Rapid-Coach Zoran Barišić: “Ich glaube an das Wunder”

Rapid will gegen Schachtar das Wunder von Lemberg schaffen.
Rapid will gegen Schachtar das Wunder von Lemberg schaffen. - © AP/Hans Punz
Rapid geht trotz der Heimniederlage gegen Schachtar Donezk optimistisch ins Rückspiel des Champions-League-Playoffs.

Der SK Rapid greift am Dienstag (20:45 Uhr MESZ, live auf ORF eins und Sky) nach der dritten Teilnahme an der Champions League. Trotz des 0:1 vom Playoff-Hinspiel in Wien in der Vorwoche zeigten sich Spieler, Trainer und Funktionäre optimistisch, in Lwiw (Lemberg) gegen Schachtar Donezk die Sensation zu schaffen und nach 1996 und 2005 wieder in die Königsklasse einzuziehen.

Trainer Zoran Barišić traut seiner Mannschaft den Aufstieg gegen den Champions-League-Dauergast zu. “Wir fliegen mit einem guten Gefühl in die Ukraine, weil wir nichts zu verlieren und alles zu gewinnen haben”, erklärte der Wiener und ergänzte: “Ich glaube an meine Spieler, weil sie fußballerische Qualität und einen tollen Charakter haben. Ich glaube an das Wunder und hoffe, dass sie es schaffen.”

Drei Schlüssel zum Erfolg

Vor allem drei Aspekte seien entscheidend, um das Husarenstück tatsächlich zu schaffen: “Wir brauchen Effizienz vor dem gegnerischen Tor, eine Minimierung der Fehler in der Defensive und auch eine Portion Glück”, sagte Barišić, dessen Klub in der Arena Lwiw von rund 1.000 Fans unterstützt wird.

Und schon sind wir sicher und heil in Lemberg angekommen!

Posted by SK Rapid Wien on Montag, 24. August 2015

Der Coach rechnet damit, dass Schachtar trotz des Vorsprungs sofort angriffslustig agieren wird. “Ich erwarte einen Gegner, der von Beginn an Druck machen wird.” Dennoch dürfe man sich angesichts des drohenden Sturmlaufs der Ukrainer nicht einigeln. “Es wird nicht genügen, nur hinten zu warten. Wir müssen auch nach vorne etwas tun.”

An Leidenschaft und Einsatzbereitschaft werde es auf jeden Fall nicht scheitern, versprach Barišić. “Es ist noch nicht vorbei. Wir werden alles geben und alles unternehmen, um in die Champions League zu kommen.”

Rapids Angriff auf die UEFA-Millionen

Ähnlich äußerte sich Kapitän Steffen Hofmann. “Es wird ein schwieriges Match, aber wir haben in Wien gesehen, dass wir mit Schachtar mithalten können. Wir müssen alles reinhauen, was wir haben, und wenn wir unsere Chancen nützen, ist alles möglich”, betonte der Deutsche.

Selbst wenn es mit dem Champions-League-Ticket doch nicht klappen sollte, so hat Rapid in dieser Europacupsaison allein durch UEFA-Prämien schon 5,4 Millionen Euro fix. Das ganz große Geld winkt aber bei einem Aufstieg in die Eliteliga: Dann würde Rapid von der UEFA zumindest 14 Millionen Euro überwiesen bekommen.

CL-Teilnahme könnte Berič von Verbleib überzeugen

Doch auch mit dieser zusätzlichen Finanzspritze würde sich Rapid auf dem Transfermarkt laut Barišić und Sportdirektor Andreas Müller nicht mehr weit aus dem Fenster lehnen. “Wir haben unsere Philosophie, und der bleiben wir treu”, betonte Barišić. Eine Neuverpflichtung käme wohl nur dann auf die Tagesordnung, sollte Robert Berič die Hütteldorfer noch verlassen.

Ein Weiterkommen gegen Schachtar könnte gleichbedeutend mit einem Verbleib des slowenischen Goalgetters sein. Nicht zuletzt aus diesem Grund hofft auch Rapid-Präsident Michael Krammer auf den großen Triumph in der Westukraine. “Ich bin zuversichtlich, dass wir unseren Mann stehen und gewinnen werden”, meinte der 55-Jährige, der am Montag vor dem Abflug mit Caritas-Präsident Michael Landau zusammentraf. Rapid unterstützt die Caritas durch eine Spendenaktion.

Gladkiy: “Haben ein schwieriges Spiel vor uns”

Schachtars Stürmer Oleksandr Gladkiy zeigt indes Respekt vor dem Gegner aus Österreich. “Wir wissen, dass sie eine starke Mannschaft sind und wir ein schwieriges Spiel vor uns haben”, erklärte der 28-Jährige. Allerdings zeigte er sich zuversichtlich, mit dem 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken den Einzug in die Gruppenphase zu schaffen. “Wir haben gut trainiert und werden unser Bestes geben, um dieses Ziel zu erreichen.”

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Taras Stepanenko, der in der Partie in Wien eine Kopfverletzung erlitt. Die Blessur des Mittelfeldspielers nahm Schachtar-Coach Mircea Lucescu zum Anlass, über Rapids Spielweise im ersten Duell herzuziehen. “Rapid hat manchmal an der Grenze des Regulären agiert. Berič zum Beispiel hätte Rot sehen müssen”, sagte der 70-Jährige Rumäne. In der Arena Lwiw werden rund 30.000 Zuschauer erwartet.

(APA, Red.)

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