Prozess: Raub nach Geldbehebungen

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Weil sie Bankkunden ausspioniert hatte, damit ihre Komplizen deren gerade abgehobenes Geld rauben konnten, musste sich am Montag eine 47-jährige Chilenin im Wiener Straflandesgericht verantworten.

In zumindest zehn Fällen soll sie diese Art von Kundschaftertätigkeiten durchgeführt haben. Sie gestand ihre Schuld vor dem Schwurgericht (Vorsitz: Minou Factor) zwar ein, wollte aber von Überfällen nichts wissen – vielmehr hätten ihre Komplizen Taschendiebstähle begehen sollen.

Den Eindruck einer Verbrecherin machte die Frau mit dem grauen Kurzhaarschnitt, Sportgilet und Turnschuhen nicht. Ihr kriminelles Vorleben reicht allerdings schon weit zurück: Seit sie aus Chile nach Europa reiste, geriet sie regelmäßig mit dem Gesetz in Konflikt und wurde 1987 erstmals in Belgien wegen Diebstahls zu drei Jahren Haft verurteilt. Weitere Gefängnisaufenthalte folgten, unter anderem in der Schweiz und Deutschland. Stets wurden ihr dabei Eigentumsdelikte vorgeworfen.

Das Geld habe sie für Drogen gebraucht, sagte die Frau am Montag einigermaßen zerknirscht aus. Die Substanzen nahm sie laut eigener Aussage wegen psychischer Probleme, unter anderem weil ihr Mann in ihrer früheren Heimat von der Polizei getötet worden sei. Zudem sei sie selbst angeschossen worden, weshalb sie das Land in Richtung Europa verlassen habe.

In Wien will sie sich zunächst als Prostituierte durchgeschlagen haben, bis sie die Mitglieder der Räuberbande kennen lernte. Für sie führte sie auch die Kundschaftertätigkeiten aus und gab ihnen per Handy genaue Anweisungen, wo die späteren Opfer das Geld eingesteckt hatten. Dass diese dann ihre Opfer recht brutal bearbeiteten, um die Beträge zu erlangen, habe sie nicht gewusst, sie sei davon ausgegangen, dass das Geld einfach gestohlen worden sei.

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