“Oma-Revolte”-Initiatorin Gertraud Burtscher verliert ihren Job

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Burtscher hatte die "Oma-Revolte" angezettelt
Burtscher hatte die "Oma-Revolte" angezettelt - © APA
Gertraud Burtscher, Initiatorin der “Oma-Revolte”, hat laut einem Bericht des “Standard” ihren Job in einer Vorarlberger Steuerberatungskanzlei verloren. Eine Aussage über den Holocaust wurde ihr zum Verhängnis.

Kündigungsgrund soll laut Burtscher ein Videointerview sein, das sie am Rande der von ihr organisierten Demonstration gab. Auf die Frage, ob es aus heutiger Sicht die Morde in den Gaskammern der Nazis gegeben hat, sagte Burtscher: “Ich nehme schon an, wenn das überall steht. Es ist jetzt quasi offizielle Wahrheit, und es wird stimmen, nehme ich an. Hoffe ich.”

Der Geschäftsführer der Steuerberatungskanzlei, bei der Burtscher arbeitete, distanzierte sich in einer Stellungnahme gegenüber dem “Standard” von “jeglichem rechtsextremem Gedankengut und der Verharmlosung oder gar Verleugnung der Gräueltaten des NS-Regimes oder nachfolgender ähnlicher Gruppierungen”. Mit der Kündigung wolle man auch ein Zeichen setzen.

Für Neonazi-Partei aktiv gewesen

Die Initiatorin der “Oma-Revolte”, Gertraud Burtscher, war laut einem Medienbericht für Neonazi-Parteien aktiv gewesen. Die 74-jährige siebenfache Mutter Burtscher tritt seit einigen Monaten medienwirksam für gerechtere Pensionen für Frauen ein. Wie die “Wiener Zeitung” berichtete, gehörte sie in den 1980er-Jahren zum Kader der Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Neonazi Norbert Burger. Die österreichische Partei verstieß gegen das Verbotsgesetz, der Verein musste 1988 aufgelöst werden.

Burtscher wird demnach im Handbuch zum Rechtsextremismus, herausgegeben vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW), als NDP-Mitglied unter dem Namen Gertraud Orlich, dem Nachnamen ihres ersten Ehemannes, geführt. Auch taucht sie darin als Obmann-Stellvertreterin der Österreichischen Bürgerpartei (ÖBP) auf, einer neonazistischen Abspaltung der NDP. Daran, dass sie als Autorin für eine Zeitschrift des verurteilten Holocaustleugners Gerd Honsik publiziert habe, könne sie sich nicht erinnern, wie Burtscher der Zeitung sagte. Heute erkenne sie den Holocaust “selbstverständlich” an, “das wird schon alles so sein”.

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