Rapid Wien: Mit Youngster Maximilian Wöber gegen Valencia?

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Rapid spielt um einen versöhnlichen Abschied aus der Europa League.
Rapid spielt um einen versöhnlichen Abschied aus der Europa League. - © APA/Georg Hochmuth
Rapid Wien kämpft im Sechzehntelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Valencia um den zweiten Champions-League-Startplatz. Der erst 18-jährige Verteidiger Maximilian Wöber könnte ins kalte Wasser geworfen werden.

Nach der 0:6-Klatsche in Valencia geht es für Österreichs Rekordmeister Rapid Wien am Donnerstag im Sechzehntelfinal-Rückspiel der Europa League nur mehr um einen versöhnlichen Abschluss. Träume vom Aufstieg gibt es keine mehr, die Partie hat aber trotzdem eine wichtige Bedeutung, können die Hütteldorfer doch Österreich mit einem Sieg einen fünften Europacupstartplatz für die Saison 2017/18 sichern.

Österreich liegt in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung mit 25,100 Punkten auf Rang 16, mit einem vollen Erfolg würde man aber in letzter Sekunde Rumänien (25,383) vom wichtigen 15. Platz verdrängen. Damit könnten nach einer Saison mit nur einem Champions-League-Qualifikations-Teilnehmer im Sommer 2017 wieder zwei ÖFB-Klubs Anlauf auf die Königsklasse nehmen.

“Man hat ja heuer gesehen, wie wichtig der zweite Champions-League-Platz für uns war, deshalb kann es auch für den eigenen Verein von ganz großer Bedeutung sein. Umso wichtiger ist es, alles zu unternehmen, um den Sieg und zusätzlichen Europacupstartplatz zu holen”, sagte Rapid-Trainer Zoran Barišić. Zudem gehe es auch um Unterhaltung, Würde und Ehre. “Das sind schon ambitionierte Ziele gegen eine Mannschaft wie Valencia”, so Barišić.

Rapid: So soll die Wiedergutmachung gelingen

Gegenüber dem 0:6 muss sich seine Truppe deutlich steigern. “Wir müssen kompakt sein in allen Mannschaftsteilen, vor allem im Spiel gegen den Ball aggressiv arbeiten, die Zweikämpfe suchen und gewinnen, uns etwas zutrauen und einfach und schnörkellos nach vorne spielen”, gab der Wiener die Marschroute vor. Zu Beginn sei es vor allem wichtig, sich ins Spiel reinzukämpfen, um nicht ein ähnliches Schicksal wie im Estadio Mestalla zu erleiden, wo es schon nach zehn Minuten 0:2 gestanden war.

Das Hinspiel wurde am Mittwoch noch einmal analysiert. Barišić ließ sich nicht entlocken, mit welcher Ausrichtung man ins Spiel gehen werde. Auch bezüglich der Aufstellung ließ sich Rapids Trainer, der mit seiner Truppe am Sonntag mit dem 2:0 bei Sturm Graz den dritten Liga-Zu-Null-Sieg in Folge feierte, nicht in die Karten blicken. Für alle ist es ein Highlight, das so schnell nicht wieder kommen wird. “Die Spieler können sich noch einmal ins Schaufenster stellen und zeigen, dass das 0:6 ein Ausrutscher war”, hoffte Barišić auf einen guten Auftritt.

Wöber könnte in die Startelf rutschen

Kapitän Steffen Hofmann und Florian Kainz, der noch Erinnerungslücken hat, fallen weiter aus, von den im Aufbautraining befindlichen Akteuren kehrt keiner zurück. Da der Einsatz des an der Hüfte angeschlagenen Linksverteidigers Stefan Stangl fraglich ist, könnte der 18-jährige Innenverteidiger Maximilian Wöber auf einer für ihn ungewohnten Position zu seinem Profidebüt kommen. “Es ist möglich, ihn ins kalte Wasser zu schmeißen. Ich bin der Meinung, dass er auch die Position gut ausüben kann”, sagte Barišić.

Dabei könnte er es ausgerechnet mit Santi Mina zu tun bekommen, der 20-jährige Spanier war im Hinspiel mit zwei Toren und drei Assists vor der Pause herausragend. Welche Formation Gary Neville aufs Feld schicken wird, ist offen. “Wir werden wieder Spieler wechseln, haben einen starken Kader”, kündigte der 41-Jährige nach dem 2:1-Sieg bei Granada am Sonntag an. Barišić rechnete damit, dass im Gegensatz zum Hinspiel wieder einige “neue Gesichter” beim Gegner zu sehen sein werden.

Einen Tabellenelften der Primera División, der die Partie auf die leichte Schulter nimmt, erwartete er aber keineswegs. “Die Spanier sind ein sehr stolzes Volk, die Mannschaft ist gespickt mit Klassespielern, sie werden das Spiel auf alle Fälle ernst nehmen, egal wie das Hinspielresultat war”, war Barišić überzeugt.

Thanos Petsos: “Wir wollen das wieder gutmachen”

Das Happel-Stadion wird nicht ausverkauft sein, der Vorverkauf ist nach der Blamage in Valencia ins Stocken geraten, bis Mittwochmittag waren 35.400 Karten verkauft. “Wir wollen den Fans noch etwas zurückgeben. Das erste Spiel ist sehr unglücklich verlaufen, das wollen wir mit einem guten Ergebnis wieder gutmachen”, sagte der im Sommer zu Bremen wechselnde Mittelfeldspieler Thanos Petsos vor seinem letzten Europacupspiel für Rapid.

Schiedsrichter ist der Italiener Paolo Tagliavento, der schon mehrere Partien mit österreichischer Beteiligung geleitet hat – drei davon in den letzten fünf Jahren. Nach dem 2:6 des ÖFB-Nationalteams in der EM-Qualifikation in Deutschland am 2. September 2011 in Gelsenkirchen pfiff er auch das Champions-League-Playoff-Heimspiel der Wiener Austria gegen Dinamo Zagreb 2013 (2:3) sowie das Europa-League-Sechzehntelfinal-Heimspiel von Red Bull Salzburg gegen Ajax Amsterdam 2014 (3:1).

(APA, Red.)

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