Pan – Trailer und Kritik zum Film

Pan – Trailer und Kritik zum Film
Seit rund 100 Jahren wird sie auf Papier, auf der Bühne und auf der Leinwand immer wieder erzählt: Die fantastische Legende von Peter Pan, dem Buben, der nie erwachsen wird.

Regisseur Joe Wright fügt der Reihe mit seinem Fantasy-Spektakel “Pan” nun die Vorgeschichte von Peters Reise mit Wendy, John und Michael nach Neverland hinzu. Das hätte er sich aber auch sparen können. Ab Freitag im Kino.

Pan – Die Geschichte

Basierend auf den Anfang des 20. Jahrhunderts von Kinderbuchautor J.M. Barrie kreierten Figuren setzt Drehbuchautor Jason Fuchs “Pan” zur Zeit des Zweiten Weltkriegs an: Über den Häusern von London kreisen Nazi-Kampfjets – und ein Piratenschiff. Das macht eines Nachts über jenem Waisenhaus Halt, in dem der zwölfjährige Peter (Levi Miller) der Rückkehr seiner Mutter (Amanda Seyfried) harrt, die ihn als Baby hier ausgesetzt hat. An Seilen rutschen die Piraten durch das offene Dach hinab und nehmen zahlreiche Kinder, darunter Peter, mit.

Der Flug, einmal durch die Wolkendecke ins All und wieder zurück, führt die verängstigten Kinder in ein Bergwerk auf der fernen, magischen Insel Neverland. Dort lässt der herrische Pirat Blackbeard (Hugh Jackman) versklavte, elternlose Buben (Peter Pans spätere Lost Boys) nach aus Feenstaub zusammengesetzten Kristallen hacken. Wer sich daneben benimmt, wird über die Planke des fliegenden Piratenschiffs gejagt. So auch gleich an seinem ersten Tag Peter, der zum Erstaunen aller nicht in den Tod fällt, sondern: fliegt!

Für Blackbeard ist klar: Der Bub muss jener Auserwählter sein, der der Legende nach die von Blackbeard vertriebenen Feen befreien und ihn töten will. Gemeinsam mit dem Minenarbeiter James Hook (Garrett Hedlund) flieht Peter rechtzeitig und landet im gefährlichen Urwald in den Armen der indianischen Prinzessin Tiger Lily (Rooney Mara), die ihm mehr über seine wahre Herkunft und kämpferische Mutter erzählt. Mit Blackbeard dicht auf den Fersen, machen sich die Drei auf den Weg, um Peters Schicksal zu erfüllen.

Pan – Die Kritik

Sie sind ständig in Bewegung, die Protagonisten von “Pan”, aber in Fahrt kommt das Fantasy-Abenteuer von “Stolz und Vorurteil”-Regisseur Wright trotzdem nie. Aufwendig in 3D gedreht und vor Computeranimationen nur so übergehend, bleibt Neverland genauso flach wie seine Protagonisten. Den düsteren Themen von Verlust der Eltern über Zweiter Weltkrieg bis Kinderarbeit fehlt es an Tiefe, der ungewöhnlichen Insel trotz Feenschwärmen, Riesenvögeln und fliegenden Schiffen an Magie, der hektischen Flucht quer durch Fantasiewelten an Spannung und dem gesamten Film an Humor und Augenzwinkern. Einzig die Kostüme – im Steampunk-Look rund um Blackbeard und farbenfroh rund um Tiger Lily – sind ein Blickfang. Aber so altbacken der Rest anmutet, so fehl am Platz scheint dann der Piraten- und Kinderchor, der bei Blackbeards Ankunft Nirvanas “Smells like teen spirit” oder an anderer Stelle gar die Ramones-Nummer “Blitzkrieg Bop” schmettert.

Die Schauspieler tun ihr Bestes, ihren Figuren Leben einzuhauchen, scheitern aber an den Umständen. Zwar überzeugt der australische Nachwuchsschauspieler Levi Miller als mit seiner Bestimmung hadernder Peter Pan und hinterlässt Hollywood- und Musicalstar Hugh Jackman (“X-Men”) in seiner Aufmachung als eitler, ambivalenter Blackbeard mit Ziegenbart und Glatze unter dem tiefschwarzen Beehive durchaus einen bleibenden Eindruck. Doch Shootingstar Garrett Hedlund (“Tron: Legacy”) darf lediglich als machoider Indiana-Jones-Verschnitt auftreten, ohne die uns bekannten Abgründe (Captain) Hooks anzudeuten. Und die blasse, zierliche Rooney Mara (“Verblendung”, “Carol”) ist – so talentiert sie auch ist – als einzige Weiße im multikulturellen Stamm eine im Vorfeld viel kritisierte, klare Fehlbesetzung als “indianische” Prinzessin.

Auch in anderen Belangen – etwa der umgedeuteten Kraft von Feenstaub – hakt es beim bis zuletzt nie ans Herz gehenden “Pan” hinten und vorne. Manch Freunde von Barries zeitloser Erzählung werden nichtsdestotrotz in die Kinos strömen. Lange in Erinnerung bleibt die blutleere Vorgeschichte wohl nicht.

(APA)

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