Olympia-U-Ausschuss: Neue Rätsel über den Förderverein

Olympia-U-Ausschuss: Neue Rätsel über den Förderverein
Salzburg – Auch der zehnte und vor dem Sommer letzte Anhörungstag im Olympia-Untersuchungsausschuss des Salzburger Landtages ist für Überraschungen gut gewesen: Denn nach Angaben des Rechnungsprüfers wurde der Förderverein in all den Jahren ein einziges Mal von ihm geprüft, und das im Februar 2009, also mehr als eineinhalb Jahre nach der gescheiterten Bewerbung um die Winterspiele 2014.

In dem dünnen Mäppchen, das dem Prüfer vorgelegt wurde, fehlten offenbar fast alle großen Einnahmen und Ausgaben.

Zwölf Zahlungen über mindestens 100.000 Euro finden sich im Kassabuch des Olympia-Fördervereins, das der APA vorliegt, Rechnungsprüfer Hubert Schreiner sind sechsstellige Beträge genau zwei Mal untergekommen: je einmal 300.000 Euro auf der Einnahmen- und auf der Ausgabenseite. Ansonsten seien in dem Ordner mit vielleicht zehn Blättern und den dazu gehörigen Rechnungen nur kleine Beträge um die 1.000 Euro aufgeschienen, größere Geldflüsse wären ihm “hundertprozentig aufgefallen”, sagte er am Dienstag vor dem Ausschuss. Auf seine Nachfrage habe ihm der damalige Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) Heinz Jungwirth gesagt, dass es sich bei den 300.000 Euro um eine Sponsorleistung und deren Rückführung gehandelt habe.

Bemerkenswert ist auch das Datum der Prüfung: Am 4. Februar 2009 erschien Jungwirth in Schreiners Büro und legte die Mappe vor. Bereits am 26. Jänner, also rund eine Woche davor, hatte ÖOC-Präsident Leo Wallner nach Medienberichten über ungeklärte Geldflüsse eine Prüfung des Vereins in Auftrag gegeben.

Nicht erklären konnte sich Schreiner die Aussage eines ÖOC- und Vereins-Kassiers, der vor dem Ausschuss behauptet hatte, Schreiner sei jährlich bei den Generalversammlungen des Fördervereins anwesend gewesen, habe von der Rechnungsprüfung berichtet und Antrag auf Entlastung gestellt. Er sei zwar von Jungwirth einmal gefragt worden, ob er Rechnungsprüfer werden könne, habe dann aber nie mehr eine Rückmeldung erhalten. Als er 2009 dann von Jungwirth mit der Prüfung beauftragt worden sei, “war ich erstaunt, dass ich es (Rechnungsprüfer, Anm.) bin”. Dass er im Vereinsregister bereits seit 2006 als solcher geführt wurde, war Schreiner nach eigenen Angaben vollkommen unbekannt.

Bereits zum zweiten Mal befragt wurde am Dienstag auch der erste Geschäftsführer der Bewerbung, Anton Schutti. Dieser meinte heute, dass er den Eindruck hatte, ihm seien ebenso wie dem Aufsichtsrat bewusst Informationen vorenthalten werden. Ob auch der Verein geheim gehalten werden sollte, wollte Richter Anton Meinhart wissen. “Das war auch mein Gefühl.”

Schutti räumte auf Meinharts Frage dann auch ein, welche Ausgaben über den 2. Rechnungskreis der Gesellschaft, über den die privaten Gelder liefen, getätigt werden sollten. Nämlich all jene, welche die Sponsoren möglicherweise nicht öffentlich diskutiert haben wollten.

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