Rapid feiert Jubiläum mit Sieg gegen Liverpool

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Hofmann erzielte den Siegtreffer für Rapid
Hofmann erzielte den Siegtreffer für Rapid - © EPA
Rekordmeister Rapid gewann am Sonntag vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Wiener Ernst Happel-Stadion das Jubiläumsspiel gegen den FC Liverpool mit 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Steffen Hofmann.

Mit einer beeindruckenden Choreographie begann das Spiel zum 110. Geburtstag Rapids gegen den englischen Rekordmeister Liverpool, eine grün-silbern glitzernde Fan-Kurve sorgte für Gänsehauteffekt vor Anpfiff.

Die Grünweißen begannen couragiert, und schon nach sechs Minuten musste Liverpool-Goalie Cavalieri den Ball aus dem Netz fischen. Rapid-Rakete Jimmy Hoffer zündete im Strafraum, wuchtete den Ball ins lange Eck. Doch der Treffer zählte wegen einer Abseitsstellung (im Millimeterbereich) nicht. Hoffer dürfte seinen Marktwert damit aber erneut nach oben geschraubt haben.

Freundschaftsspiel hin oder her – beide Teams schenkten sich nichts, es ging mitunter hart zur Sache. Den Engländern merkte man an, dass sie in der Vorbereitung stecken, in einigen Situationen fehlte die Spritzigkeit. So sorgte Rapid für das nächste Highlight der Partie:  Drazans lange Vorlage landete bei Kapitän Hofmann, der den Ball volley knapp übers Tor setzte (21.)

Bis kurz vor Seitenwechsel blieb es ruhig. Nach einem Abpraller reagierte Jimmy Hoffer am schnellsten und kam vor Cavalieri ans Leder, brachte selbiges aber aus kurzer Distanz nicht mehr am Liverpool-Schlussmann vorbei (43.).

Liverpool-Trainer Benitez wechselte in der Pause fast die ganze Mannschaft aus. Unter anderem musste der in der ersten Hälfte unauffällige Kapitän Steven Gerrard in der Kabine bleiben. Rapid-Coach Pacult wollte nicht nachstehen und brachte ebenfalls frische Kräfte: Hedl, Maierhofer und Konrad kamen für Payer, Jelavic und Hoffer (54.).

Kurz darauf stand das ausverkaufte Happel-Oval Kopf. Nach einem Foul am durchbrechenden Drazan entschied Schiedrichter Grobelnik an der Strafraumgrenze auf Freistoß. Eine Sache für Spezialist Steffen Hofmann: Der deutsche Spielmacher versenkte den Ball per Aufsitzer im langen Eck zum verdienten 1:0 (58.). Und der österreichische Rekordmeister legte gegen den englischen Rekordmeister nach. Ein klares Abseitstor von Maierhofer nach Vorarbeit des stark aufspielenden Drazan wurde nicht gegeben (60.). Die Grünweißen bestimmten zu diesem Zeitpunkt das Spielgeschehen. Die Reds strahlten so gut wie nie Torgefahr aus.

Erst als Pacult nach der Rapid-Viertelstunde mit Pehlivan, Heikkinen und Hofmann fast das gesamte Mittelfeld ausgetauscht hatte, kam das Starensemble aus der Premier League besser in die Partie – zu spät. Auf den Rängen herrschte einstweilen tolle Atmosphäre, die Welle ging durchs Stadion. Die Fans feierten noch lange nach Schlusspfiff mit Sprechchören weiter, da waren die verwunderten Liverpool-Spieler schon beim Auslaufen.

Mit dem verdienten Sieg gegen die zweite Garnitur des Premier-Ligisten tankten die Hütteldorfer zum Jubiläum nicht nur Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben, sondern sendeten auch ein klares Signal an die anderen österreichischen Europacup-Vertreter: Gar so schlecht, wie er gerne geredet wird, ist der heimische Fußball nicht.

Rafa Benitez (Liverpool-Trainer): “Für uns war es ein normales Vorbereitungsspiel, wir haben viel gewechselt. Die Atmosphäre war gut, es war auch ein gutes Spiel. Mit der Stimmung in England möchte ich das nicht vergleichen – das ist ja auch ein ganz anderes Land.”

Peter Pacult (Rapid-Trainer): “Wir nehmen das Erfolgserlebnis gerne mit in die Meisterschaft. Für uns war es wichtig, im internationalen Vergleich standzuhalten. Die Mannschaft hat immer wieder versucht, Fußball zu spielen, das war wichtig gegen so ein Klasseteam.”

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän, Torschütze): “Es war ein wunderschöner Abend und ein tolles Spiel. Wir sind happy, aber wissen das Ergebnis natürlich richtig einzuschätzen. Es ist schön, gegen einen solchen Gegner ein Tor zu schießen. Das ist etwas Besonderes.”

SK Rapid Wien – Liverpool FC 1:0 (0:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 50.000 (ausverkauft), SR Grobelnik (AUT).

Tor: 1:0 (58.) Hofmann (Freistoß)

Rapid: Payer (56. Hedl) – Dober (64. Thonhofer), Eder, Patocka (46. Jovanovic), Katzer – Hofmann (77. Kulovits), Heikkinen (78. Kavlak), Pehlivan (61. Trimmel), Drazan (89. Schrammel) – Jelavic (56. Maierhofer), Hoffer (56. Konrad)

Liverpool erste Hälfte: Cavalieri – Degen, Carragher, Ayala, Insua – Gerrard, Plessis, Babel – El Zhar, Nemeth, Voronin
Zweite Hälfte: Gulacsi (77. Martin) – Degen (64. Kelly), Agger, San Jose, Insua (64. Mascherano) – Kuyt, Leiva, Spearing, Benayoun – Pacheco, N’Gog

Gelbe Karten: Jovanovic bzw. Kuyt
Die Besten: Hoffer, Hofmann, Heikkinen, Trimmel bzw. Pacheco, N’Gog

Martin Ucik

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