Picknick mit Bären – Trailer und Kritik zum Film

Picknick mit Bären – Trailer und Kritik zum Film
Eigentlich wollte Robert Redford (79) vor vielen Jahren seinen Freund und Leinwandpartner Paul Newman für “Picknick mit Bären” gewinnen.

Schon 2005 hatte sich der Oscar-Preisträger und Outdoor-Enthusiast Redford die Rechte für die Verfilmung des gleichnamigen Buchs mit dem englischen Titel “A Walk in the Woods” gesichert.

Picknick mit Bären – Die Geschichte

Der amerikanische Reise-Schriftsteller Bill Bryson beschreibt darin seinen Versuch, mit einem gehfaulen Freund den über 3.300 Kilometer langen Appalachian Trail zu bezwingen. Der Fernwanderweg im Osten der USA zieht sich über 14 Bundesstaaten vom südlichen Georgia bis ins nördliche Maine. Doch Redford und Newman, Co-Stars aus “Butch Cassidy and the Sundance Kid” (dt. “Zwei Banditen”, 1969) und “The Sting” (dt. “Der Clou”, 1973), packten das Projekt nicht schnell genug an. Newman wurde krank und zog sich 2007 aus dem Filmgeschäft zurück. “Es bricht mir das Herz”, sagte Redford damals dem US-Männermagazin “Playboy”. 2008 starb Newman im Alter von 83 Jahren.

Vielleicht wäre es dem legendären Duo gelungen, einen amüsanten Film über das Älterwerden, über Männerfreundschaften und die Abenteuer und Strapazen eines Wildnistrips zu drehen. Letztlich ist “Picknick mit Bären”, das am Freitag in den österreichischen Kinos startet, nach vielen Umwegen zustande gekommen – leider bleiben Tiefsinn und Humor auf der Strecke.

Die Buddy-Komödie mit Nick Nolte (74) als Redfords Wanderpartner verflacht zu einer langweiligen Farce mit platten Witzen. Nicht nur die alternden Kumpels mühen sich auf dem Wanderweg ab, auch für die Zuschauer ist es eine Tour de Force mit lahmer Handlung, zähen Dialogen und abgedroschenen Anspielungen auf das Älterwerden und den körperlichen Verfall.

Picknick mit Bären – Die Kritik

An Nolte liegt es nicht unbedingt. Der hetzt beleibt, mit grauem Zottelbart und hochrotem Kopf über Stock und Stein dem fast achtzigjährigen und immer noch drahtigen Redford hinterher. Doch Komödien-Regisseur Ken Kwapis (“Eine für 4”, “Er steht einfach nicht auf Dich”) hat die Chance verpasst, das ungleiche Paar auf einen humorigen Trip mit mehr Tiefgang zu schicken. Das war Autor Bryson mit Ironie und seinem treffenden Blick für die Marotten der anderen Weggefährten, darunter auch Bären und Schlangen, in der Buchvorlage gelungen.

Redford mimt den Schriftsteller, der sich weder von seinen erwachsenen Kindern noch von der besorgten Ehefrau (eine flache Nebenrolle für Emma Thompson) von dem gewagten Vorhaben abbringen lässt. Die Familie stellt zur Bedingung, dass sich Bryson nicht alleine auf den Trip macht, ein Wanderpartner muss her. Keiner seiner Freunde traut sich das zu, außer Katz, sein lange verschollener Jugendfreund. Ein Ex-Alkoholiker, der in besseren Zeiten Frauen nachjagte, quält sich nun mit seiner Leibesfülle, Herzbeschwerden und kaputten Knien ab.

Dass die beiden den mehrmonatigen Gewaltmarsch nicht schaffen werden, liegt auf der Hand. Die alten Herren müssen nicht nur Bären loswerden und einen Schneesturm überleben. Sie schütteln auch eine nervige Solo-Wanderin (Kristen Schaal) und einen eifersüchtigen Ehemann ab. Es ist irgendwie peinlich, wie sich Redford und Nolte für oberflächlichen Klamauk einspannen lassen. Nur wenige Momente gehen tiefer, etwa wenn sie auf dem Marsch über Trunksucht und eheliche Treue sinnieren. Die schönen Ausblicke über endlose Bergketten und einsame Wälder entschädigen kaum für die banalen Dialoge.

Dass weniger Worte mehr sind, hatte Redford zuletzt in dem Überlebensdrama “All Is Lost” bewiesen. Grandios und fast wortlos kämpfte der Schauspieler als schiffbrüchiger Solo-Segler gegen die Naturgewalten. Nach dieser oscarreifen Darbietung kann man Redford einen Ausrutscher wie “Picknick mit Bären” verzeihen.

(APA)

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