Real Madrid vs. Atlético: Astronomische Siegprämie gegen die Sehnsucht nach der Premiere

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Eines steht fest: Der Champions-League-Pokal wird wieder nach Madrid wandern.
Eines steht fest: Der Champions-League-Pokal wird wieder nach Madrid wandern. - © AFP/Curto de la Torre
Zum zweiten Mal in drei Jahren stehen sich Real und Atlético Madrid im Finale der UEFA Champions League gegenüber. Wie Real den rot-weißen Abwehrriegel knacken will und warum Atlético auf die jüngste Tendenz baut.

Zwei unterschiedliche Fußballphilosophien, ein Ziel: Real Madrid spielt im Finale der Champions League am Samstag (20:45 Uhr, live auf ORF eins, ZDF, SRF 2, Sky und im VIENNA.at-Liveticker) um die “Undécima” – den elften Titel in der Königsklasse – Atlético hat die Premiere im Visier. Dabei prallen im Mailänder San-Siro-Stadion zwei Herangehensweisen aneinander. Real als Verfechter des offensiven Stils und Atlético als Team, das mit Mauertaktik zum Erfolg kommt.

Bereits vor zwei Jahren hätte Trainer Diego Simeone mit dem Außenseiter beinahe die Krönung geschafft. Im Endspiel von Lissabon lag Atlético bis tief in die Nachspielzeit voran, kassierte noch den Ausgleich und verlor nach Verlängerung schlussendlich mit 1:4. Cristiano Ronaldo traf per Elfer zum Endstand. Reals damals unterdurchschnittlich agierender Superstar will dem neuerlichen Final-Duell nun den Stempel aufdrücken.

Cristiano Ronaldo: “Ich denke, wir sind besser”

“Ich bin fokussiert”, sprach Ronaldo, der in Mailand seinen persönlichen Atlético-Torbann brechen will. 51 Tore in 47 Pflichtspielen hat der Portugiese in dieser Saison geschossen. Gegen den Stadtrivalen blieb er in beiden Ligaduellen (1:1/a, 0:1/h) jedoch wirkungslos. “Die beiden besten Mannschaften stehen im Finale. Ich denke, wir sind besser. Aber wir müssen gut spielen”, meinte Ronaldo.

Der 31-Jährige beteuerte, voll fit zu sein. Erst Dienstag hatte Ronaldo seine Fans geschockt, als er nach einem Zusammenstoß vom Trainingsfeld humpelte. In Lissabon 2014 hätten ihm muskuläre Probleme mehr zu schaffen gemacht, sagte “CR7”. Die Tormaschine könnte im San Siro den dritten Titel in der Königsklasse gewinnen und als erster Profi überhaupt in drei Finalspielen treffen. Dies war Ronaldo schon 2008 für Manchester United beim Sieg über Chelsea gelungen.

Real: 600.000 Euro Siegprämie für jeden Spieler

Rollende Real-Angriffe dürfen die Zuschauer dennoch nicht erwarten. Dass der südliche Nachbar im Viertel- und Halbfinale mit dem FC Barcelona und dem FC Bayern zwei Großkaliber dank überragender Effizienz und beinharter Mauertaktik ausschaltete, blieb auch bei Madrids Nobelklub nicht unbeobachtet. Atléticos Simeone meinte, er erwarte ein Real, das auf Konter setzt. Sein Gegenüber Zinédine Zidane wollte nicht verraten, wie er seine Elf spielen lassen wird.

Ballbesitz werde “nicht ausreichend sein”, meinte der Franzose lediglich. Mit 21 Siegen in 26 Spielen hat Zidane Real im Frühjahr in die Erfolgsspur geführt. Druck verspürt der ehemalige Weltfußballer – er hatte Real 2002 in Glasgow zum neunten Titel im prestigeträchtigsten Klubbewerb geschossen – dennoch. Geht Real als Verlierer vom Feld, ist die titellose Saison Tatsache. Dies verhindern soll auch die nicht unwesentliche Siegesprämie von 600.000 Euro pro Akteur.

Atlético-Urgestein Torres: “Das wichtigste Spiel meines Lebens”

Atlético setzt auf einen Mann für wichtige Tore. Der flinke Franzose Antoine Griezmann schoss bereits Barcelona und Bayern aus der Champions League. Gemeinsam mit Fernando Torres soll er im Angriff für Entlastung sorgen, während hinter dem Duo die Räume eng gemacht werden. “Vor mir liegt das wichtigste Spiel, das ich in meinem Leben spielen werde”, sagte das Klub-Urgestein Torres wohl stellvertretend für sein Team.

Das Wort Revanche wollte Simeone nicht überstrapazieren. Der seit viereinhalb Jahren beim Madrider Arbeiterverein tätige Argentinier stichelte allerdings mit der Aussage, Real werde aus einer verstärkten Abwehr heraus agieren. Der Argentinier berücksichtigte laut AS auch die Sternzeichen seiner Schützlinge und machte dieses Mal bei der Vorbereitung alles anders als vor dem Endspiel 2014.

Jüngste Tendenz spricht für Atlético

“Ich liebe es, wenn das Gewicht von 113 Jahren Geschichte auf mir drückt. Ich blühe unter Druck auf”, betonte Simeone einen Tag vor dem Spiel. Er könnte als erst dritter nicht-europäischer Coach nach seinen Landsleuten Luis Carniglia (Real Madrid, 1958) und Helenio Herrera (Inter Mailand, 1965) den höchsten Europacupbewerb gewinnen.

Statistisch gesehen hatte Atlético in den vergangenen Jahren überraschend deutlich die Oberhand. Von den jüngsten zehn Pflichtspielduellen hat Real nur eines gewonnen, das aber im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League im Vorjahr. Nun sind die “Rojiblancos” (Rot-Weißen) erneut in einem großen Vergleich gefordert. Für Simeone war klar: “Nur der Sieg wird uns glücklich machen.”

(APA, Red.)

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