Rapid in Valencia: Würden Sie das Remis unterschreiben, Herr Barišić?

Von David Mayr
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Zoran Barišić und seine Mannschaft freuen sich auf das Highlight im Mestalla-Stadion.
Zoran Barišić und seine Mannschaft freuen sich auf das Highlight im Mestalla-Stadion. - © APA/Georg Hochmuth
Rapid spielt erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder nach dem Jahreswechsel Europacup. In einem Match, das sich die Mannschaft “erarbeitet, erkämpft und verdient” hat.

– aus Valencia –

Nach einem strahlenden Mittwoch hängen Donnerstagmittag Wolken über Valencia. Als ob die Stadt ahnen würde, dass für ihre Fußballmannschaft heute Abend nicht die Sonne scheinen wird. Auch wenn diese Theorie meteorologisch wohl kaum haltbar ist, hoffen wir aus österreichischer Sicht, dass am Ende vielleicht doch etwas dran ist.

Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist Rapid auch nach dem Jahreswechsel im Europacup vertreten, ab 21:05 Uhr treffen die Wiener zum Auftakt der K.o.-Phase der Europa League im berühmten Mestalla-Stadion auf den FC Valencia (live auf Puls 4, Sky und im VIENNA.at-Liveticker). Dort gab es für österreichische Klubs noch nie etwas zu holen, das Nationalteam ging 1999 gegen Spanien gar mit 0:9 unter.

Rapid-Coach Barišić: “Alles andere wäre Blödsinn”

Trotz Valencias schlechter Ergebnisse der letzten Monate, wischt Rapid-Trainer Zoran Barišić jegliche Spekulationen über die Favoritenrolle vom Tisch: “Wir haben uns auf dieses Spiel vorbereitet, ungeachtet dessen, wie es dem Gegner geht. Man darf nicht vergessen, dass Valencia haushoher Favorit ist, alles andere wäre Blödsinn”, antwortete der 45-Jährige auf VIENNA.at-Nachfrage unmissverständlich, um gleich darauf klarzustellen: Das ändert aber nichts an unserem Ziel. Wir möchten eine Leistung bringen, die es uns im Rückspiel ermöglicht, um den Aufstieg zu spielen.”

Dass Barišić durchaus eine Chance wittert, zeigte seine Antwort auf die Frage eines spanischen Kollegen, was denn in so einem Spiel ein wichtigerer Faktor sei: Das Prestige oder die aktuelle Form? “Ich denke, dass in so einem Match die momentane Situation entscheidender ist als Tradition. Tradition spielt nicht Fußball.”

“Wir wollten unbedingt einmal so ein Match haben”

Einen weiteren Vorteil sieht Barišić in der Drucksituation des Gegners. Für die Valencia-Aficionados wäre ein Ausscheiden ihrer Mannschaft im Sechzehntelfinale der Europa League praktisch eine Blamage, Rapid hingegen kann beim Klub aus der “besten Liga der Welt” (Barišić) befreit auflaufen. “Dieses Spiel gegen Valencia hat sich die Mannschaft im Laufe der letzten eineinhalb Jahre erarbeitet, erkämpft und verdient. Wir wollten unbedingt einmal so ein Match haben und ich glaube, die Spieler haben sich schon in der Winterpause darauf gefreut.”

Aus dem Fenster lehnen will sich Barišić vor dem Hit im Mestalla nicht: “Wenn mir jemand im Vorfeld sagen würde, dass wir mit einem Unentschieden heimfahren, würde ich sofort Ja sagen.” Die Ausgangsposition für ein packendes Rückspiel im ausverkauften Happel-Stadion in einer Woche wäre damit jedenfalls gegeben.

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