Razzia bei Wiener Fremdwährungsguru Johann Massenbauer

Johann Massenbauer bekam Besuch von der Finanzpolizei
Johann Massenbauer bekam Besuch von der Finanzpolizei - © APA (Sujet)
Wegen Verdachts auf Insiderhandel und Marktmanipulation wird gegen den Wiener Vermögensberater Johann Massenbauer ermittelt. Dieser gilt als “Erfinder” der Fremdwährungskredite für österreichische Privathaushalte.

Dies berichtet das “Format” in einer am Freitag erscheinenden Ausgabe. Am Dienstag gab es eine Razzia. Es geht um Käufe und Verkäufe von Anleihen des deutschen Küchenausstatters Alno.

Finanzpolizei besuchte Massenbauer

Massenbauer bestätigte der APA am Donnerstagnachmittag, dass bei seiner Vermögensberatungsfirma Censeo, die er gemeinsam mit seinem Sohn Gerhard Massenbauer führt, “drei Herren von der FMA und zwei von der Finanzpolizei” auftauchten. Auch Thomas Haselwanter von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) bestätigte, “dass ein Ermittlungsverfahren anhängig ist”, Näheres könne er nicht sagen.

Ermittlungen gegen Vermögensberater

Die Ermittler werfen Massenbauer vor, dass er für sich und seine Kunden Vorteile aus Käufen und anschließenden Verkäufen von Alno-Anleihen gezogen habe. Ins Rollen gebraucht wurden die Ermittlungen laut “Format” von der Compliance-Abteilung seiner Depotbank der Erste Bank, die Anzeige bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) erstattet hat.

Für Massenbauer ist das ganze eine “knieweiche Angelegenheit”, keinesfalls habe er bei Alno Insiderwissen gehabt. Im Oktober 2014 habe er auf einem Finanznachrichtenportal im Internet Positives über die Küchenfirma gelesen und daraufhin Anleihen erworben. “Das kann jeder Weltbürger lesen”, so Massenbauer.

Anleihen an Alno erworben

Zuerst habe er Papiere für sich selbst im Nennwert von 29.000 Euro erworben. “Kurzfristig habe ich ein paar Tausender mehr gehabt. Aber ich bin nicht in Reichtum untergegangen.” Ein paar Tage später habe er auch für seine Kunden Alno-Bonds um insgesamt rund 300.000 Euro Nennwert gekauft. “Am Anfang lag der Kurs bei rund 60, dann ist er auf 80 raufgegangen, heute liegt er bei 88,95 – dazwischen war er sogar bei 95 Euro.” Seine eigenen Anteile hält Massenbauer immer noch, wie er sagte.

(apa/red)

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