62. Opernball mit viel Prominenz und einer Nackt-Aktivistin

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Direktor Meyer mit Poroschenko und Van der Bellen
Direktor Meyer mit Poroschenko und Van der Bellen - © APA
Feierlich ist am Donnerstagabend der 62. Wiener Opernball eröffnet worden. Die österreichische Staatsspitze war durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vertreten, der heuer sein Debüt auf dem Fest beging. Für Aufregung sorgte eine nackte Femen-Aktivistin, die gegen den Präsidenten der Ukraine protestierte.

Die Opernball-Eröffnung hat mit Fanfaren-Klängen von Karl Rosner begonnen. Auf sie folgten die österreichische Bundeshymne sowie die Europa-Hymne. Dabei gab es kurzfristig eine kleine Änderung. Statt der an Grippe erkrankten Daniela Fally war die moldawische Sopranistin Valentina Nafornita eingesprungen, die bereits bei der Eröffnung 2013 aufgetreten ist. Sie sang “O mio babbino caro” aus Puccinis “Gianni Schicchi” sowie gemeinsam mit Pavol Breslik “Lippen schweigen” aus Lehars “Die lustige Witwe”. “Bei meinem ersten Auftritt wusste ich noch nicht, was genau auf mich zukommt. Ich kannte den Opernball nicht, das war vielleicht sogar leichter”, sagte die Sopranistin im Vorfeld im Gespräch mit der APA.

Das Staatsopernballett, das zuletzt aufgrund von Verletzungen und Babykarenzen stark ausgedünnt war, kehrte am Ball mit voller Stärke zurück. Mit den Solotänzern Olga Esina, Maria Yakovleva, Robert Gabdullin und Roman Lazik an der Spitze tanzte es die vom Solotänzer Eno Peci eigens für den Ball kreierten Choreografien zu Josef Strauß’ “Mein Lebenslauf ist Lieb'” und der Polka “Lust, Walzer und Feuerfest”.

Danach zogen die 144 Debütantenpaare in den Ballsaal ein – darunter wieder das offiziell schönste Paar Österreichs, Miss Austria Celine Schrenk und Mister Austria Alberto Nodale. Erstmals eröffnete auch ein Paar mit Downsyndrom den Ball – der Wilhelmsburger Felix Röper und seine Partnerin Swatina Wutha, die ursprünglich aus Hamburg stammt.

Die Gestaltung der Eröffnungs-Choreografie – “Stürmisch in Lieb und Tanz”, eine Polka von Johann Strauß Sohn – lagt erneut bei Routinier Roman Svabek, der auch wieder die beliebten Publikumsquadrillen leitet. “Dieses Jahr war es wirklich extrem auf Linien aufgebaut, eine Altwiener Choreografie mit vielen schwarz-weiß Effekten”, erklärte der Tanzprofi. Beendet wurde die Choreographie mit einer Einlage der Jungherren: Nachdem sie vergangenes Jahr ihren Partnerinnen eine versilberte Rose übergeben hatten, wurden die Damen heuer gleich mit einem Blütenblätterregen bedacht. Dafür wurden in die Stecktücher der Jungherren Blätter eingearbeitet, die sie dann am Ende ihres Auftrittes in die Luft warfen. Mit den Worten “Alles Walzer” war der Ball eröffnet.

Barbusig gegen Petro Poroschenko

Für einen Eklat sorgte eine Femen-Aktivistin, die am Roten Teppich mit nacktem Oberkörper gegen den Besuch des Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, protestierte. Poroschenko war als Gast Van der Bellens gekommen. Die kreischende Aktivistin wurde von der Polizei abgeführt. In die Oper gelangte sie nicht. Die 25-jährige Frau wurde wegen Ordnungsstörung und Anstandsverletzung angezeigt, bestätigte Polizeisprecher Harald Sörös. Sie befand sich am Abend noch auf der Polizeiinspektion zur weiteren Amtshandlung.

Van der Bellen war neben Poroschenko und dessen Frau Frau Maryna Poroschenko in Begleitung seiner Frau Doris Schmidauer zum Ball gekommen. Kurz kam mit seiner Freundin Susanne Thier. Er brachte zu seinem Opernball-Debüt die Menschenrechtsaktivistin und Autorin Waris Dirie mit, außerdem war der irische Ministerpräsident Leo Varadkar mit Partner Matthew Barrett Gast in der Kanzler-Loge.

FPÖ meidet Opernball

Die ÖVP war trotz Semesterferien stark am Ball vertreten. Zu Gast waren unter anderem Kulturminister Gernot Blümel, die schwangere Tourismus- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger sowie Staatssekretärin Karoline Edtstadler. Auch Opernballorganisatorin Maria Großbauer sitzt inzwischen für die ÖVP im Nationalrat und fungiert dort seit kurzem als Bereichssprecherin für Kunst und Kultur. Die FPÖ machte sich hingegen heuer eher rar – nur die von der freiheitlichen Partei nominierte Außenministerin Karin Kneissl erschien.

Promis gaben sich die Hand

Auch abseits der Politik tanzten jede Menge Promis am Ball an. Baumeister Richard Lugner hatte die US-amerikanische Schauspielerin Melanie Griffith zu Gast, die trotz einer kürzlichen Hautkrebs-Operation nach Wien gekommen war. Am Ball trug sie ein schwarzen Kleid des Designers Alia, das dieser vor 20 Jahren extra für sie angefertigt hatte.

Melanie Griffith zeigte sich bestens gelaunt vor Opernball-Beginn

Der Wiener Unternehmer Klemens Hallmann wurde von “Cinderella”-Star Lily James begleitet, die ein Kleid von Designerin Eva Poleschinski trug. Neben der 28-Jährigen nahmen auch Starfotograf Michel Comte, Künstler Erwin Wurm, Schauspieler Heiner Lauterbach und Topmodel Barbara Meier, die Freundin des Unternehmers, in der Loge Platz. Aus Deutschland kam erneut Designer Harald Glööckler.

Damit aber nicht genug: Es kamen auch die Schauspieler Gregor Bloeb, Nina Proll, Susanne Wuest, Florian Teichtmeister, Sunnyi Melles. Die wohl schrillste Runde platzierte sich um Künstlermanager Helmut Werner: Ihn begleiteten die ehemalige Erotik-Ikone Sibylle Rauch, die deutsche Schauspielerin Nicole Mieth sowie Sänger und Dschungelcamper Florian Wess. Mieth besuchte zum ersten Mal den Opernball, sie freute sich am Red Carpet “unglaublich” auf den Abend. “Wir erwarten uns einen wunderschönen Abend und tolle Musik”, ergänzte Wess.

Die Designerin Lena Hoschek entwarf die diesjährige Opernball-Fächer gemäß dem Motto “Le nozze di Figaro”. In pastelligen Farbnuancen präsentieren sich zierliche Frühlingsblumen auf einem rosefarbenen Hintergrund und erinnern an ein zartes Blumenbouquet.

Für DJ Ötzi war der rote Teppich “nur Arbeit”. “Aber wenn ich drinnen bin, lass ich mich entertainen”, so Ötzi. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Sonja kam er in einer Kutsche an, den Frack hat er sich für den Ball ausgeborgt. Schauspieler Heiner Lauterbach traf mit seiner Ehefrau Viktoria ein: “Ich habe mir sagen lassen, es ist so ähnlich wie das Oktoberfest nur ohne Lederhose, sondern mit Frack”. “Diese ganze Tradition eines Opernballs, die haben wir in Deutschland nicht”, sagte Lauterbach, der auf eine elegante Erscheinung Wert legt: “Es ist mir lieber, es läuft so, als wenn Leute in Jeans zum Beethovenkonzert gehen.”

(APA)

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