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30. Juni 2010 16:27; Akt.: 27.09.2011 15:51

Olbrich-Clubhaus: Verstecktes Architektur-Juwel im Wiener Prater

Olbrichs Skizze 1898 und das Clubhaus 2010 Olbrichs Skizze 1898 und das Clubhaus 2010 - © Secession / vienna.at
2. Bezirk, 1020 Wien: Ein Wiener Baujuwel entdeckte das Leopold- Museum im Zuge der Recherchen für die Sommerausstellung. Es handelt sich um den Pavillon des “Radfahrclubs der Staats- und Hofbeamten” im Wiener Prater, heute das Clubhaus des “SV Schwarz- Blau”. Der Pavillon wurde 1898 von Joseph Maria Olbrich entworfen. Das Hauptwerk des Jugendstilarchitekten Olbrich (1867- 1908) ist die Wiener Secession.

Ein Monat nach Baubeginn der Wiener Secession hatte Joseph Maria Olbrich im Frühjahr 1898 den Auftrag erhalten, ein Clubhaus für den im Prater gelegenen Radfahrclub der Staats-  und Hofbeamten zu errichten. Damals war der Prater noch im höfischen Besitz von Kaiser Franz Joseph. Die ruhige Lage in der Rustenschacherallee lässt auch heute noch ein Verweilen auf der Terrasse zu einem kleinen “Sommerfrische- Erlebnis” werden.

Erstaunlich guter Zustand
Bereits kurz nach Fertigstellung des Clubhauses weitete sich der Clubbetrieb vom Radsport auf den Tennissport aus. Der Pavillon wird auch heute noch vom selben Club – unter seinem jetzigen Namen “SV Schwarz- Blau” – zu diesem Zweck verwendet. Das Clubhaus hat diverse Adaptierungen und Umbauten relativ unbeschadet überstanden. Der “SV Schwarz-Blau” zählt heute etwa 220 Mitglieder und widmet sich ausschließlich dem Tennissport.

Mondäner Club für Trendsportarten um 1900
Um die vorletzte Jahrhundertwende war Radfahren schick. 1897 waren Fahrräder nach langen Diskussionen als Verkehrsmittel zugelassen worden. Radeln galt als exklusive Sportart der gehobenen Gesellschaftsschichten. Binnen kurzer Zeit wurden in Wien zahlreiche Radfahrvereine gegründet, um 1900 gab es bereits 300. Olbrich sah sich bei diesem Bau mit einem Limit von 10.000 Gulden an Baukosten konfrontiert. Im Vergleich: Die Secession kostete 74.000 Gulden.

Zeichnungen in der Ausstellung
Das Leopold- Museum präsentiert die Zeichnungen bei der Sommerausstellung “Jugenstil und Secession” in Wien. Die Schau ist bis Ende September zu sehen.


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