“Playboy”-Gründer Hugh Hefner gestorben

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Der legendäre "Playboy"-Gründer starb im Alter von 91 Jahren
Der legendäre "Playboy"-Gründer starb im Alter von 91 Jahren - © APA (AFP/Getty)
“Playboy”-Gründer Hugh Hefner ist im Alter von 91 Jahren in seiner Villa “Playboy Mansion” in Beverly Hills gestorben. Das gab das US-Männermagazin in der Nacht auf Donnerstag bekannt. Hefner hatte 1953 das Magazin gegründet, das mit seinen Nacktfotos für Furore sorgte. Er selbst hatte einst für sich in Anspruch genommen, die sexuelle Revolution ab den 50er-Jahren befeuert zu haben.

Der Pionier der Erotikpresse lebte auch selbst die sexuelle Freizügigkeit aus. In seiner “Playboy Mansion” in Los Angeles feierte er ausschweifende Partys, stets zeigte er sich in Begleitung junger Frauen. Legendär ist sein roter Samt-Bademantel, in dem er häufig für Fotos posierte. Die Twitter-Mitteilung von “Playboy” zu seinem Tod zeigte ein Foto von Hefner und zitierte dessen Lebensmotto: “Das Leben ist zu kurz, um den Traum von jemand anderem zu leben.”

Das Magazin mit Ablegern in zahlreichen Ländern setzt bis heute auf eine Mischung aus Erotikfotos und Berichten über Mode, Kultur und Politik. Immer wieder ließen sich prominente Frauen nackt für den “Playboy” ablichten, so noch Anfang 2016 die Schauspielerin Pamela Anderson. Dann erklärte das Magazin zum Entsetzen seiner Fans, dass Nacktfotos überholt seien und künftig darauf verzichtet werde – ein Jahr später, im Februar 2017, kehrte der “Playboy” aber zu seinem Erfolgskonzept zurück.

Hefner war – neben seinen zahlreichen Affären – drei Mal verheiratet, er hat vier Kinder. In einem Gespräch mit dem Magazin “Esquire” von 2013 versicherte er, mit “mehr als tausend” Frauen geschlafen zu haben. Noch in hohem Alter war er an der Erstellung der jeweiligen “Playboy”-Ausgaben beteiligt und ging weiter in Nachtclubs feiern. Hefner starb nach Angaben seines Magazins eines natürlichen Todes.

Der am 9. April 1926 in Chicago geborene wuchs Hefner in einer protestantisch-konservativen Familie auf. “Mein Leben und die Einführung des Playboy waren die Antwort auf eine repressive und puritanische Erziehung”, sagte er im Jahr 2003. “Ich habe nur Schmerz und Heuchelei erlebt.” Später habe er dann versucht “traditionell zu leben, aber das war nicht wirklich meine Sache”.

Nach mehreren Jobs in der Redaktion des “Esquire” entschloss sich Hefner, 1953 ein eigenes Magazin auf den Markt zu bringen. Angesichts der Rückkehr konservativer und repressiver Lebensformen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs habe er “verstanden, dass wir nicht auf dem Weg des Fortschritts waren”. Es war die Zeit, in der Ehepartner in Hollywoodfilmen in getrennten Betten schliefen, als der Playboy mit Tabus brach und auf seinem ersten Titelbild Marilyn Monroe zeigte.

Seinen Höhepunkt erreichte das Blatt im Jahr 1972 mit einer Auflage von sieben Millionen Exemplaren. Zu dem Unternehmen zählten ab 1960 auch Fernsehproduktionen und die berühmten Playboy Clubs mit Hostessen in Hasenkostümen.

Hefners Sohn Cooper, künstlerischer Leiter im Unternehmen Playboy Enterprises, erklärte zum Tode seines Vaters: “Mein Vater hat ein außergewöhnliches Leben gelebt sowohl als Medien- und Kulturpionier als auch als Vorreiter bestimmter bedeutender kultureller und sozialer Bewegungen unserer Epoche, indem er vor allem als Verteidiger der Meinungsfreiheit, der sexuellen Freiheit und der Bürgerrechte auftrat.” Sein Vater habe einen “Lebensstil und eine Philosophie” gepflegt, die im “Herzen der Marke Playboy verankert” gewesen seien.

(APA/dpa/ag.)

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