2. August 2012 11:30; Akt.: 2.08.2012 16:11

Rassismus-Vorwurf: U-Bahn-Kontroll-Aktion der Wiener Polizei sorgt für Wirbel

Polizisten führen regelmäßig Kontrollen in der U-Bahn durch - eine angebliche "Aktion scharf" sorgte für Aufregung Polizisten führen regelmäßig Kontrollen in der U-Bahn durch - eine angebliche "Aktion scharf" sorgte für Aufregung - © APA (Sujet)
von Daniela Herger - Ein Bericht der ORF-Nachrichten-Sendung “Wien heute” erregte massiven Unmut bei SOS Mitmensch und Co. Darin ging es um eine “Aktion scharf” der Wiener Polizei für mehr Sicherheit in der U-Bahn, bei der angeblich vor allem ausländisch aussehende Personen kontrolliert worden sein sollen. Unterstützt wurden die Beamten von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. VIENNA.AT hat die Wiener Polizei zu der umstrittenen Aktion befragt.

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Stein des Anstoßes war die “Wien heute”-Ausgabe vom Dienstag dieser Woche über Kontrollen in der Wiener U-Bahn. Wie in dem TV-Beitrag dargestellt wird, wurden am Dienstagnachmittag 50 Polizisten in Uniform und Zivil zu einer gezielten Kontrolle unter dem Motto “Aktion scharf für eine sichere U-Bahn” in U-Bahnen und Stationen geschickt, um dort auf verstärkte Sicherheit zu achten. Unter anderem wurde im Zuge dessen in der U4/U6-Station Längenfeldgasse kontrolliert. Unterstützend trat bei der offiziellen Aktion auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner auf, die die Beamten anlässlich des Wiener Bundesländertages begleitete.

Ausländisches Aussehen Grund zur Kontrolle?

Um die Sicherheit in der U-Bahn zu gewährleisten, habe man auf “Illegale, Diebe und Drogendealer” abgezielt, hieß es in dem Beitrag. In diesem Zusammenhang fiel der Satz, dass dabei “vor allem auf ein ausländisches Erscheinungsbild” bei der Auswahl der zu kontrollierenden Personen geachtet worden sei.

Dieses sogenannte “Ethnic profiling” wurde von der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch infolge des Beitrages aufs Schärfste verurteilt. In einer Aussendung wehrten sie sich entschieden gegen die “rassistische Polizeiaktion” in der Wiener U-Bahn.

„Wien ist eine Stadt der Vielfalt, eine Weltstadt. In Wien gibt es keine ausländischen Erscheinungsbilder, es gibt lediglich rassistische Wahrnehmungen  Wenn die Wiener Polizei, noch dazu unter der Aufsicht der Innenministerin, Rassismus zum Maßstab für Kontrollen macht, dann ist das ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten. Das gehört sofort wieder abgestellt“, zeigt sich Alexander Pollack, Sprecher von SOS Mitmensch über die Polizeiaktion empört. “Ethnic profiling gehört sofort wieder eingestellt,” hieß es in dem Schreiben. Die Organisation forderte eine Stellungnahme bzw. eine “sofortige Entschuldigung der Wiener Polizei und der Innenministerin sowie eine klare Stellungnahme, dass rassistische Personenkontrollen (…) sofort und für alle Zeiten eingestellt werden.”

Das sagt die Polizei zur U-Bahn-Kontrolle

VIENNA.AT hielt daraufhin Nachfrage bei der Pressestelle der Polizei zu dem Fall. Pressesprecherin Camellia Anssari fand klare Worte, was die Aktion betrifft. Es habe sich um keine Sonder-Aktion, sondern um eine “normale U-Bahn-Streife” gehandelt, wie sie in Wien laufend in Kooperation mit den Wiener Linien stattfinde und auch diesmal wieder den ganzen Tag über durchgeführt worden sei. Im Zuge des Bundesländertages hätten die Beamten dabei eben Besuch von der Innenministerin erhalten. Die Auflagen zur Kontrolle, wie sie in der ORF-Sendung dargestellt wurden, habe es schlichtweg nicht gegeben.

“Es gibt definitiv keine Vorgaben, bei den Kontrollen auf ausländisches Aussehen, Migrationshintergrund oder so etwas zu achten,” stellte Anssari deutlich klar. Es läge völlig im Ermessensbereich der Beamten, bei wem sie Identitätsfeststellungen durchführen würden. Dann sehe man, ob etwa ein Haftbefehl oder ein Aufenthaltsverbot gegen eine Person vorläge.

Bilanz nach der angeblichen “Aktion scharf”

“Die Beamten bekommen aus Erfahrung ein Gefühl dafür, wer mit Drogen in Verbindung zu bringen ist, das hat aber nichts mit der Hautfarbe  oder dem Aussehen zu tun. Da geht es um andere Kriterien, die auffallen,” so Anssari, die angab, der Aktion am Dienstag selbst beigewohnt zu haben, die übrigens keineswegs als Sonderaktion unter dem im Beitrag genannten Namen gelaufen ist. Anssari habe selbst gesehen, dass die kontrollierten Personen nicht gezielt nach irgendwelchen Vorgaben ausgesucht worden seien. Es gäbe auch einen Einsatzbericht, um die Vorfälle zu dokumentieren, in dem ebenfalls nicht erwähnt werde, dass darauf geachtet worden sei, so Anssari.

Der Verdacht liegt nahe, dass es sich in irgendeiner Weise um eine falsche Darstellung des Sachverhalts in der TV-Sendung gehandelt haben könnte.

Die Bilanz zur Polizei-Aktion in der U-Bahn wurde am Mittwoch ebenfalls in “Wien heute” bekanntgegeben: Sechs Festnahmen habe es gegeben, fünf davon wegen Drogenhandels. Eine Person sei festgenommen worden, weil sie sich illegal in Österreich aufhält. Unterdurchschnittlich wenig, vergleicht man dies mit einer Statistik, welche die Wiener Polizei Erst Ende Juli bekanntgegeben hat. Dabei ging es um Einsätze der Beamten zu Kontrollen in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Statistik  belegt zumindest, dass mit großer Regelmäßigkeit derlei Aktionen in der Wiener U-Bahn stattfinden. Von einer “Aktion scharf in der U-Bahn” ist darin keine Rede.

(DHE)



Kommentare 14
  1. sollte die Polizei die diversen Vereine (SOS-Mitmensch, Caritas, Amnesty usw.) genauer unter die Lupe nehmen, ob bei denen auch alles korrekt abläuft. Wenn nicht, sofort zusperren..
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  2. Nachdem fast alle Dealer und Diebe dieser Spezies angehören ist es wohl notwendig.Und der Verein SOS Mitmensch und Co ist wichtig wie ein Kropf.
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  3.  nazis seids doch alle zum Kotzen. Ihr führt einfach zu Dauerdurchfall.
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    •  dann setz dir deine rosa Brille auf und scheiss schön vor dich hin... und Menschen ohne rosa Brille einfach als Kellernazis zu bezeichnen ist ja wohl auch nicht die feine Art. Ich frag mich wirklich ob du eigentlich irgendwas mitbekommst was sich hier abspielt? Du wirst ja wohl nicht denken, daß das alles ist was du hier liest ...
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  4.  SOS Mitmenschen <-- scheinbar ein Verein, der kriminelle (von wo auch immer) unterstützt !! Sollte die Polizei etwa öst. Bürger nach deren "Aufenthalts-bewilligung" fragen ?? Zum Glück gibt es bei uns noch Kontrollen durch die Polizei, damit in Österreich nicht das komplette Chaos herrscht !! Aber solche Vereine wie SOS Mitmensch od. Amnesti Int. machen nur Hetze gegen unsere Polizei, gegen unsere Politik, gegen ein sicheres Österreich !!!
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  5. SOS-Mitmensch sagt: "Wien ist eine Stadt der Vielfalt, eine Weltstadt. In Wien gibt es keine ausländischen Erscheinungsbilder, es gibt lediglich rassistische Wahrnehmungen..."
    Also, wenn man die beiden Sätze genauer ansieht, erkennt man, wer hier die Hetzer sind. Mit ihren eigenen Worten gestehen sie ein, dass "Ethnik proifiling" in Wien gar nicht mehr möglich ist!!!!
    Tja liebe Gutmenschen-Riege - so kann man sich auch selbst ins Knie schießen.
    Bei Einzelpersonen nennt man solch (Achtung - SOS Mitmensch eigene Worte:) "rassistische Wahrnehmungen" auch Verfolgungswahn!
    Auf Spenden von meiner Seite könnt ihr natürlich lange warten. Mögen euch die Leute die ihr hier schützt unterstützen!!!
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  6. Wenn man die täglichen Zeitungsberichte verfolgt weis man auch warum!
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  7.  hört mal wieder das Gras wachsen. Jemanden, der von weiter Ferne klar als Einheimischer erkennbar ist, brauch ich ja wohl nicht nach der Aufenthaltsgenehmigung fragen. Und es ist wissenschaftlich belegt, dass sich Leute, die etwas zu verbergen haben, anders bewegen als Leute mit reinem Gewissen (oder geschulte Profis). Es gibt mittlerweile Computerprogramme, die Videoaufzeichnungen analysieren und solche Bewegungs- (Gang-)muster automatisch erkennen.
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  8.  hätten genug Betätigungsfeld bei den Österreichern. Ich wünsch Ihnen, daß sie niemals von einer anatolischen Jugendbande ihres Geldes und handy erleichtert werden oder eine rumänische Einbrecherbande ihre Wohnung ausräumt.
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  9.  wieviele der 5 drogenhändler waren anderen "ethnischen" aussehens? das wird uns geflissentlich verschwiegen. und wenn man sich so ansieht, wer bei uns einbricht, stiehlt, raubt und dealt, hätte die polizei völlig recht, "ethnic-profiling zu betreiben. bravo und weiter so, bitte.
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