Personal im Krankenhaus Göttlicher Heiland gegen Gehaltskürzungen

350 Beschäftigte waren bei der Betriebsversammlung anwesend.
350 Beschäftigte waren bei der Betriebsversammlung anwesend. - © APA
Bei einer am Donnerstag stattfindenden Betriebsversammlung im Wiener Krankenhaus Göttlicher Heiland hat sich das Personal solidarisch gegen die von der Geschäftsführung geplanten Einsparungen und Gehaltskürzungen auf dem Rücken neuer Mitarbeiter ausgesprochen.

So sollen u. a. für Neueintretende ab März 2018 die Nachtzulage für Portiere sowie für Pfleger die Zulagen für Sonn- und Feiertagsdienste sowie die Jubiläumsgelder für langjährige Betriebszugehörigkeit gestrichen werden. Die Kündigung der entsprechenden Vereinbarungen bringt für neue Mitarbeiter jährliche Gehaltskürzungen zwischen rund 1.400 bis 2.400 Euro, gaben die Gewerkschaft vida und der Betriebsrat heute bekannt.

Belegschaft geschlossen gegen Gehaltskürzungen

“Wir sind selbstverständlich weiter verhandlungsbereit und stehen zu hundert Prozent hinter der Belegschaft. Wenn notwendig, werden wir die MitarbeiterInnen und den Betriebsrat mit der gesamten Bandbreite an zur Verfügung stehenden gewerkschaftlichen Maßnahmen unterstützen. Die Vorbereitungen dazu sind bereits angelaufen, denn Nacht- und Feiertagsarbeit darf nicht weniger wert sein”, sagt Helmut Gruber, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida in Wien an. Zudem biete auch die aktuelle wirtschaftliche Situation des Unternehmens keinen Anlass für derart drastische Sparmaßnahmen, so Gruber.

“Auch seitens des Betriebsrats werden wir derartige ‚Weihnachtsgeschenke‘ der Geschäftsführung sicherlich nicht widerstandslos entgegennehmen”, fügt Gerald Mjka, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus Göttlicher Heiland, hinzu. “Wir sind uns mit den MitarbeiterInnen, die bereits in der Vergangenheit Gehaltskürzungen hinnehmen mussten, einig, dass wir auf keinen Fall eine ‚Zwei-Klassen-Belegschaft‘ haben wollen. Gleiche Arbeit muss auch gleich viel wert sein. Denn alle Beschäftigten sind während ihrer Dienste bei Tag und Nacht immer höher werdenden Anforderungen und Belastungen ausgesetzt”, betont Mjka.

Versammlung sorgte für längere Wartezeiten für Patienten

Das bestehende Personal sei aktuell nicht betroffen, in Gesprächen mit dem Betriebsrat wollte die Geschäftsleitung aber auch weitere Sparmaßnahmen beim gesamten Personal nicht ausschließen. “Wir kämpfen somit nicht nur um die Löhne und Gehälter zukünftiger KollegInnen, sondern auch um jene der bestehenden Belegschaft”, stellt der Betriebsratsvorsitzende klar.

“Im Krankenhaus kam es heute wegen der Versammlung zu teils längeren Wartezeiten für PatientInnen. Die PatientInnen zeigten durchwegs Verständnis für unsere Anliegen und waren unserer Meinung, dass bei der Gesundheitsversorgung durch fachlich kompetentes und hochmotiviertes Krankenhauspersonal nicht gespart werden darf”, bekräftigen Gruber und Mjka.

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