Regisseur McQuarrie wollte “Mission: Impossible ” unbedingt in Wien drehen

Regisseur Christopher McQuarrie auf dem Roten Teppich vor der Staatsoper am Donnerstag
Regisseur Christopher McQuarrie auf dem Roten Teppich vor der Staatsoper am Donnerstag - © APA/HERBERT NEUBAUER
Wien nimmt neben London und Marokko eine zentrale Rolle in “Mission: Impossible – Rogue Nation” ein. In einem Interview am Freitag nach der Weltpremiere des fünften Teils der Actionreihe verriet der Regisseur, dass Wien von Anfang an auf seiner Wunschliste stand.

Ab 6. August ist das Ergebnis der rund zehntägigen Dreharbeiten in Wien unter Christopher McQuarrie in den heimischen Kinos zu sehen. Der Regisseur von “Rogue Nation” erklärte, wie er Wien erlebte.

 “Rogue Nation”: Besondere Freude in Wien

APA: Wie hat es sich angefühlt, gestern Abend in der Wiener Staatsoper die Weltpremiere jenes Films auf der Leinwand zu sehen, den Sie vor elf Monaten an selber Stelle gedreht haben?

Christopher McQuarrie: Es war ein wenig surreal. An einem gewissen Punkt, als wir auf die Leinwand geschaut haben und sich gerade die Vorhänge über der Opernbühne gehoben haben, war eine ganz besondere Stimmung zu spüren. Das Publikum hat sich irrsinnig gefreut, sobald der Schnitt auf Wien kam.

APA: Dem Dreh in Wien gingen mehrere Location-Tours durch die Vienna Film Commission voraus. Was war schließlich ausschlaggebend für Wien als Drehort?

McQuarrie: Ich wusste von Anfang an, dass ich unbedingt hierherkommen will. Die Stadt kam bisher noch nie in der “Mission: Impossible”-Reihe vor, obwohl sich Regisseure vor mir bereits hier umgesehen hatten und auch Tom (Cruise, Anm.) immer schon hier drehen wollte. Wir haben also alles daran gesetzt, es möglich zu machen.

Begeistert: Regisseur Christopher McQuarrie

APA: Für die Operninszenierung im Film haben Sie extra mit den Musikern und Sängern der Staatsoper Puccinis “Turandot” nachträglich aufgenommen. Ein spezieller Moment?

McQuarrie: Das war traumhaft! Wir haben die Oper im Goldenen Saal im Musikverein eingespielt. Das waren zwei außergewöhnliche Tage, an denen ich einfach nur den besten Musikern im besten Saal dabei zuhören durfte, wie sie die beste Musik spielen.

APA: Sind Sie selbst Opernfan und könnten sich vorstellen, für die Neuinszenierung von “Turandot” kommenden April in die Staatsoper zurückzukehren?

McQuarrie: Ich bin ein Operngeher, und ich würde nichts lieber tun, als zurückzukommen und diese Opernproduktion in diesem Haus zu sehen. Vor allem jetzt, da sie in unserem Film zu hören und zu sehen ist.

So kam der Regisseur zu “Mission: Impossible”

APA: Was hat Sie zur “Mission: Impossible”-Reihe gebracht?

McQuarrie: Tom ist dafür verantwortlich. Wir haben gemeinsam am Drehbuch von “Edge of Tomorrow” gearbeitet und eines Nachts hat er, wie aus dem Nichts, plötzlich gesagt: “Du solltest beim nächsten ‘Mission: Impossible’-Film Regie führen!” Zu dem Zeitpunkt dachte ich nicht, dass er es ernst meint, und habe gesagt: “Ja klar, warum nicht!” Da hat er zum Telefon gegriffen, das Filmstudio angerufen und zehn Minuten später hatte ich den Auftrag.

APA: In “Mission: Impossible – Rogue Nation” lassen Sie die Grenzen von Gut und Böse, von Regierungen und Terroristen verschwimmen. Eine Idee, die in der Realität verhaftet ist?

McQuarrie: Ich wollte eine Geschichte basierend auf dem erzählen, was vor unseren Augen passiert. Bei dem Gedanken, was wir wissen und was nicht, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.

Action-Szenen mit Humor

APA: Die Actionszenen im Film servieren Sie teils mit viel Humor. Welche Szenen waren besonders schwer zu drehen?

MCQuarrie: Die Stunts nehmen wir immer extrem ernst, auch wenn es so rüberkommt, als hätten wir Spaß dabei. Es soll ja beim Zusehen Spaß machen! Aber jede Actionszene war für sich eine extreme Herausforderung: Bei den Szenen in der Oper haben wir am längsten gebraucht, bis sie im Kasten waren. Für den Stunt mit der A400 (Airbus-Militärjet, Anm.) hatten wir nur vier Tage Zeit, das war einer der kürzesten Drehs überhaupt. Auch die Schießerei am Schluss haben wir in einer halben Nacht abgedreht.

APA: Nicht alles, was wir im Film an Action in der Oper sehen, wurde direkt vor Ort gedreht.

McQuarrie: Wir hatten nicht viel Zeit im Opernhaus selbst. Im Auditorium selbst haben wir nur wenige Stunden verbracht, um ein paar atmosphärische Bilder einzufangen. Die Bühne, Hinterbühne und die zwei Logen haben wir dann in einem riesigen Filmstudio in London, in den LH2 Studios, nachgebaut. Das hat uns mehr Kontrolle und vor allem mehr Zeit verschafft.

(Das Gespräch führte Angelika Prawda/APA)

(apa/red)

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