Regression – Trailer und Kritik zum Film

Regression – Trailer und Kritik zum Film
Ein ödes Kaff in Minnesota Anfang der 90er-Jahre. Aus dem Auto beobachtet ein Mann die Straße und das gegenüberliegende Polizeirevier. “Bitte Gott, hilf mir”, sagt er mit zitternder Stimme und zeigt aus dem Wagen.

Er zieht sich seine Mütze tief ins Gesicht. Es regnet in Strömen. Er geht auf eine Polizeiwache zu. Die Kamera zeigt, was er sieht. Er atmet schwer. Er ist nervös.

Regression – Die Geschichte

Alejandro Amenabars Psychothriller “Regression”, der am 2. Oktober in den österreichischen Kinos anläuft, beginnt gleich mit Hochspannung. Der Mann, John (David Dencik), ist ein junger Witwer mit zwei erwachsenen Kindern und Alkoholproblemen. Er wurde zum Verhör vorgeladen. Seine 17-jährige Tochter Angela (Emma Watson), die bereits Zuflucht in einer Kirche gesucht hat, beschuldigt ihren Vater, sie gemeinsam mit anderen Männern sexuell missbraucht zu haben. Freimütig, aber fassungslos gesteht ihr Vater das Verbrechen ein. “Angela lügt nie”, sagt er aus freien Stücken. Die Sache könnte schnell zu den Akten gelegt werden. Das Problem: John kann sich an nichts mehr erinnern. Der Ermittler Bruce Kenner (Ethan Hawke) zieht den renommierten Psychologen Kenneth Raines (David Thewlis) hinzu. Gemeinsam wollen sie bei John die heute umstrittene Regressionstherapie anwenden, um seine Erinnerungen wachzurufen.

Die Hypnosetechnik bringt jedoch Sachen zutage, die weit über eine normale Vergewaltigung hinausgehen. Angela, und womöglich auch ihr längst in der Großstadt lebende Bruder, scheinen nicht nur Opfer ihres Vaters, sondern einer ganzen satanistischen Sekte geworden zu sein. Je weiter Kenner ermittelt, desto mehr scheint es, als sei von den eigenen Polizei-Kollegen bis hin zur Großmutter Angelas fast jeder im Ort in den Fall verwickelt. Kenner, ein eigentlich erfahrener, mit allen Wassern gewaschener Cop, stößt in dem Fall langsam an seine eigenen Grenzen. Es wird immer schwieriger, zwischen Wahrheit und Wahn zu unterscheiden, zumal er selbst bald von Albträumen und tatsächlichen Drohungen heimgesucht wird. Er rutscht in die gefährliche Welt okkulter Sekten, Ritualmorde und Satans-Anbeter ab und verliert sich in paranoiden Wahnvorstellungen.

Regression – Die Kritik

Amenabar, der für sein Sterbedrama “Das Meer in mir” 2005 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde, kehrt mit “Regression” auf vertrautes Terrain zurück. Sein Talent für subtilen Horror zeigte der spanisch-chilenische Ausnahmeregisseur bereits in Filmen wie “Faszination des Grauens” (1996) oder “The Others” (2001) mit Nicole Kidman.

Auch mit “Regression”, der auf einer tatsächlich in den frühen 90er-Jahren in den USA grassierenden Satanismuspanik basiert, beschert Amenabar den Zuschauern eine ordentliche Portion Spannung: Schreckmomente, düstere Atmosphäre, knarrende Türen, verbotene Schuppen und schaurige Szenarien. Ethan Hawke und “Harry Potter”-Star Emma Watson spielen ihre Rollen grandios.

Ohne große Effekte, aber mit packenden Bildern und einer atmosphärisch dichten Inszenierung bewegt sich Amenabar geschickt auf den Spuren großer Klassiker wie “Der Exorzist” oder “Rosemaries Baby” – ohne sie jedoch zu erreichen. “Regression”, der “Das Böse findet immer ein Opfer” im Untertitel trägt, ist ein spannender Psychothriller und Unterhaltungsfilm aus den USA. Er hätte aber auch von irgendeinem anderen Hollywood-Regisseur stammen können. Leider fehlt ihm diese originelle Handschrift, mit der Amenabar in der Vergangenheit begeisterte. Sehenswert ist der Film auf jeden Fall, etwas Außergewöhnliches leider nicht.

Amenabar aber ist zufrieden mit seinem Comeback-Film, der vergangene Woche auf dem 63. Internationalen Filmfestival von San Sebastian seine Weltpremiere feierte. Der auf Englisch gedrehte Psycho-Thriller ist der erste Film Amenabars, seitdem er mit “Agora” 2009 eine Bruchlandung hinlegte. “Ich habe lange nach der richtigen Geschichte gesucht. Ich wollte unbedingt etwas über Satanismus und perverse Intelligenz machen und diese Story resümiert genau das, was ich suchte”, begründete Amenabar der APA seine lange Auszeit.

(APA)

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