“Politischer Aschermittwoch” als Wahlkampf-Event der Kärntner ÖVP

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Die Kärntner ÖVP ist mit Kanzler Sebastian Kurz in den Aschermittwoch gestartet.
Die Kärntner ÖVP ist mit Kanzler Sebastian Kurz in den Aschermittwoch gestartet. - © APA/GERT EGGENBERGER
Die ÖVP feierte am Mittwochabend in Klagenfurt einen “politischen Aschermittwoch”. Dabei handelte es sich gleichzeitig um die größte Wahlkampfveranstaltung der Kärntner ÖVP im Landtagswahlkampf.

Als Hauptprogrammpunkt war eine Rede von Bundeskanzler und Bundesparteichef Sebastian Kurz angekündigt. Bei – passend zum Tag – streng vegetarischem Buffet stimmte die Band “Egon 7” mit Austropop und Abba auf den Abend ein. Die Veranstaltung ist auch gleichzeitig das größte Wahlkampf-Event der Kärntner ÖVP für die Landtagswahl am 4. März.

Reden von Kurz und Mikl-Leitner in Kärnten

Neben einer Rede von Landes-Spitzenkandidat Christian Benger stand auch ein Beitrag von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner – die Ende Jänner in Niederösterreich die Mandats-Absolute verteidigte – am Plan. In der gut gefüllten Messehalle, in der bis Samstag noch die “Klagenfurter Stadtrichter” ihre Faschingsauftritte hatten, wurden auch die Minister Elisabeth Köstinger, Juliane Bogner-Strauß und Josef Moser gesichtet. Kurz vor 19.00 Uhr zogen die Parteispitzen in den Saal ein, allen voran Kurz, der mit Standing Ovations empfangen wurde. Rund 1.300 Funktionäre aus allen Teilen Kärntens waren anwesend. Bundesparteichef Sebastian Kurz und einige Bundespolitiker gaben das Motto für die kommenden Tage bis zum 4. März aus: “Laufen, laufen, laufen.”

Mit Spannung erwartet wurde die Rede von Kurz – wer sich markige Wahlkampftöne und ein Pointenfeuerwerk erwartet hatte, wurde aber enttäuscht. In seinem elfminütigem Beitrag machte Kurz dafür vor allem den “neuen Stil” der Volkspartei verantwortlich, man wolle mit eigenen Ideen überzeugen. Die Landtagswahl in Kärntenwolle man ebenso wie die in Tirol und Salzburg gewinnen, sagte Kurz, der vor allem über die Beschlüsse der neuen Bundesregierung referierte, aber Kärnten auch Unterstützung für die Zukunft zusicherte.

Benger: Kärnten “nach vorne bringen und verändern”

Landesparteiobmann und Spitzenkandidat Christian Benger sprach davon, dass er Kärnten “nach vorne bringen und verändern” will. Er warf einen sorgenvollen Blick auf das Land: “Die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich, die Abwanderung groß, das Sozial- und Gesundheitswesen können wir nicht mehr finanzieren, die Betriebsgründungen sind überschaubar, die Schulden exorbitant.” Vor diesem Hintergrund machte Benger eine “Koalitionsansage”: “Für mich ist entscheidend: Reformen müssen stattfinden. Das ist die Koalitionsbedingung für die ÖVP.”

Zu diesem Zweck stellte er auch eine überparteiliche Reformkommission vor. Die Mitglieder: Gottfried Haber für den Gesundheitsbereich, Werner Wutscher als Wirtschaftsexperte, Helga Berger als Finanzexpertin und für den Bereich Sicherheit die Kärntner Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß. Weitere Schwerpunkte müssten die Bereiche “Jugend, ländlicher Raum und Bildung” sein, für “Straßenverkehr und Datenverkehr” gelte es, eine Infrastruktur-Milliarde sicherzustellen. “Wir könnten diese Milliarde – auf die Legislaturperiode gerechnet – selbst finanzieren”, sagte Benger und nannte erneut die Bereiche Gesundheit und Soziales, sowie die Verwaltung als Beispiele mit Einsparungspotenzial, Benger bezifferte dieses mit 140, beziehungsweise 70 Millionen Euro pro Jahr. Bei der Wahl will die ÖVP so viele Stimmen und Mandate erreichen, um “aus eigener Kraft am Verhandlungstisch” zu sein: “Mit eurer Kraft, mit meiner Entschlossenheit, mit dem gemeinsamen Willen und der Freude zu gewinnen werden wir erfolgreich sein”, rief Benger den Mitstreitern im Saal zu.

“So viele ÖVPler auf einem Fleck noch nie gesehen”

“Ich war schon oft in Kärnten, aber so viele ÖVPler auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen”, startete Mikl-Leitner in ihr Bühnen-Interview, “es müssen aber noch viel mehr werden, um Kärnten verändern zu können.” Sie verwies auf ihren Wahlkampf unter dem Motto “Miteinander”, man müsse Ideen bündeln und zu besten Lösungen zu machen. Sie sei in Kärnten, um das “Feuer weiterzugeben, das in mir brennt, eine Wahl zu schlagen und zu gewinnen”: “Laufen, laufen, laufen, es ist alles drin”, lautete ihre Motivation für die Funktionäre. Abgeschlossen wurde der Abend gleich mit drei Hymnen: Dem Kärntner Heimatlied, der österreichischen Bundeshymne, bei der so manchem Saalgast noch die töchterfreie Version durchrutschte. Und schließlich mit Rainhard Fendrichs “I am from Austria”.

>>>Hier geht es zum Special der Kärnten-Wahl

APA/Red.

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