Reiseverkehr: Ausländernächtigungen in Wien haben sich verdreifacht

Die Ausländernächtigungen in Wien haben sich verdreifacht.
Die Ausländernächtigungen in Wien haben sich verdreifacht. - © apa (Sujet)
Mit knapp 100 Millionen Ausländernächtigungen konnte der österreichische Reiseverkehr 2015 die besten Zahlen seit 20 Jahren verzeichnen. In der Tourismusbilanz ergab das neue Rekorde. In den einzelnen Bundesländern verlief der Reiseverkehrserfolg in den vergangenen 40 Jahren sehr unterschiedlich: In Wien explodierten die Zahlen – Kärnten hingehen büßte ein.

Wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch zur Vorlage der Leistungsbilanzzahlen berichtete, hat Wien nicht nur 2015 besonders stark abgeschnitten. Binnen 40 Jahren wurden in den Hotels und Herbergen der Bundeshauptstadt die Ausländernächtigungen auf 11,7 Millionen fast verdreifacht.

Ausländernächtigungen in Kärnten halbierten sich

In Kärnten, das vor 40 Jahren fast 14 Millionen Ausländernächtigungen gezählt hatte, haben sich diese in der selben Zeit fast halbiert. Kärnten war auch im Jahr 2015 das einzige österreichische Bundesland mit weiter rückläufigen Nächtigungszahlen.

Der Tourismus war einmal mehr eine tragende Säule der Leistungsbilanz. Mit fast 27 Mio. Ankünften ausländischer Gäste gab es 2015 den sechsten Rekord in Folge. Während die Russen weiter ausbleiben, sind die Chinesen aufgerückt: Eine Million Urlauber aus China übernachteten 2015 in Österreich, 40 Prozent mehr als 2014.

Reiseverkehrsbilanzen im Vergleich

Als dominierende “historische Konstante” in der Tourismusbilanz gelten für den OeNB-Chefstatistiker Johannes Turner die Deutschen. Ihr Einfluss ist mit insgesamt stark steigenden Urlauberzahlen zwar von einst 70 auf etwa 50 Prozent zurückgegangen, geringfügig auch 2015. Trotzdem gab es mit rund 600.000 mehr Nächtigungsgästen als 2014 in absoluten Zahlen den höchsten Zuwachs. Die Deutschen stehen für die Hälfte der heimischen Reiseverkehreinnahmen.

Der Reiseverkehr machte im abgelaufenen Jahr rund 70 Prozent des gesamten Dienstleistungsüberschusses aus. Steigende Einnahmen bei stagnierenden Ausgaben der Österreicher im Ausland ließen den Reiseverkehrs-Jahresüberschuss auf 8,4 Mrd. Euro steigen. Das war um eine Milliarde mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013.

Plus beim BIP

Insgesamt hat die österreichische Volkswirtschaft nach vorläufigen Zahlen den Leistungsbilanzüberschuss von 6,4 mit 8,6 Mrd. Euro gesteigert, das waren 2,6 Prozent (Vorjahr: 1,9 Prozent) des BIP. Für die Exporteure vor allem war das Umfeld schwer. Wichtige Märkte wie Russland brachen ein, auch in China läuft es schwächer als jahrelang gewohnt. Trotzdem gab es ein Plus in der Handelsbilanz. Die Güterbilanz schloss mit einem Plus von fast 3 Mrd. Euro. Die Güter- und Dienstleistungsexporte wuchsen um 3,3 Prozent. Geholfen haben sollte im Außenhandel weniger der schwache Euro als der niedrige Ölpreis. Rund ein Drittel der Exporte und Importe finden mit Deutschland statt.

Das Rückgrat des heimischen Exports ist traditionell die Maschinen-und Fahrzeugindustrie, die mit einem Ausfuhrplus von rund 4 Prozent die Entwicklung auch 2015 maßgeblich bestimmte, so die OeNB.

Wermutstropfen ist weiterhin, dass die Auslandsinvestitionen in Österreich zu wünschen übrig lassen. Österreich habe vermehrt Probleme, ausländisches Kapital anzuziehen, so die OeNB. Vom Bestand werde nichts abgezogen, Gewinne blieben auch im Lande, aber neue Aktivitäten fänden kaum statt. Laut OeNB-Direktor Andreas Ittner wäre es wichtig, in den internationalen Wertschöpfungsketten erfolgreich zu bleiben. “Damit ist nicht gesagt, dass es wichtig ist, dass ausländische Firmen Österreicher aufkaufen, sondern dass sie in Österreich investieren.”

(apa/red)

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