Pflegeskandal: Bundesverband steht hinter Wiener Heimleiterin

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Der Verband steht hinter der Wiener Heimleiterin.
Der Verband steht hinter der Wiener Heimleiterin. - © APA
Der Pflegeskandal, bei dem Patienten gequält worden sein sollen, zieht weite Kreise: Lebenswelt Heim, der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime, steht hinter jener Wiener Heimleiterin, die “unwissentlich” zwei der im Zusammenhang mit der Causa Pflegeheim in Kirchstetten/NÖ verdächtige Pfleger eingestellt hatte.

Die “personalverantwortliche Führungskraft” sei gekündigt worden, hieß es am Sonntag in einer Aussendung. Robert Sonnleitner, Pressesprecher der Salvatorianer in Österreich, bestätigte dies auf APA-Anfrage. Es habe eine “einvernehmliche Kündigung” gegeben.

Bundesverband steht hinter Wiener Heimleiterin

“Die Causa Pflegeheim Kirchstetten erschüttert auch uns und muss lückenlos aufgeklärt werden”, betonte Markus Mattersberger, Präsident von Lebenswelt Heim. Ob und wie durch eine entsprechende Qualitätssicherung solch “unfassbare und erschütternde Verbrechen in Pflegeeinrichtungen” in Zukunft weitgehend verhindert werden könnten, gelte es zu klären. Ebenso dürfe es jedoch “nicht zu ungerechtfertigten Kündigungen kommen”.

Personalverantwortliche Führungskraft gekündigt

Die Führungskraft einer Wiener Senioreneinrichtung habe im April zwei Personen aus Kirchstetten eingestellt, schrieb Lebenswelt Heim. “Es ist unwahrscheinlich und nicht davon auszugehen, dass diese von sich aus angegeben haben, dass gegen sie ermittelt wird. Von Gesetzes wegen dürfen auch Arbeitszeugnisse keine negativen Formulierungen enthalten, es sei denn, es wurden gerichtlich Straftaten im Zusammenhang mit der eigenen Stelle gerichtlich nachgewiesen (bis heute gibt es jedoch keine Verurteilungen), da negative Dienstzeugnisse ein schlechtes Licht auf Mitarbeitende werfen und ihnen die Jobsuche erheblich erschweren könnten. Häufig werden daher lediglich Dienstzeitbestätigungen ausgestellt, aus denen nichts herauszulesen ist”, stellte sich Mattersberger hinter die personalverantwortliche Führungskraft.

Pflegeskandal in Kirchstetten

Der Präsident forderte “Augenmaß und Besonnenheit in der Entscheidung”. Während die Gerichte in der Causa Pflegeheim Kirchstetten noch zu keinem Ergebnis gekommen seien, trenne man sich in Wien von einer personalverantwortlichen Führungskraft, “in deren Haus keinerlei Missstände festgestellt worden sind”.

Von der Wiener Stadtzeitung “Falter” aufgedeckte Details im vor einem Jahr bekannt gewordenen Fall des Quälens von Patienten in dem Pflegeheim in Kirchstetten haben in den vergangenen Tagen die Wogen hochgehen lassen und zu neuen Entwicklungen geführt: Zwei der Verdächtigen, die trotz laufender Ermittlungen in einer Wiener Senioreneinrichtung tätig waren, wurden ebenso entlassen wie am Freitag auch die Heimleiterin. Die Pflegerin und ihr Kollege waren am Mittwoch wegen Tatbegehungsgefahr festgenommen worden. In der Folge entschied das Landesgericht St. Pölten, gelindere Mittel anzuwenden und sie gegen das Gelöbnis, bis zum Ende des Verfahrens nicht mehr im Pflegebereich zu arbeiten, zu enthaften.

(APA/Red)

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