Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – Trailer und Kritik zum Film

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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – Trailer und Kritik zum Film
Man merkt gar nicht, wie sehr man die magische Welt aus der Feder J.K. Rowlings vermisst hat, bis man wieder in sie eintaucht. Mit “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” gibt die britische Autorin ihr Drehbuchdebüt und fügt ihrem “Harry Potter”-Kosmos ein so unterhaltsames wie düsteres Kapitel hinzu.

“Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” ist rund 70 Jahre vor Rowlings 1997 erschienenem ersten Buch um den Zauberlehrling Harry Potter angesiedelt und basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch, das dieser in der Hogwarts-Schule für Zauberei und Hexerei liest. Der fiktive Autor Newt Scamander, gespielt von Oscarpreisträger Eddie Redmayne (“Die Entdeckung der Unendlichkeit”), führt eine neue Riege an Charakteren mit magischen Kräften an, die uns im ersten von fünf geplanten Filmen begegnen. Dass sich das alles so vertraut anfühlt, ist neben Rowling auch Regisseur David Yates zu verdanken, der schon die letzten vier Potter-Blockbuster inszenierte. Wer diese schon zu unheimlich für Kinderaugen und Zartbesaitete fand, muss sich auf etwas gefasst machen.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – Die Handlung

Im New York der 20er-Jahre, zur Ära der Prohibition, herrschen ökonomische Ungleichheit und Furcht vor dem Unbekannten, weshalb die magische Gemeinschaft gezwungen ist, im Verborgenen zu leben. Als sich eine geheimnisvolle, finstere Macht in der Stadt ausbreitet und Spuren der Verwüstung hinterlässt, fürchten die Zauberer und Hexen, offenbart zu werden. Indes sehnt eine sektenähnliche, (noch) belächelte Gruppe um Mary Lou Barebone (Samanatha Morton) neuerliche Hexenprozesse herbei und ist der dunkle Zauberer Gellert Grindelwald untergetaucht, nachdem er in Europa Angst und Schrecken verbreitet hat.

Als der britische Magizoologe Newt Scamander im Jahr 1926 auf Ellis Island vor New York ankommt, ahnt er nicht, wie angespannt die Stimmung zwischen Zauberern und No-Majs (amerikanisch für Muggels, also Nicht-Magier) ist. Auf seiner Weltreise hat er soeben seltene magische Kreaturen ausfindig gemacht, die er erforschen und beschützen will. Einige von ihnen trägt er in seinem unscheinbaren Lederkoffer, einem Refugium von ungeahnter Dimension, mit sich. Als der Koffer durch einen Zusammenstoß in die Hände des gutmütigen No-Maj Jacob Kowalski (Dan Fogler) gerät, entweichen einzelne Geschöpfe und sorgen schon bald für Chaos in der Metropole.

Zeugin von alldem wird die Hexe Porpentina “Tina” Goldstein (Katherine Waterston), die einen Verstoß gegen das Geheimhaltungsstatut erkennt und Newt dem magischen Kongress MACUSA vorführt. Doch der zwielichtige Direktor für magische Sicherheit, Percival Graves (Colin Farrell), nimmt nicht nur Newt, sondern auch Tina ins Visier. Also ziehen die zwei Flüchtigen gemeinsam mit Jacob sowie Tinas Gedanken lesender Schwester Queenie (Alison Sudol) los, um die entwischten Fabelwesen wieder einzufangen, ehe ihnen etwas passiert – und sehen sich schon bald einer Gefahr gegenüber, die No-Maj und Magier gleichermaßen bedroht.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – Die Kritik

“Fantastic Beasts and where to find them”, wie das Spin-off im Original heißt, funktioniert auch losgelöst von den Potter-Romanen, deren Verfilmungen zwischen 2001 und 2011 an den Kinokassen weltweit rund sieben Milliarden Dollar (6,5 Mrd. Euro) eingespielt haben. Nichtsdestotrotz ist die neue Reihe stark in dieser so beliebten Welt verankert und ist bereits in Teil 1 die Rede von einem jungen Albus Dumbledore, der später Hogwarts-Leiter und Mentor Harrys werden wird. Dumbledore soll in den Folgefilmen ebenso eine größere Rolle spielen wie der von Johnny Depp gespielte Grindelwald, auf den wir hier einen ersten Blick erhaschen.

Neben den liebenswerten, über sich hinaus wachsenden Figuren – allen voran der fantastische Redmayne als verschmitzter, schüchterner Held – sind es die impliziten politischen Botschaften für mehr Toleranz und Zusammenhalt, die das Schaffen Rowlings auszeichnen. Fremdenhass, Unterdrückung und Intoleranz sind die vorherrschenden Themen in “Phantastische Tierwesen…”, hat sich die Autorin doch vom “weltweiten Anstieg des Populismus” inspirieren lassen, wie sie vergangene Woche bei der Premiere in London verriet. Die aktuellen Parallelen verstärken die düstere, unheimliche Stimmung des Films, der zu einem Großteil in den finsteren Straßen New Yorks spielt, das durch beeindruckende Effekte zunehmend in Schutt und Asche verfällt. Immer wieder wird die Mission der vier Helden von rasanten Verfolgungsjagden und wummernden Schreckensszenarien durchkreuzt.

Da freut man sich zwischendurch umso mehr über tierische Aufmunterung. Schon in den “Harry Potter”-Filmen kamen ab und an Fabelwesen vor, nie jedoch in diesem Ausmaß und derart gut zum Leben erweckt. Von winzig bis riesig, von niedlich bis einschüchternd ist im Koffer, der eine magische, farbenfrohe Welt in sich birgt, alles dabei. Zu Publikumslieblingen werden wohl das kleptomanische Schnabeltier und die seltsam wulstige Nashorn-Dame, die Redmayne als Newt doch glatt zu einem Paarungstanz veranlasst. Man darf gespannt sein, was sich Rowling noch alles einfallen lässt. Nächste Station: Paris, 1928.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind”

(APA)

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