Programm für Wien Modern 2016: “Die letzten Fragen” als Motto

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Der künstlerische Leiter Bernhard Günther.
Der künstlerische Leiter Bernhard Günther. - © APA
Mit vielen Standorten und einem wahren Streichquartettexzess wird Bernhard Günther als neuer Leiter in seine erste “Wien Modern”-Ausgabe starten. Zwischen 30. Oktober und 30. November lautet dabei das Motto “Die letzten Fragen”.

Das  gab der 46-Jährige bei der Präsentation des Programms für Jahr 29 des Festivals am Mittwoch bekannt. Dabei setzt man auf Expansion. “Das Netz von extrem eklektischen Standorten über die ganze Stadt verteilt – diese Karte spielen wir heuer ganz besonders”, so Günther.

So kommen an den 31 Spieltagen des Festivals 21 Spielstätten zum Einsatz – vom Stephansdom über den Zentralfriedhof bis zur Brotfabrik oder dem Dschungel Wien. Natürlich sind aber auch das Konzerthaus oder der Musikverein als Großstandorte wieder mit von der Partie.

Breites Programm bei diesjähriger Wien Modern

Mit 88 Veranstaltungen bietet man dabei ein deutlich erweitertes Programm im Vergleich zum Vorjahr, als rund 50 Veranstaltungen angesetzt waren. Dank einer Verdreifachung der aufgelegten Karten von 40.000 im Vorjahr rechne man mit stark erhöhten Einnahmen, kündigte “Wien Modern”-Vorstand Thomas Angyan an. Zugleich beklagte der Musikvereinsintendant die in Aussicht gestellte Kürzung des Budgets vonseiten der Stadt von 700.000 auf 650.000 Euro: “Wir geben aber nicht auf – wir werden weiter kämpfen.”

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) verwies auf die angespannte Budgetsituation und unterstrich, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei: “Wir bemühen uns sehr, das auch wieder auszugleichen.”

Budget liegt bei 1,075 Mio. Euro

Unabhängig von der städtischen Unterstützung liegt das Budget mit gut 1,075 Mio. Euro höher als im Vorjahr, was an den verstärkten Kooperationen liege, so Günther. Insgesamt sind 55 Ur- und Erstaufführungen angesetzt. Einer der Höhepunkte dürfte die Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ Adaption des Mira-Lobe-Klassikers “das kleine ICH BIN ICH” werden, der ab dem 30. Oktober im Dschungel Wien zu sehen sein wird. Von Haas sind dann auch wieder zahlreiche weitere Werke angesetzt, darunter die Uraufführung seines 9. Streichquartetts, das am 12. November vom New Yorker Jack Quartet im Dunkeln gespielt wird.

Überhaupt setzt Günther einen ganzen Streichquartett-Schwerpunkt, der unter anderem alle derartigen Werke von Harrison Birtwistle, Arnold Schönberg und nicht zuletzt die 15 Quartette von Dmitri Schostakowitsch vereint. Letztere werden als Simultankonzert im ausgeräumten Großen Saal des Konzerthauses am 11. November von Ensembles wie dem Arditti Quartet interpretiert. Als weitere Klangkörper sind die Wiener Philharmoniker beim Festival heuer ebenso mit an Bord wie die Symphoniker oder das RSO.

Lob für “Wien Modern”-Leiter Günther

Das RSO widmet dem einstigen Festivalmitbegründer Claudio Abbado am 13. November im Musikverein ein Ehrenkonzert unter Emilio Pomarico. Unter anderem ist hier die Erstaufführung von Friedrich Cerhas “Nacht” angesetzt. Und für die Erste-Bank-Preisträgerin Eva Reiter schlägt am 9. November die Stunde der Wahrheit, wenn sie im Konzerthaus das Klangforum Wien zum Chor umfunktioniert.

“Es ist ein Mensch, der unglaubliche gestalterische Kraft und Mut besitzt”, lobte angesichts der Vorhaben Konzerthaus-Chef Matthias Naske den neuen “Wien Modern”-Leiter Günther, den er bereits aus seiner Luxemburger Zeit kennt. Schließlich war der am 3. Februar 1970 in der Schweiz geborene Deutsche nach Jahren als Herausgeber des Lexikons für zeitgenössische Musik aus Österreich in Wien von 2004 bis heuer Chefdramaturg der Philharmonie in Luxemburg.

>> Mehr Infos zum diesjährigen Programm.

(APA)

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