Polizei warnt: Mit diesen Methoden markieren Einbrecher Wohnungen

In der kalten Jahreszeit drohen wieder mehr Dämmerungseinbrüche.
In der kalten Jahreszeit drohen wieder mehr Dämmerungseinbrüche. - © APA (Symbolbild)
Die spricht über zwei zuletzt aufgeklärte Einbruchsserien und rät, achtsam zu sein. Die Täter haben ihre eigenen Tricks, um potentielle Einbruchswohnungen auszuwählen.

Mit Markierungen an Wohnungstüren würden Einbrecher in letzter Zeit verstärkt arbeiten, hat die Wiener Polizei gewarnt. Mit Klebebändern, Zahnstochern oder Streichhölzern, die an der Tür kleben beziehungsweise im Spalt stecken, können die Verbrecher herausfinden, ob jemand die Räumlichkeiten betreten hat. Die Polizei riet am Rande einer Pressekonferenz, diesen Markierungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Im Hinblick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit wird es bald wieder zu vermehrten Dämmerungseinbrüchen in der Bundeshauptstadt kommen. Die Einbrecher würden mit dieser Methode erkennen, ob sich jemand in der Wohnung befindet. Wenn nicht, würden sie über Balkon- oder Terrassentüren einsteigen. “Mir fallen diese Markierungen auf”, sagte der stellvertretende Leiter des Wiener Landeskriminalamtes, Michael Mimra, hat der Kriminalist ja auch fast tagtäglich damit zu tun. Aber auch die Bewohner der Stadt sollten vermehrt darauf achten.

Schaden von über 400.000 und verklebte Türspione

So waren seit 2009 zwei Männer in der ganzen Stadt unterwegs, um in Erdgeschoßwohnungen und in Häuser einzubrechen. Zuvor haben sie mit einem schmalen Plastikstreifen die Türen markiert. Wurden diese durch das Aufmachen der Türe nicht entfernt, stiegen sie in die Räumlichkeiten ein. Im Jänner konnten die beiden in Rudolfsheim-Fünfhaus dingfest gemacht werden. Im Auto der Männer wurden Einbruchswerkzeug und Diebesgut sichergestellt.

Die Ermittlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, doch konnte den beiden 47 Einbruchsdiebstähle – hauptsächlich am Stadtrand in den Bezirken Favoriten und Penzing – nachgewiesen werden. Den Opfern entstand dadurch ein Schaden von über 400.000 Euro.

Eine weitere Einbruchsserie konnte im Mai geklärt werden, weil die Bewohner aufmerksam waren und auf ominöse Vorgänge in einem Wohnhaus in Hietzing aufmerksam wurden. An einem Tag wurden plötzlich die Türspione verklebt, sodass man nicht mehr auf den Gang blicken konnte. Die Bewohner schlugen Alarm, kurze Zeit später wurden drei Tatverdächtige auf frischer Tat ertappt, als sie mit einem Stemmeisen die Nachbartür aufbrechen wollten. Auf ihr Konto sollen laut Polizei zum Teil sechs versuchte Einbrüche gehen, die sie seit Jänner verübt haben.

Rückgang bei Einbrüchen

In den Jahren 2008 und 2009 hatte es laut Oberst Wolfgang Haupt vom Landeskriminalamt einen vorläufigen Höhepunkt bei Einbrüchen gegeben. Seitdem gingen die Zahlen stetig zurück. Als Reaktion darauf wurden flächendeckend sogenannte Tatort-Opfer-Teams (“Topteams”) installiert. Seit 2010 wurden die mobilen Zweierteams aus speziell ausgebildeten Tatortexperten probeweise eingesetzt. Seit 2013 können die 21 Teams in ganz Wien rund um die Uhr eingesetzt werden, in erster Linie bei Einbrüchen.

Trotz eines stetigen Bevölkerungszuwachses seien die Einbrüche von 2004 bis 2014 um 27,6 Prozent zurückgegangen, betonte Landespolizeivizepräsident General Karl Mahrer. Auch im ersten Halbjahr 2015 (4.361 Einbrüche) gab es im Vergleichszeitraum zum vergangenen Jahr (5.915 Einbrüche) einen “deutlichen Rückgang”, meinte Mahrer. Kopfzerbrechen bereitet den Ermittlern allerdings eine Steigerung von Kfz-Einbrüchen. Im ersten Halbjahr 2015 waren bereits 5.022 Einbrüche zu verzeichnen (2014: 4.121). “Die Alarmglocken sind da bei uns schon wieder in der Höhe”, sagte der Landespolizeivizepräsident. Grund für die Steigerung dürfte unter anderem das verstärkte Auftreten von algerischen Tätergruppen und die Zunahme von Diebstählen von Airbags sein.

(APA, Red.)

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