Pasolini – Trailer und Kritik zum Film

Pasolini – Trailer und Kritik zum Film
Das Enfant terrible, bekannt für heftige Wutausbrüche und seinen exzentrischen Gestus, stellte im Rahmen der Viennale 2014 seinen jüngsten Film “Pasolini” mit Willem Dafoe in der Hauptrolle vor – und gestand dem Publikum seine Verehrung für den italienischen Poet und Regisseur.

“Er war immer jener Filmemacher, der wir irgendwann sein wollten”, erzählte der 63-Jährige im Anschluss an die Vorführung des Films, der in Venedig seine Uraufführung feierte und die letzten Stunden von Pier Paolo Pasolini vor seiner Ermordung vor 39 Jahren schildert. “Für uns war sein Tod wie für andere jener von James Dean”, erklärte Ferrara seine Verbundenheit mit Leben und Werk des legendären Künstlers (“Salo oder die 120 Tage von Sodom”).

Pasolini – Die Geschichte

Dafoe liefert in dem Werk eine außergewöhnliche Darbietung, wie auch sein Regisseur nach der vierten Zusammenarbeit mit dem Hollywoodstar bestätigte. Ferrara hatte unmittelbar davor mit Gerard Depardieu in “Welcome to New York” die Sex-Affäre des ehemaligen Währungsfonds-Chefs Dominique Strauss-Kahn verfilmt. Beide Arbeiten drehten sich letztendlich nicht um die Kontroversen, sondern die persönlichen Aspekte, sagte Ferrara.

Der Amerikaner, der in Los Angeles nach eigenen Angaben seine Lektion gelernt hat und mittlerweile in Rom lebt, verzichtet in “Pasolini” wie gewohnt auf eine stringente Erzählung, bleibt aber dennoch deutlich stärker fokussiert als in vergangenen Arbeiten. Auf mehreren Narrationsebenen wird Pasolini zwischen Arbeit, Leben und Lust als politischer und intellektueller Autor in einem homosexuellenfeindlichem Umfeld gezeichnet.

Pasolini – Die Kritik

“Er war ein Aktivist auf jeder Ebene”, zollte Ferrara dem kommunistischen Filmemacher Bewunderung. Pasolini habe gezeigt, dass eine Person den Unterschied ausmachen könne. “Er hat das gelebt, nicht nur darüber gesprochen.” Den Film selbst, der ausschließlich europäisch finanziert ist, will er als “Erlebnis” wahrgenommen wissen. Dass er “in diesem wunderschönen Kino vor so vielen Menschen” gezeigt wurde, bezeichnete er als “große Ehre”.

Ferrara, einst mit Filmen wie “King of New York” und “Bad Lieutenant” berühmt geworden, zog schließlich zum Amüsement des Publikums noch ein wenig über die USA vom Leder (“wir sind ein bisschen besser darin, das Zeug zu verkaufen als zu machen”), zeigte sich hinsichtlich von neuen Vertriebsformen von Filmen sehr liberal und ließ alle von Dafoe herzlich grüßen. Langer Applaus für einen sympathischen Festivalauftritt war ihm am Ende dafür sicher.

(APA)

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