Red Bull Salzburg schwächelt weiter – 1:1 gegen WAC

Red Bull Salzburg ließ gegen WAC erneut Punkte liegen.
Red Bull Salzburg ließ gegen WAC erneut Punkte liegen. - © APA
Red Bull Salzburg schwächelt weiter: Aus den letzten fünf Partien konnten nur ein Sieg und zuletzt zwei Remis gegen Abstiegskandidaten eingefahren werden. Noch vielmehr als der Negativtrend stehen aber die Diskussionen rund um Martin Hinteregger im Vordergrund. Der Abwehrchef schien wegen mangelnder Trainingsleistung beim 1:1 gegen den WAC neuerlich nicht im Kader auf.

Schon vor dem Ligaspiel gegen die Austria (7. November) hatte Salzburg-Trainer Peter Zeidler Hinteregger aus dem Kader gestrichen. Nach einer Aussprache nach der Länderspielpause hätte alles wieder gut werden sollen. Schon beim Regenerationstraining nach dem 1:1 in Grödig war aber wieder alles anders. “Er hat sich einfach unprofessionell verhalten. In der derzeitigen Situation weiß ich nicht, wie es weitergeht”, sagte Zeidler über die leidige Causa.

Diskussion rund um Martin Hinteregger

Hinteregger saß am Dienstag in der Red-Bull-Arena auf der Tribüne, wollte sich zur Thematik aber nicht äußern. Am Mittwoch sollte er wieder mit der Mannschaft trainieren. “Ich erwarte von ihm ein professionelles Auftreten, alles andere wäre nicht zu akzeptieren”, betonte Salzburgs Sportlicher Leiter Christoph Freund. Der Verein stehe hinter der Entscheidung des Trainers. “Aktuell gibt es keine Trainerdiskussion. Wir schauen, dass beide noch ausstehenden Spiele positiv abgeschlossen werden, und da gilt es die ganze Energie hineinzustecken”, sagte Freund.

Sollten die Duelle mit Mattersburg (6. Dezember) und Rapid (13. Dezember) nicht erfolgreich enden, könnte die Amtszeit von Zeidler schon nach einem halben Jahr zu Ende gehen. Es wird gemunkelt, dass der zu Saisonbeginn vom “Farmteam” FC Liefering aufgestiegene Deutsche die Mannschaft nicht so erreicht, wie er es gerne hätte. Der “Machtkampf” mit Hinteregger ohne klare Sanktionen macht auch kein gutes Bild.

Red Bull Salzburg mit schwacher Darbietung

Die Thematik als Hauptgrund für die zuletzt schwachen Darbietungen herzunehmen, wäre wohl zu einfach, aber förderlich ist sie sicher nicht. “Die Situation ist auch für die Mannschaft nicht gut”, sagte Zeidler. Die Spieler wollten sich zu Hinteregger nicht äußern. Zum eigenen Auftritt gab es selbstkritische Äußerungen. “Die erste Hälfte war indiskutabel, da war alles zu wenig”, sprach Außenverteidiger Christian Schwegler Klartext. Man sei von den eigenen Möglichkeiten weit weg. “Im Training funktioniert es, im Spiel jedoch nicht. Wir können ein Spiel nicht über 90 Minuten durchziehen, jeder Spieler muss sich an der Nase nehmen und sich hinterfragen”, ergänzte der Schweizer.

Nach dem Seitenwechsel konnten sich die “Bullen” merklich steigern, wegen fehlender Effizienz blieb ihnen trotz des 13. Saisontreffers von Kapitän Jonatan Soriano (63.) der sechste Heimsieg in Folge und wohl auch der Herbstmeistertitel aber verwehrt. “In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft Druck aufgebaut, eine gute kämpferische Leistung gezeigt, ist aber mit ihren Chancen an einem sehr guten Tormann gescheitert”, analysierte Zeidler, dessen Team mit einem Pfeifkonzert verabschiedet wurde. Auch die Kärntner wussten, wer den Sieg festhielt. “Dobnik war hervorragend”, lobte Joachim Standfest.

WAC: “Es war eine sehr starke Leistung”

Vor der Pause hatte aber die ganze Gäste-Mannschaft vollauf überzeugen können und nicht unverdient den Führungstreffer durch Christopher Wernitznig (34.) erzielt. “Es war eine sehr starke Leistung, speziell in der ersten Hälfte. Danach hatte die Mannschaft ein bisschen einen Hänger und vielleicht auf noch zu viel Respekt vor Red Bull”, fasste WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger zusammen.

Seit seinem Amtsantritt gab es mit dem 4:0 gegen die Admira vier Punkte in zwei Spielen. “Ich bin aber kein Wunderwuzzi”, betonte der Salzburger. Durch die enge Meisterschaft müsse man in jedem Spiel ans Limit gehen. “Das Wichtigste ist, dass wir den Anschluss halten. Wir müssen auf uns schauen, hart hackeln und weiter punkten”, gab Pfeifenberger die Marschroute vor. Seine Elf nahm jedenfalls viel Selbstvertrauen mit. “Gesamt können wir positiv in die Zukunft blicken”, verlautete Mittelfeldspieler Peter Tschernegg. Zumindest für einen Tag konnte die “Rote Laterne” an die punktegleichen Rieder abgegeben werden.

(APA/Red)

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