Palmöl-Test – Rendi-Wagner kündigte Runden Tisch an

Rendi-Wagner will Palmöl reduzieren
Rendi-Wagner will Palmöl reduzieren - © APA
Nachdem ein im Auftrag von Greenpeace durchgeführter Test teils hohe Konzentrationen gesundheitsgefährdender Stoffe in palmölhaltigen Lebensmitteln ergeben hat, will Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) einen Runden Tisch zum Thema veranstalten. Die Ergebnisse würden “sehr deutlich” zeigen, dass “wir die Anstrengungen, Palmöl zu reduzieren, weiter fortführen müssen”, sagte Rendi-Wagner.

Der Runde Tisch werde “in den nächsten Tagen” unter Beteiligung von Vertretern aus dem Gesundheitsministerium, dem Landwirtschaftsministerium, der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES), dem Umweltbundesamt sowie den Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Global 2000 stattfinden. Die Experten sollen “anhand der Testergebnisse das Risiko einschätzen und Lösungsansätze diskutieren”, teilte Rendi-Wagner mit.

Auch Grünen-Umweltsprecherin Christiane Brunner sieht “akuten Handlungsbedarf”. Am kommenden Dienstag werde im Umweltausschuss ein Antrag der Grünen auf eine Reduktion des Palmöls eingebracht. “Neben einer Ausweitung der Kennzeichnung von Palmöl in Produkten fordern wir strenge Schadstoff-Grenzwerte für 3-MCPD- und Glycidyl-Ester bei Palmöl und anderen Pflanzenölen”, so Brunner. Der Einsatz von Palmöl brauche dringend politische Rahmenbedingungen.

Das Ergebnis eines Greenpeace-Tests mehrerer palmölhaltiger Markenprodukte aus dem österreichischen Lebensmittelhandel hat sich als alarmierend herausgestellt, teilte die Umweltorganisation am Mittwoch mit. Zum Teil wurden sehr hohe Konzentrationen von gesundheitsgefährdenden, wahrscheinlich krebserregenden Schadstoffen gefunden. Besonders gefährlich können diese für Kinder sein.

Elf Lebensmittel, acht davon mit Palmöl, ließ Greenpeace von der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) testen. Untersucht wurden Nougat-Aufstriche, Tortenecken, Tortenglasuren, Schokoladen, Margarinen und Packerlsuppen. Während in allen Produkten mit Palmöl die Schadstoffe gefunden wurden, konnten sie in zwei der palmölfreien Lebensmittel nicht und im dritten nur in ganz geringen Mengen festgestellt werden.

Auch der Lebensmittelhandel reagiert offenbar bereits auf die Testergebnisse. Wie es seitens Greenpeace hieß, nehme die Handelskette Spar “als reine Vorsichtsmaßnahme bis auf Weiteres die beiden Produkte Rama Margarine in Würfelform und Milka Erdbeer-Schokolade aus dem Regal, bis eine Stellungnahme mit Lösungsvorschlägen der Lieferanten vorliegen”. Bei den genannten Produkten handelt es sich um die am höchsten mit Schadstoffen belasteten Produkte der Testreihe.

(APA)

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