Rauchverbot: Schilderwald in der Lugner City

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Richard Lugner und das Rauchverbot: Eine gespaltene Agelegenheit.
Richard Lugner und das Rauchverbot: Eine gespaltene Agelegenheit. - © APA
15. Bezirk, 1150 Wien Rudolfsheim-Fünfhaus - An das Rauchverbot in der Lugner City hat sich bis dato niemand gehalten. Zwar weisen etliche Schilder nun darauf hin, die Aschenbecher wurden aber noch nicht abmontiert. Richard Lugner dazu: “Wir haben eine gute Lüftungsanlage.”

Eigentlich besteht in der Lugner City seit 2007 Rauchverbot. Viele Kunden nahmen die unzähligen Nicht-Rauchen-Schilder aber lediglich als Anregung, die sie wohlwollend ignorierten. Am Tag eins nach dem Ende der Übergangsfrist für das Rauchverbot in Gaststätten ist aber sogar die Gastronomie in dem Einkaufszentrum plötzlich eine zigarettenfrei Zone. Wohl nicht zuletzt wegen dem konsequenten Durchgreifen des Personals. “Wir wurden schon jetzt unzählige Male angezeigt”, sagte die Kellnerin eines Cafes.

“Niemand wird belästigt”

Hausherr Richard Lugner, der noch nie eine Zigarette geraucht hat, kann dem neuen Gesetz nichts abgewinnen. “Wir haben eine gute Lüftungsanlage. Es wird niemand in der Lugner City durch Rauch belästigt, aber das wird ja alles nicht berücksichtigt”, grantelte Lugner. Den Lokalen wurde nun frei gestellt, ob sie einen eigenen Bereich für Qualmer schaffen oder das Rauchen verbieten.

Flehentliche Hinweise

Am Donnerstag behalfen sich die Lokale allerdings noch damit, die Tische mit Nicht-Rauchen-Schilder zuzupflastern oder beinahe flehentlich darauf hinzuweisen, dass es ab kommender Woche einen eigenen Raucherbereich geben wird. Die Aschenbecher wurden aber noch nicht abmontiert. “Die Feuerwehr meint, dass wir die lassen sollen. Sonst wirft wer die Zigarette in den Mistkübel und wir brennen ab”, meinte Lugner. Immerhin hat er Verbotspickerl darauf geklebt.

Lediglich Hinweise

Falls ein Kunde sich justament über das Rauchverbot hinweg setzt, sind selbst die Hände des Hausherrn gebunden. “Was soll ich machen? Ich kann ihn nicht dazu zwingen, nicht zu rauchen”, sagte Lugner. Die Security-Mitarbeiter dürften auch lediglich auf das Verbot hinweisen.

“Das ist ja keine Lösung”

“Ich habe einmal die Polizei gerufen, aber die hat gesagt, dass sie dafür keine Kapazität haben”, so der Baumeister. So fürchtet Lugner, dass sich auch bald in seiner City Nichtraucher und Raucher gegenseitig “vernadern”. “Das ist ja keine Lösung, dass ein Gesetz nur eingehalten werden kann, wenn sich die Menschen gegenseitig anzeigen”, meinte er.

Willkommene Raucher

Bisher waren Lugner Raucher durchaus willkommen. Aus der Chefetage eines nahe gelegenen Veranstaltungsortes kam etwa seit Jahren ein Gast bis zu zweimal am Tag in das Einkaufszentrum. “Er hat gesagt, dass er bei mir noch eine Zigarette zum Kaffee rauchen kann”, erzähle Lugner. Am Donnerstag blieb der Stammgast erstmals aus.

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