Polizei will bei Flüchtlingen nur anlassbezogen Kontrollen durchführen

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Flüchtlinge und Polizeibeamte auf dem Bahnsteig am Wiener Westbahnhof
Flüchtlinge und Polizeibeamte auf dem Bahnsteig am Wiener Westbahnhof - © APA
In der Bundeshauptstadt ankommende Flüchtlinge werden von der Polizei nur anlassbezogen kontrolliert. Das sagte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl in einem Interview am Donnerstag.

“Wenn sich keine gröberen Ungereimtheiten ergeben und Polizei nicht notwendig ist, um einzuschreiten, warum sollen wir es dann tun”, erklärte Pürstl.

Polizei will für Sicherheit sorgen

Die Polizei will dort, wo große Flüchtlingsströme in Zügen auf dem Weg nach Österreich sind, für Ordnung sorgen, und schauen, dass den Menschen nichts passiert. “Aber was wir sicherlich nicht können, dass wir sämtliche Menschen auf Bahnhöfen und in Zügen kontrollieren und deren Identität feststellen, sowie eventuell festnehmen. Das geht nicht und das ist auch so nicht vorgesehen”, betonte der Wiener Polizeipräsident.

Thema Flüchtlinge: Bekämpfung der Schlepper

Der polizeiliche Schwerpunkt werde weiterhin auf der Bekämpfung der Schlepperkriminalität liegen. “Wir werden von unserer derzeitigen Strategie nicht abgehen.” Es gehe darum, “Kriminelle dingfest zu machen, die sich auf Kosten der Ärmsten der Armen bereichern”, sagte Pürstl. Das Hauptaugenmerk liege auf der Bekämpfung jener, “die aus dem Elend anderer noch ihre Geschäfte machen”.

Da die Flüchtlinge nun nicht mit der Bahn nach Österreich reisen können, könnte sich der Flüchtlingsstrom auf die Straße verlegen und die Schlepperkriminalität weiter zunehmen. “Es ist nicht schwer, sich das auszurechnen, wenn Menschenmassen in den Westen wollen und die eine Möglichkeit ist zu, dann wird man es auf eine andere Möglichkeit versuchen”, machte Pürstl aufmerksam.

Kontakt mit ungarischer Polizei, ÖBB und Ungarn-Bahn

Die Polizei sei in ständigem Kontakt mit den ungarischen Kollegen sowie den Österreichischen Bundesbahnen und den Bahnbehörden in Ungarn. Wenn die Züge wieder von Budapest in die Bundeshauptstadt fahren, “werden wir das in Wien am Bahnhof so handhaben, wie wir das auch in der Vergangenheit gemacht haben”, erklärte Pürstl. “In einer Situation wie dieser ist es ganz klar, dass die Wiener Polizei und die Polizei in Österreich nicht alle Probleme der EU-Außengrenzen lösen kann”, bekräftigte der Präsident.

(apa/red)

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