Pakistan: Massives Sterben im Erdbebengebiet

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Pakistan: Massives Sterben im Erdbebengebiet
Schlechtes Wetter im pakistanischen Erdbebengebiet hat nach offiziellen Angaben mindestens 30 Kinder das Leben gekostet. Die Vereinten Nationen brauchen noch mehr Geld.

Die meisten von ihnen seien in den vergangenen Tagen an Lungenentzündungen und Atemwegserkrankungen gestorben, sagte der Gesundheitsbeamte des nordpakistanischen Distrikts Gultary, Iqbal Beig, am Donnerstag. Die Krankheiten seien zu dieser Jahreszeit zwar nicht ungewöhnlich. Wegen des schlechten Wetters hätten aber Hubschrauber nicht starten können, so dass es nicht gelungen sei, Medizin in die Bergregion zu bringen. Straßen seien wegen Erdrutschen nicht passierbar gewesen.

Knapp drei Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom 8. Oktober sind die Bitten der Vereinten Nationen um 550 Millionen US-Dollar (455 Millionen Euro) zur Finanzierung der Nothilfe nicht erfüllt worden. Der UN-Koordinator im pakistanischen Erdbebengebiet, Jan Vandemoortele, sagte am Donnerstag, bisher seien 305 Millionen Dollar (252 Mio. Euro) eingegangen. Die Internationale Gemeinschaft habe zusätzliche zehn Millionen Dollar (8,27 Mio. Euro) zugesagt. Um Nothilfe zu leisten, seien rund zwei Millionen Dollar (1,65 Mio. Euro) pro Tag nötig.

Extreme Wetterlage erschwert die Situation

Vandemoortele sagte, wegen des Wintereinbruchs konzentrierten sich die Maßnahmen darauf, Heizungen und Winterkleidung bereitzustellen. Zudem komme es darauf an, die Zelte winterfest zu machen. „Der Schnee kam spät, aber mit aller Macht.“ Die Wetterlage sei schwierig, auch unterhalb von 1.500 Metern habe es geschneit. Heftiger Regen habe viele der provisorischen Unterkünfte überflutet. Wegen der bitteren Kälte rechnete ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit weiteren Toten.

Nach dreitägiger Unterbrechung wegen des schlechten Wetters war die Katastrophenhilfe aus der Luft am Mittwoch wieder angelaufen. Pakistanische Medien berichten seit dem Wintereinbruch immer wieder von Kältetoten im Erdbebengebiet. Meteorologen haben für die kommenden Tagen eine neue Kältewelle vorausgesagt. Das Erdbeben kostete in Pakistan mindestens 75.000 Menschen das Leben, im indischen Teil Kaschmirs starben mindestens 1.300 Menschen. In Pakistan wurden 3,5 Millionen Menschen obdachlos.

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