Privatinvest schloss auch 2009 im Minus

Wien/Salzburg – Die kleine Salzburger Privatinvest hat auch das Geschäftsjahr 2009 mit roten Zahlen abgeschlossen. Als Jahresfehlbetrag werden 648.761 Euro ausgewiesen, nach einem Verlust im Jahr davor von 5,88 Mio. Euro.

Der Verlust des Jahres 2008 war wegen eines, wie die Bank auch im Jahresbericht 2009 schreibt, “Malversationsfalls” angefallen. Das schwache Ergebnis 2009 hingegen resultierte primär aus einem Rückgang im Zinsüberschuss sowie weniger Einnahmen aus Transaktionsgebühren. Der Nettozinsertrag brach im abgelaufenen Jahr um 30 Prozent ein. Unter anderem wegen der Schließung der Niederlassung in Hartberg (April 2009) sind Kundeneinlagen zurückgegangen.

Im vorangegangenen Geschäftsbericht für 2008 hat die Bank dargestellt, wie sie den damaligen Verlust bilanziell verbucht hat. Dazu heißt es: “Durch Malversationen eines Kundenbetreuers der Niederlassung Wien wurde ein Schaden in Höhe von 5.000.895,60 Euro verursacht. Zum 1. Juli 2008 wurde der 50-Prozent-Anteil der Niederlassung Wien vom Stillen Gesellschafter erworben. Die Abschichtung der stillen Gesellschaft in Höhe von 1.550.000 Euro wurde zur Gänze im Aufwand erfasst. Um unterm Strich einen Bilanzverlust zu vermeiden, wurden Rücklagen aufgelöst, darunter 2,7 Millionen Euro Haftrücklage und 1,5 Millionen nicht gebundene Kapitalrücklage.

Bis 31. Jänner 2010 gehörte die Bank noch zum Vollkonsolidierungskreis der deutschen Commerzbank. Seit 1. Februar 2010 ist die Zürcher Kantonalbank alleiniger Eigentümer. Die Schweizer übernahmen konkret 74 Prozent von der Commerzbank Auslandsbanken Holding Nova GmbH sowie 26 Prozent Anteilsübernahme von der Salzburger Sparkasse.

Der neue Schweizer Eigentümer hat gleich mit einem Gesellschafterzuschuss ausgeholfen: Laut Privatinvest-Jahresbericht 2009 wurde die Eigenmittelausstattung im Februar 2010 über einen Gesellschafterzuschuss der Zürcher Kantonalbank um 5 Mio. Euro erhöht. “Damit wurde der Reduktion der Eigenmittel aufgrund des Jahresfehlbetrages sowie dem geplanten Wachstum Rechnung getragen”, schreibt die Salzburger Bank.

Im Geschäftsjahr 2009 hatte die Privatinvest durchschnittlich 55 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme betrug zum Ultimo 138,9 Mio. Euro. Das war ein Rückgang von 24,6 Prozent.

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