alexander Jerochin (Zenit St. Petersburg) fraglich, der nach einer leichten Fußverletzung am Sonntag nicht mit dem Team trainierte.

Im Mittelfeld ist Russland mit Spielmacher Alan Dsagojew, Alexander Golowin (beide ZSKA Moskau) und den Mirantschuk-Zwillingen aber ohnehin gut besetzt. Auf der linken Außenbahn kommt Routinier Juri Schirkow (Zenit) dazu, als Kapitän und Leithammel fungiert Torhüter Igor Akinfejew. Im Stadion seines Clubs ZSKA Moskau geht am 5. Juni die WM-Generalprobe gegen die Türkei über die Bühne – dann bereits mit den endgültigen 23 Mann.

Im Trainingslager im Stubaital, auf mehr als 1.000 m Seehöhe, wurde auch viel im körperlichen Bereich gearbeitet. “Es geht darum, ein Fundament zu legen”, sagte Dsjuba. Besuch erhielt Russlands Team am Samstag in Neustift auch von Doping-Kontrolloren. Laut Angaben des russischen Verbandes (RFS) wurde die gesamte Mannschaft getestet. Russland steht unter besonderer Beobachtung. Infolge der Affäre um mutmaßlich staatlich gelenktes Doping sollen auch auffällige Proben von Fußballern aufgetaucht sein.

(APA)

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